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Dennis kämpft sich zurück ins Leben

Wustermark (Havelland) Dennis kämpft sich zurück ins Leben

Den 17. Februar 2017 wird Dennis Malak nicht vergessen. Der 25-Jährige aus Wustermark ist an diesem Tag in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt. Er überlebt, liegt aber wochenlang im Koma. Als Dennis wieder aufwacht, fasst er sofort neuen Mut. Und kämpft sich mit Hilfe seiner Familie durch die anstrengende Reha und zurück ins Leben.

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Dennis (Mitte) mit Hund und Mutter. Es gibt ihm heute wieder gut.

Quelle: Julian Stähle

Wustermark. Den 17. Februar dieses Jahres wird Dennis Malak nie vergessen. Gegen 20 Uhr setzte sich der junge Mann aus Wustermark in das Auto seiner Ex-Freundin. Ungewohnt nahm er auf dem Beifahrersitz Platz. Beide wollten noch schnell ein Geburtstagsgeschenk für seinen jüngeren Bruder Fabrice holen. Freunde und Kumpels hatten sich schon zur Party in einer Bar versammelt.

Als er dort zu der vereinbarten Zeit nicht auftauchte, ahnte Fabrice, das etwas passiert sein musste. Seine Befürchtungen wurden in dieser Nacht Wirklichkeit. In Potsdam, auf der B 2 bei Fahrland, geriet der Wagen der Ex-Freundin aus noch ungeklärter Ursache ungebremst in den Gegenverkehr. Dort prallte der VW mit einem voll besetzen Familienvan zusammen. Fünf Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, darunter ein Kind.

Auch Dennis. Er saß eingeklemmt im Wagen. Lange brauchte die Feuerwehr, um ihn aus dem Wrack zu schneiden. Er erlitt Schnittwunden, einen Wadenbeinbruch, einen dreifachen Becken- und einen Oberarmbruch. Auch seine Lunge war stark gequetscht. Er schwebte in akuter Lebensgefahr. Seine Mutter Sabine erfuhr auf dem Nachhauseweg von der Arbeit nach Brieselang per Telefon von dem Unfall, fuhr mit zwei der vier Brüder von Dennis sofort ins Krankenhaus. „Das Schlimmste war die Ungewissheit. Wir wussten nicht genau, was passiert war und ob unser Sohn überlebt“, erinnert sie sich heute. „Ich hatte Angst, Dennis zu verlieren.“

Dennis überstand die OP, überstand auch die gut drei Wochen im künstlichen Koma. Mehrmals in der Woche besuchten ihn die Familienmitglieder, redeten mit ihm und spielten ihm den Song „Life is a Highway“ vor. Es ist die Titelmusik zum Kinderfilm „Cars“, die Dennis noch heute hoch und runter hört.

Viele Narben sind an seinem Bein geblieben

Viele Narben sind an seinem Bein geblieben.

Quelle: Julian Stähle

Am 15. März erwachte Dennis langsam aus dem Koma. Er kam nach Beelitz in die Rehaklinik, wo erneut der Kampf mit dem eigenen Körper begann. Er lernte essen, laufen, gehen, greifen und sich zu belasten. „Ich fing praktisch wieder bei Null an“, sagt der Wustermarker. Mit psychisch und physischen Therapien schaffte er es auf den richtigen Weg. „Ich erinnere mich an nichts von dem Unfall. Es ist alles weg“, so Dennis. Aber er weiß: „In Beelitz kehrte ich ins Leben zurück.“

Der jetzt 25-Jährige hatte bereits vor dem Unfall mehrere Schicksalschläge hinter sich. 2013 hatte man beim Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert. Die Tumore konnten entfernt werden, die Chemotherapie schlug an. Mit neuem Lebensmut wollte Dennis dann seine Ausbildung nachholen. Die hatte er nach seinem Schulabschluss nicht begonnen. Seither jobbte er bei einer Zeitarbeitsfirma als Anlagenfahrer. In Berlin schien nun der Traumjob in greifbarer Nähe. Die Zusage zur Ausbildung in einem Kfz-Betrieb war sicher. Bis zu diesem 17. Februar. Der Chef der Kfz-Firma habe ihm gesagt, dass er anfangen könne, wenn er körperlich wieder hergestellt ist. Dennis hofft, dass das bis zum 1. September 2018 klappt.

„Die Familie aber auch viele Freunde schenkten mir die Kraft für den Neustart“, sagt er. Auch der bei Facebook für ihn gestartete Spendenaufruf „war ein sehr schönes Gefühl und hat mir geholfen, durchzuhalten.“ Als er am 31.März den Entlassungsbrief aus der Klinik in den Händen hielt, wieder nach Hause durfte, war die Freude kaum zu beschreiben. Dennis stiegt sofort wieder in ein Auto, um die Angst gar nicht erst aufkommen zu lassen. „Ich merke aber, dass ich vorsichtiger geworden bin. Ich habe meine Augen überall.“ Sein Leben ist nicht wie vorher, da ist er sich sicher.

„So ein Ereignis verändert einen Menschen. Ich habe gelernt „man sollte nie im Streit auseinander gehen, denn wer weiß, ob man die Chance bekommt, sich zu verabschieden.“ Dennis hat einen Schutzengel gehabt, der ihn den Unfall hat überleben lassen. Das weiß er. „Eigentlich schnalle ich mich selten an. An dem Tag als Beifahrer habe ich es getan, zum Glück.“

Heute sitzt Dennis auf der Terrasse seines Elternhauses. Familienhund Diego zaubert ihm ein Lächeln ins Gesicht. Der Schäferhund-Hyskymix freut sich das zurückgekehrte Familienmitglied. Den Alltag bewältigt der junge Mann gut. Er hat gelernt, mit den Folgen des Unfalls zu leben. Sein Körper ist mit Narben übersäht – diese Spuren werden ihn ein Leben lang begleiten.

Von Julian Stähle und Jens Wegener

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