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Den Regen machte die Ketziner Feuerwehr

Ein Kolumbus auf der Havel Den Regen machte die Ketziner Feuerwehr

Sechs Wochen lang schipperte Susanne Fienhold Sheen im Sommer 1978 auf der Havel – von Potsdam bis zur Müritz. Unter hunderten von Mädchen wurde die damals Elfjährige für den Film „Ein Kolumbus auf der Havel“ ausgewählt. Besonders ein Drehtag in Ketzin/Havel ist der heute 50-Jährigen im Gedächtnis geblieben.

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Als Nana segelte Susanne Fienhold Sheen (r.) für die Dreharbeiten auf der „Pütz“ die Havel entlang.

Quelle: Museum Falkensee

Ketzin/Havel. Sechs Wochen lang schipperte Susanne Fienhold Sheen im Sommer 1978 auf der Havel – von Potsdam bis zur Müritz. Unter hunderten von Mädchen wurde die damals Elfjährige von Regisseur Hans Kratzert, der seit rund 16 Jahren in Falkensee Zuhause ist, für den Film „Ein Kolumbus auf der Havel“ ausgewählt. „Eines Tages setzte er sich einfach mit in den Unterricht in meiner Potsdamer Schule. Ich glaube ihm gefiel meine Berliner Schnauze“, erinnert sich Fienhold Sheen mit einem Lächeln.

Und obwohl ihr Ausflug vor die Kamera schon viele Jahre her ist, erinnert sich die Potsdamerin noch ganz genau. „Wir haben die ganzen Sommerferien durchgedreht und zwar auf dem Originalboot, das Peter Abraham zu seinem Kinderbuch inspiriert hat. Ahnung vom Segeln hatten wir alle nicht und daher wurde der Bootsbesitzer gleich mit engagiert.“ Auf der „Pütz“ erlebte nicht nur Fienhold Sheens Rolle „Nana“, die sich im Film ganz wie der große Seefahrer Kolumbus mit Mutter und Vater auf die große Reise machte, jede Menge Abenteuer. Auch die damals Elfjährige, die mitsamt eines 50-köpfigen Filmteams unter anderem in Potsdam und Schönwalde drehte, erlebte viele unvergessliche Momente. „Ich habe nie wirklich geschauspielert. Alles ergab sich irgendwie aus einer Situation heraus – es war ganz natürlich“, so die Potsdamerin, die am Set von einer Kinderbetreuerin beaufsichtigt wurde.

Szene aus „Ein Kolumbus auf der Havel“

Szene aus „Ein Kolumbus auf der Havel“

Quelle: Museum Falkensee

Besonders ein Drehtag in Ketzin/Havel ist Susanne Fienhold Sheen im Gedächtnis geblieben. „Die Ketziner Feuerwehr war an diesem Tag am Set, weil sie für eine Szene Regen machen musste“, lacht die Potsdamerin. „Und dann wurde es ernst. Vor dem gesamten Team und den Feuerwehrkameraden musste ich mir im Sprung meinen Bademantel ausziehen und landete nackt im Wasser – das war mir damals so kurz vor der Pubertät vielleicht peinlich.“ Und auch brenzlige Situationen gab es während der Dreharbeiten, die fast vollständig auf der Havel stattfanden. „Gleich beim Ablegemanöver in Potsdam verlor ich das Gleichgewicht und fiel ins Wasser genau zwischen zwei Schiffwände – allein wäre ich da nicht mehr herausgekommen. Der Kameramann, der zu meinem engsten Vertrauten am Set gehörte, bemerkte die Gefahr als Erster und zog mich aus dem Wasser – meine Betreuerin bekam fast einen Herzschlag.“

Zum Film

Ein Kolumbus auf der Havel ist ein Kinderbuch von Peter Abraham, das erstmals 1975 im Kinderbuchverlag Berlin erschien.

1978 begannen die Dreharbeiten zum Film, der Ende des Jahres im Fernsehen der DDR gezeigt wurde . Regie führte Hans Kratzert, der seit rund 16 Jahren in Falkensee lebt. Weitere Hauptrollen spielten Ursula Werner („Wolke 7“) und Kurt Böwe (Polizeiruf 110).

Nana wird sie schon lange nicht mehr genannt, denn selbst viele enge Freunde wissen nichts von Susanne Fienhold Sheens Filmkarriere, die sie Ende der 1980er-Jahre als Regieassistentin bei der Defa hinter der Kamera fortsetzte. „So habe ich auch meinen Mann kennengelernt. Als Austauschstudent aus den USA interessierte er sich damals für Dokumentarfilme und besichtigte das Studio – der Rest ist Geschichte.“ Seit 13 Jahren arbeitet die Potsdamerin, die heute ihren 50. Geburtstag feiert, als selbstständige Stadtführerin in der brandenburgischen Hauptstadt. „Die Filmbranche, in der ich auch noch nach meiner Zeit bei der Defa tätig war, hat mich genervt. Ich finde es schön, kein Medium mehr zwischen meinem Publikum und mir zu haben.“

Hans Kratzert, ihren Regisseur von damals, hat Susanne Fienhold Sheen noch einmal in Berlin wiedergetroffen. „Ich hörte seine Stimme und sprach ihn an. Er öffnete die Arme und begrüßte mich als seine Nana – das war 1990.“

Von Laura Sander

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