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Der Albtraum vom Häuschen in Falkensee

Familie kauft Bauland und darf nicht bauen Der Albtraum vom Häuschen in Falkensee

Als Bauland ist es ihnen verkauft worden, alle Stellungnahmen waren positiv, nun sagte die Baubehörde des Landkreises Nein zum Antrag einer Falkenseer Familie. Die wollte in der Kieler Straße von Dallgow-Döberitz ein Haus bauen, das eine Lücke in der ansonsten seit Jahrzehnten bebauten Straße schließt.

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In dieser Straße will die Falkenseer Familie ihr Häuschen bauen. Der Landkreis sagt Nein.

Quelle: Marlies Schnaibel

Falkensee/Dallgow-Döberitz. Fassungslos steht Anke Stemler (46) am Gartenzaun. Der Traum vom Häuschen entwickelte sich für die Falkenseer Kinderkrankenschwester zum Albtraum vom Häuschen. Der Landkreis versagte die Baugenehmigung. Anke Stemler fiel aus allen Wolken.

Die Falkenseerin wollte in Dallgow-Döberitz für sich, ihre schulpflichtige Tochter, für Sohn und dessen Lebensgefährtin Isabel Droll ein Haus bauen. In der Kieler Straße fanden sie ein Grundstück. In der Straße stehen Häuser, die in den 30er-Jahren und zu DDR-Zeiten gebaut wurden. Einige wurden erst nach der Wende errichtet, das letzte 2006. In der Häuserreihe lag ein Garten, den kaufte die Familie als Bauland. Und legte los.

„Wir haben alle nötigen Stellungnahmen eingeholt“, verweist Isabel Droll auf einen Stapel Unterlagen. Von der Gemeinde liegt eine positives Schreiben vor, von der Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde, von der Wasserbehörde; das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde wurde hergestellt. Die Baubehörde stellte einige Nachforderungen, so wegen der Fällgenehmigung. Die war dann gar nicht nötig, weil nur alte Obstbäume auf dem Grundstück standen. Die haben die Bauherren schon mal abgesägt, sie haben durch das Berliner Büro der Ever Energie Group das Haus planen lassen: ein kleines Häuschen, eine Etage, ein Satteldach. So ähnlich, wie sie in der Straße schon stehen. „Dann kam im März das Nein der Baubehörde“, erzählt Anke Stemler. „Das war völlig überraschend, vorher klang das am Telefon immer optimistisch und freundlich.“ Die kreisliche Baubehörde bemühte den Paragrafen 35 des Baugesetzbuches, danach würde das Vorhaben die vorhandene Splittersiedlung verfestigen und somit öffentliche Belange beeinträchtigen. Sie verweist darauf, dass besagtes Grundstück im Außenbereich liegt und für das Gebiet kein rechtsverbindlicher Bebauungsplan vorliegt.

Die Kieler Straße liegt nahe der Bundesstraße 5 neben dem Havelpark, 15 Grundstücke sind bebaut. Die Gemeindevertreter hatten 2014 sogar beschlossen, die unbefestigte Straße auszubauen. „Das Vorhaben wurde aber weit zurückgestellt“, sagte jetzt Bürgermeister Jürgen Hemberger (Freie Wähler). Und zu Stemlers Problem: „Wenn eine Anfrage kommt, beantworten wir das. Der Landkreis kann das natürlich anders sehen“, sagte er und rät in kniffligen Fällen zu einer Bauvoranfrage.

Die hatten aber die Familie und ihr Planungsbüro nicht gestellt. „Alles sprach dafür, dass hier eine Lückenbebauung sinnvoll und möglich ist“, sagte Architekt Lars Wolf und setzt auf Paragraf 34 des Baugesetzbuches. Die Familie hat nun Widerspruch eingelegt, verweist auf die positive Stellungnahme der Gemeinde und darauf, dass das Grundstück als Bauland im Grundbuch eingetragen ist. „Wir hoffen darauf, dass die Behörde den Ermessensspielraum ausschöpft“, sagt Isabel Droll. Sonst steht die Familie vor einem finanziellen Desaster.

Von Marlies Schnaibel

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