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Havelland Heinz Kreutzer geht mit einem guten Gefühl
Lokales Havelland Heinz Kreutzer geht mit einem guten Gefühl
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10:50 28.02.2018
GWV-Chef Heinz Kreutzer ist nun Rentner. Quelle: Jens Wegener
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Ketzin/Havel

Mittwoch ist sein letzter Arbeitstag. Ab sofort kann der 65-jährige Heinz Kreutzer das Rentnerdasein genießen. Der Chef der Ketziner Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (GWV) hinterlässt seiner Nachfolgerin ein gut aufgestelltes Unternehmen.

Sie kamen vor gut zehn Jahren aus Magdeburg ins Havelland nach Ketzin. Haben Sie diesen Schritt jemals bereut?

Heinz Kreutzer: Klare Antwort: Nein. Es war ein schwerer Anfang, weil ich hier niemanden und nichts kannte. Aber diesen neuen Schritt im Leben mit 55 Jahren zu gehen, habe ich ja gewollt. Und privat blieb es jetzt zehn Jahre bei einer Wochenendbeziehung. Wir haben es beide überstanden.

Das heißt, Sie gehen zurück an die Elbe?

Ja, ich gebe meine Wohnung in Potsdam auf und werde wieder Magdeburger.

Sie haben als Geschäftsführer der GWV Ketzin ihren Stempel aufgedrückt. Viele der 950 eigenen Wohnungen der GWV in Ketzin, Wustermark und Nauen sind saniert. Und Sie haben es geschafft, den Leerstand auf unter ein Prozent zu drücken...

Es steckt zwar viel von meinen Ideen da drin, aber es war eine Teamleistung. Die zehn Mitarbeiter und der Aufsichtsrat, der immer kritisch hinterfragt hat aber uns dann die Freigaben für die Vorhaben erteilt hat, sind genauso beteiligt am Erfolg.

Das Mehrgenerationenhaus mit 20 barrierefreien Wohnungen in der Feldstraße ist die größte Investition der GWV seit der Wende. Würden Sie das als Vorzeigeprojekt bezeichnen?

Ja, aber es ist nicht das typische Vorhaben, für das die Ketziner Wohnungsgesellschaft steht. Es ist ein Leuchtturmprojekt, das aus allen anderen Projekten herausragt. Wir konnten es uns, vor dem Hintergrund der Leistungsfähigkeit des Unternehmens mit einem Millionenkredit und einem hohen Eigenanteil leisten, und damit den Menschen zu zeigen, was möglich ist. Gerade diese Barrierefreiheit hält ältere Menschen in der Stadt. Aber mindestens genauso wichtig sind die Sanierungen und Instandsetzungen des bestehenden Wohnraums, die wir erreicht haben. Die geringe Fluktuation der Mieter spricht für sich.

Wenn heute jemand heute eine Wohnung mieten. Bekommt er die?

Nicht sofort. Es gibt eine Warteliste. Wir sind in den zurückliegenden Jahren dazu übergegangen, schon vor dem Auszug eines Mieters dessen Wohnung, natürlich mit seinem Einverständnis, zu inspizieren, um Schäden aufzunehmen oder einen Sanierungsplan zu erstellen. Dann werden Aufträge sofort nach dem Auszug erledigt, so dass schnellstmöglich neu vermietet werden kann. Trotzdem steigt die Nachfrage im Raum Ketzin/Havel nach Wohnraum.

Jetzt soll das Gebiet „Baumschulwiese“ im Ketziner Stadtzentrum entwickelt werden. Mehr als 100 Wohnungen entstehen. Muss sich die GWV vor dieser Konkurrenz fürchten?

Fürchten? Nein, ich denke nicht. Aber es wird sich die Wohnungsmarktsituation in Ketzin grundlegend ändern, was für meine Nachfolgerin eine Herausforderung sein wird. Natürlich ist modernes Wohnen gefragt, aber das hat seinen Preis. Die Leute werden sich entscheiden –  wer mehr Wohnqualität , Barrierefreiheit, eine Tiefgarage oder den eigenen Stellplatz oder große Balkone oder Aufzüge will, der wird höhere Mieten zahlen müssen.

In Ketzin hat die GWV nur in einem Wohnblock Am Mühlenweg 2 mit einem Aufzug. Was ist mit den anderen, teils schon sanierten Blöcken?

Wir haben das schon vor einigen Jahren untersucht. Stand jetzt ist, dass diese Investitionen sich nicht rechnen. Aber das kann und wird in absehbarer Zeit neu diskutiert werden. Die Menschen werden immer älter und wollen nicht mehr in die dritte oder vierte Etage laufen. Es gibt aber auch andere Lösungen für solche Plattenbauten, zum Beispiel den Rückbau der vierten Etage. Letztendlich bleibt bei allen Visionen immer die Beantwortung der Frage nach der Wirtschaftlichkeit.

Wenn Sie heute ihre Dienstschlüssel an Doreen Wagenschütz abgeben, ist es ein komisches Gefühl?

Ich gehe mit einem sehr guten Gefühl. Die GWV ist ein leistungsfähiges Unternehmen. Frau Wagenschütz wird die Sache meistern, sie ist lange genug dabei. Rückblickend freue ich mich, dass ich mit meinem Team dazu beitragen konnte, die Wohnungsbestände der GWV nachhaltig zu verbessern, dass wir das Erscheinungsbild von Ketzin/Havel ein stückweit verbessern konnten. Wer von Falkenrehde aus in die Stadt kommt, die farbenfroh sanierten Blöcke sieht und sich erinnert, wie grau und vermoost die mal ausgesehen haben, der weiß, was ich meine. Und wir haben das nächste Neubauprojekt, die Residenz am Stadtpark auf den Weg gebracht.

Man wird Sie auch deshalb in Erinnerung behalten, weil Sie den neuen Namen der GWV „Gemeinschaftlich Wohnen verbindet“ geprägt haben, nachdem die Gemeinnützigkeit weggefallen war...

Die Leute hatten sich über viele Jahre an die GWV gewöhnt. So mussten wir dieses Kürzel unbedingt erhalten. Es ist aber nicht nur der Text, dahinter verbirgt sich ja eine Idee, eine Firmenphilosophie. Der neue Name passt hundertprozentig zu dem, was wir fördern wollen – die Gemeinschaftlichkeit.

Mit 65 Jahren sind Sie jetzt Rentner. Es bleibt Ihnen und ihrer Frau viel freie Zeit. Wie sehen ihre Pläne aus?

Ich habe nicht wirklich einen Plan, was ja erst einmal nicht schlecht sein muss. Maßgeblich werde ich meine Freizeit verschiedenen Hobbys widmen, dazu gehören endlich mal wieder Golf spielen, Skifahren und Wandern im Hochgebirge. Und nicht zuletzt solche kleinen Hobbys wie Arbeiten mit Holz.

Von Jens Wegener

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