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Den Fledermäusen auf der Spur

Naturparkzentrum in Milow Den Fledermäusen auf der Spur

Der Naturpark Westhavelland hatte am Freitag zur Langen Fledermausnacht eingeladen. Dort erfuhren die Gäste, dass die kleinste hier vorkommende Art, die Mückenfledermaus nur 3,6 bis 5,5 Zentimeter groß ist und somit in eine Streichholzschachtel passen würde. Anschließend gingen sie selbst auf die Jagd nach den Tieren.

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Die kurzzeitig gefangene Fledermaus zeigt ihre kleinen aber scharfen Zähne

Quelle: Uwe Hoffmann

Milow. Sind Fledermäuse Vögel oder Mäuse? Was für Tiere sind die Jäger der Nächte mit Fell und Flughäuten zum Fliegen denn eigentlich? Das waren Fragen, die Naturpark-Rangerin Beatrice Koch den Kindern und Erwachsenen anschaulich und humorvoll in ihrem Vortrag am Freitag näher brachte. Die Naturwacht des Naturparks Westhavelland hatte zur Langen Fledermausnacht in das Naturparkzentrum nach Milow eingeladen. So erfuhren die Gäste, dass 18 der 30 in Mitteleuropa vorkommen Fledermausarten in Brandenburg leben. Erstaunt hörten sie, dass die kleinste hier vorkommende Art, die Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus), nur 3,6 bis 5,5 Zentimeter groß ist und somit in eine Streichholzschachtel passen würde. Das Große Mausohr (Myotis myotis) ist mit 6,7 bis 7,9 Zentimetern die größte hier vorkommende Art. Die leichtesten Nachtjäger können nur zirka vier Gramm wiegen.

„Ich finde Fledermäuse toll und interessant“, sagt Vivian Larissa Wolf aus Rathenow, eines von 15 Kindern unter den rund 30 Gästen. „Ihr Fell ist so weich und ich wollte sie unbedingt mal aus der Nähe sehen.“ Nicht nur Vivian hatte nach dem rund einstündigen Vortrag die Möglichkeit, die Fledermäuse einmal ganz aus der Nähe zu betrachten. Vier große feinmaschige Netze hatte Klaus Thiele mit seinen Helfern am Wasserwanderrastplatz am Stremmeufer in Milow aufgestellt. Der Fledermausbeauftragte des Naturschutzbundes für das Land Brandenburg ist in Zusammenarbeit mit der Naturschutzstation in Zippelsförde für das Westhavelland zuständig.

Es dauerte auch nicht lange, bis die erste Fledermaus ins Netz ging. Vivian entdeckte die Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus), bewaffnet mit einem Detektor, als Erste. Dieser „Bat-Detektor“ macht die Ultraschalltöne, welche die Tiere zur Orientierung und Ortung von Nahrungstieren ausstoßen und die reflektierten Töne mit den Ohren wieder aufnehmen, für das menschliche Ohr hörbar. „Wir beringen während unserer Arbeit auch immer wieder bestimmte Arten“, erklärt der erfahrene Fledermausexperte. „Derzeit beteiligen wir uns an einem Forschungsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt zum Zugverhalten des Kleinen Abendseglers (Nyctalus leisleri) und der Rauhautfeldermaus (Pipistrellus nathusii).

Nur zwei Fledermäuse gingen den Exkursionsteilnehmern an diesem Abend ins Netz. Trotzdem war diese Exkursion für die Gäste spannend und interessant. „Die Tiere spüren durch den Wind die Bewegung der Netze und weichen aus“, sagt Christiane Schröder, Geschäftsführerin des Nabu-Landesverbandes Brandenburg, die in Potsdam selbst Fledermausführungen anbietet.

Von Uwe Hoffmann

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