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Demos werden traurige Routine in Rathenow

Kundgebung in der Kreisstadt Demos werden traurige Routine in Rathenow

Demonstrationen am Dienstagabend sind in Rathenow offenbar zur traurigen Routine geworden. Auch in dieser Woche versammelten sich Asylgegner auf dem Märkischen Platz. Bürger, die für ein friedliches Miteinander plädieren, positionierten sich auf dem August-Bebel-Platz. Dort standen nicht Reden, sondern Fragen im Mittelpunkt.

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Das Aktionsbündnis lud am Dienstag ein, sich mit Fragen auseinanderzusetzen und die eigene Meinung kundzutun.

Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. Dienstagabend 18 Uhr in Rathenow: Polizeikräfte bringen sich in Position, Menschen mit Fahnen und braunen Wischmopps laufen zum Märkischen Platz. Vor dem August-Bebel-Platz werden Stehtische aufgestellt, Menschen versammeln sich, viele von ihnen mit besorgten Minen. All das ist längst zur Routine geworden in der havelländischen Kreisstadt. Eine traurige Routine, die nun schon ein halbes Jahr andauert.

Auch in dieser Woche positionierten sich im Stadtzentrum Asylgegner und wenige Meter entfernt die Befürworter eines friedlichen Zusammenlebens. Allerdings ging dieser Demoabend mit weitaus geringerer Polizeipräsenz über die Bühne als die Veranstaltungen vor zehn Tagen. Am 5. März musste man mit 1000 Teilnehmern und mehr rechnen, am Dienstag waren es wie erwartet deutlich weniger.

Fragen beantworten statt Ängste schüren

Noch etwas 200 Menschen kamen auf den Märkischen Platz, um Asylgegner Christian Kaiser zu hören. Offenbar schrumpft sein Bürgerbündnis Havelland stetig. Das Aktionsbündnis „Unser Rathenow. Miteinander. Füreinander.“ konnte, wie zu den vergangenen Dienstagskundgebungen, wieder rund 100 Bürger mobilisieren. Ohne Musik und ohne Kerzen, dafür mit Papier und Stiften hatten Mitglieder des Aktionsbündnisses sich auf den Abend vorbereitet. Denn es ging in erster Linie darum, Fragen zu beantworten.

An Stehtischen konnte jeder seine Meinung zu Fragen wie „Was macht Ihnen Angst?“, „Was bringt uns das Bürgerbündnis Havelland und das Bürgerbündnis Deutschland?“ und „Was können wir gegen die politische Spaltung in Rathenow tun?“ aufschreiben. Auf der Gegenseite rief Kaiser seinen Anhängern zu: „Wir müssen ein Land retten und das heißt Deutschland.“

Wie er dieses Land retten will, dazu war auch an diesem Dienstag nichts zu hören. Eines steht fest: Es wird nicht die letzte Demonstration in Rathenow gewesen sein. Kaiser verkündete schon zu Beginn selbstbewusst: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“

Von Christin Schmidt

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