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Havelland Havelland: Landkreis fehlen 716 Plätze
Lokales Havelland Havelland: Landkreis fehlen 716 Plätze
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02:16 04.09.2015
Nachdem die OSZ-Turnhalle in Nauen abgebrannt ist, wird in der Stadt nun eine neue Notunterkunft für Asylbewerber gesucht. Quelle: Julian Stähle
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Rathenow

Der Landkreis Havelland muss in diesem Jahr wahrscheinlich fast fünfmal so viele Asylbewerber aufnehmen wie 2014 und rund achtmal so viele wie 2013. Nachdem der Bund seine Prognose für die Flüchtlingszahlen Ende August erneut erheblich angehoben hatte, geht man in der Kreisverwaltung davon aus, dass 2015 insgesamt 1599 Personen aufgenommen werden müssen. Das bedeutet, dass gegenwärtig bis zum Jahresende im Landkreis noch Plätze für 716 Asylbewerber fehlen, hat Sozialdezernent Wolfgang Gall (CDU) am Montagabend im Sozialausschuss des Kreistages gesagt.

Neue Notunterkunft soll auf jeden Fall auch wieder nach Nauen

Erschwerend wirkt sich dabei aus, dass die OSZ-Turnhalle in Nauen, die ab Anfang September als Notunterkunft für 100 Flüchtlinge genutzt werden sollte, nach einer schweren Brandstiftung nicht mehr zur Verfügung steht (MAZ berichtete). Kreisdezernent Roger Lewandowski (CDU) teilte dazu mit, dass weiterhin der Plan verfolgt wird, die genannten 100 Flüchtlinge in Nauen unterzubringen. Man habe nicht vor, die geplante Notunterkunft nun in einer anderen Stadt zu errichten und sei dabei, in Nauen einen anderen Standort zu finden. Die zweite Notunterkunft für 100 Personen, die auf dem Essilor-Gelände in Rathenow eingerichtet wird, soll wie geplant in den nächsten Tagen bezogen werden.

Unterkünfte in Rathenow, Friesack, Premnitz und Falkensee

Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber, die bereits belegt sind, gibt es in Rathenow, Friesack, Premnitz und Falkensee.

In Rathenow sind am Birkenweg 198 und am Grünauer Weg 87 Asylsuchende untergebracht. In Friesack sind es in zwei Unterkünften insgesamt 200 Personen. In Premnitz und Falkensee wohnen in je einer Unterkunft 83 bzw. 64 Flüchtlinge.

Die erste Notunterkunft des Kreises wird mit 100 Plätzen Anfang September auf dem Essilor-Gelände in Rathenow eröffnet.

In Nauen und Falkensee sollen bis zum 2. Quartal 2016 zwei neue Unterkünfte mit 250 bzw. 165 Plätzen gebaut werden.

Zwei Containerdörfer sollen im Januar 2016 in Dallgow-Döberitz mit 140 sowie in Schönwalde mit 400 Plätzen zur Nutzung übergeben werden.

„Uns fehlen bis Jahresende 716 Plätze“, stellte Wolfgang Gall klar heraus. Er tat das allerdings ohne geringste Anzeichen von Ratlosigkeit oder gar Resignation zu zeigen, das möglicherweise nicht schaffen zu können. Er kritisierte die Gemeinde Wustermark, mit der man sich bereits seit Februar beschäftigen müsse, um einen Standort zu finden und immer noch kein Ergebnis habe. Dafür gebe es in der Kreisverwaltung wenig Verständnis, sagte Gall: „Städte, Gemeinden und der Landkreis müssen hier zusammenstehen, um die Aufgaben zu lösen.“ Fälle wie in Falkensee, wo die erste Unterkunft nur 64 Plätze hat, werde es nicht mehr geben. Angesichts der steigenden Zuweisungszahlen, erklärte Wolfgang Gall, „werden die Einrichtungen automatisch größer“.

Containerdörfer in Dallgow-Döberitz und Schönwalde im Januar fertig

Der Landkreis werde jetzt „angestrengt versuchen“, weitere Notunterkünfte zu schaffen, sagte der Sozialdezernent. Ein entsprechendes Interessenbekundungsverfahren sei aufgelegt worden. Jedermann werde wohl verstehen, dass der Landkreis bis Jahresende keine festen Gebäude mehr errichten könne. Es seien auch kurzfristig keine Wohncontainer mehr zu bekommen, die Lieferzeiten lägen gegenwärtig bei März/April 2016. Das bezieht sich aber nicht auf die zwei Containerdörfer, die für Dallgow-Döberitz und Schönwalde vorgesehen sind. Die Container hierfür sind bereits früher bestellt worden. Die Einrichtung in Dallgow-Döberitz soll nach neustem Stand der Planung 140 statt zunächst geplanten 200 Plätze haben. Für das Containerdorf am Erlenbruch in Schönwalde sind nach wie vor 400 Plätze vorgesehen. Man gehe davon aus, sagte Wolfgang Gall, dass diese beiden Dörfer spätestens im Januar 2016 zur Verfügung stehen.

Von Bernd Geske

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