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Den Störchen geht die Nahrung aus

Weniger Jungstörche im Osthavelland Den Störchen geht die Nahrung aus

Das Frühjahr war in diesem Jahr besonders trocknen. Das hat Auswirkungen auf die Population der Störche. Die Storchenbeauftragte Claudia Jörg aus dem Osthavelland hat deshalb schlechte Nachrichten: Die Bilanz für 2015 ist wenig erfreulich. Es gibt 18 Jungvögel weniger als 2014. Denn den Störchen geht die Nahrung aus.

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Kampf in einem Storchenhorst in Ribbeck.

Quelle: Lothar Zühlke/Jens Wegener

Havelland. Weniger brütende Storchenpaare und geringere Bruterfolge als 2014 – diese nicht sehr erfreuliche Bilanz zieht die Falkenseerin Claudia Jörg nach ihrer Rundfahrt zu fast allen 82 Horsten im Osthavelland. An der neuen Storchenbeauftragten für das Osthavelland liegt es sicher nicht, dass in diesem Jahr bisher nur 48 Jungstörche gesichtet wurden – 18 weniger als 2014. Auch bei den Horstpaaren mit fast flüggen Jungtieren (23) sah es im Vorjahr mit 27 etwas besser aus.

Gleich mehrere Ursachen sieht die studierte Biologin Claudia Jörg, die gemeinsam mit Carsten Horst am 1. März den Staffelstab von Dieter und Ursula Stark übernommen hatte: „Das Frühjahr war sehr trocken, so dass die Störche jetzt weniger Nahrung finden. Vor allem Regenwürmer und Frösche fehlen. Dazu komme, dass immer mehr Landschaften trockengelegt würden.

Und noch ein anderes Phänomen haben sie und viele ehrenamtliche Horstbetreuer in den Dörfern im Osthavelland beobachtet. „In diesem Jahr gab es diverse Zuspätkommer. Wenn der eine Partner verspätet aus dem Süden eintraf, kam es nicht zur Brut. Wir prüfen noch die Gründe“, sagt Jörg.

Zwei dieser Spätheimkehrer kämpften mit bereits im Horst sitzenden Paaren, wodurch in der Folge zwei Küken starben. Ein wahres Drama spielte sich Ende Mai in Ribbeck ab, wo es seit Jahren schon zwei Horste gibt – einen auf dem 42 Meter hohen Schornstein der alten Brennerei und einen auf einem kleineren Werkstattschornstein in der Theodor-Fontane-Straße. Beide waren mit einem Pärchen belegt, als ein fünfter Storch zum Angriff auf den Horst auf der Werkstatt überging. „Er wollte mit allen Mitteln die Alten rauswerfen“, erzählt Claudia Jörg, die diese Geschichte vom Ribbecker Tierfotografen Lothar Zühlke erfuhr. Ob bei dem blutigen Kampf ein Storch verletzt wurde, ist noch unklar. Fest steht, dass der Angreifer beringt war und es sich, nach Rückfrage in der Vogelschutzwarte in Nennhausen, um ein Weibchen aus Albertsheim im Havelland handelte. „Dieser Storch hatte mindestens seit 2013, vielleicht sogar schon seit 2006 auf dem Schornstein der Werkstatt gebrütet und war dieses Mal zu spät dran“, so Claudia Jörg. Erfreulich nach all der Aufregung: Das Storchenpaar auf dem Werkstattschornstein füttert inzwischen eifrig seine drei Jungen. Bei dem Pärchen im Horst auf der Brennerei kam es dagegen nicht zur Brut.

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Zu einen erbittertem Kampf zwischen drei Störchen kam es in Ribbeck. Der Angreifer wollte ein Pärchen aus einem Horst schmeißen.

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In ihre neue ehrenamtliche Aufgabe als Storchenbeauftragte hat sich die Falkenseerin schon gut reingefunden. Aber sie betont, dass das vor allem Dank der Unterstützung von Familie Stark der Fall sei. „Allein ihre Verbindungen zu Firmen, Schlossern oder örtlichen Feuerwehren, die beim Bau oder der Reparatur von Nestern helfen, sind unbezahlbar“, so die 60-Jährige. Claudia Jörg kann und will künftig beim Nestbau auch selbst mit anpacken.

So ein Projekt steht wohl demnächst in Schönwalde-Glien an. Dort ist ein Storch auf einer geköpften Weide gelandet und hat dort versucht, ein Nest zu bauen. „Der bekommt vom Naturschutzbund ein neues.“ Claudia Jörg hat sich sehr über die Leute in den Dörfern gefreut, die die Horste beobachten und ihr in Abständen berichten. „Das klappt problemlos, alle sind sehr entgegenkommend, es gab keine Berührungsängste.“

Von Jens Wegener

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