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Der Einsamkeit entgegenwirken

Ehrenamt Der Einsamkeit entgegenwirken

Seit zehn Jahren stärkt das Kompetenzzentrum Havelland als Agentur für bürgerschaftliches Engagement das Ehrenamt in der Region. Es verfügt über einen Pool von 400 Ehrenamtlern und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Auch 2016 hat Leiterin Ingeborg Höhnemann eine Menge vor.

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Die ehrenamtlichen Alltagsbegleiterinnen Karin Senst (hinten li.) und Gisela Weiher (hinten re.) versüßen Senioren den oft einsamen Alltag.

Quelle: Kompetenzzentrum

Rathenow. Vor zehn Jahre begann eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Damals im Januar 2006 nahm das Kompetenzzentrum Havelland als Agentur für bürgerschaftliches Engagement seine Arbeit auf. Heute verfügt es über einen Pool von 400 Ehrenamtlern, die sich für Senioren, Kinder, Flüchtlinge und Hilfsbedürftige einsetzen. Entstanden ist das Kompetenzzentrum aus dem Modellprojekt EFI – Erfahrungswissen für Initiativen, das sich mit der Ausbildung von so genannten Senior-Trainern beschäftigte. Fünf Jahre lang hatte Ingeborg Höhnemann das Projekt begleitet. Als es 2005 auslief, entwickelte sie ein Organisationskonzept, um das Erreichte zu sichern und ehrenamtliches Engagement weiterhin zu unterstützen – die Grundlage für das Kompetenzzentrum.

Von Anfang an dabei

Seit Beginn an leitet Ingeborg Höhnemann die Agentur für bürgerschaftliches Engagement. In Einzelgesprächen lernt sie die Menschen kennen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Dabei erfährt sie, wo die Stärken liegen, wie der Einzelne helfen möchten und wie viel Zeit investiert werden kann. Ein Konzept, das sich über die Jahre bewährt habe und ständig aktualisiert wird.

Ingeborg Höhnemann

Ingeborg Höhnemann

Quelle: C. Schmidt

Auf diese Art hat Höhnemann allein in den vergangenen zwölf Monaten 77 Menschen für das Projekt „Patenschaft für Flüchtlinge“ gewinnen können. Damit trägt die Agentur einen erheblichen Teil zur Willkommenskultur bei. Außergewöhnlich ist, dass sich in diesem Bereich Menschen aller Altersgruppen engagieren. Männer und Frauen beteiligen sich gleichermaßen. „Und wir haben hier besonders viele Akademiker, was sehr hilfreich ist und zu den sehr guten Ergebnissen beiträgt“, so Höhnemann.

Arbeit mit Senioren und Flüchtlingen

Neben dem Thema Flüchtlingshilfe ist der zweite große Bereich, um den sich das Kompetenzzentrum kümmert, die Arbeit mit Senioren. Der demografische Wandel verlange ein hohes Engagement, so Höhnemann. Hier helfen vor allem viele Frauen im Ruhestand. Sie kümmern sich unter anderem als ehrenamtliche Alltagsbegleiter um Senioren, beschäftigen sich mit ihnen, gehen gemeinsam spazieren oder kochen zusammen. „Viele ältere Menschen sind den ganzen Tag allein. Dieser Vereinsamung müssen wir entgegenwirken. Dabei sind die Alltagsbegleiter eine große Hilfe“, macht Höhnemann deutlich. Die Resonanz der Betroffenen und der Angehörigen sei überwältigend. Häufig würden die Angehörigen berichten, dass Vater oder Mutter wieder richtig aufleben. Aber nicht nur Positives wird thematisiert. Einmal im Monat treffen sich die Alltagsbegleiter zur Auswertung. Dabei können sie Fragen stellen und Probleme ansprechen.

Sehr gut angenommen wird auch die Regionalstelle in Falkensee. Hier bieten Ehrenamtler unter anderem eine Schuldnerbegleitung an. Zudem finden in der Regionalstelle verschiedene Schulungen statt und auch die Arbeitsgemeinschaft „Wohnen im Alter“ findet großen Anklang.

Trotz der Erfolge, auf den Lorbeeren ausruhen will sich Ingeborg Höhnemann nicht. Sie hat sich für 2016 feste Ziele gesteckt: „Wir wollen natürlich möglichst viele Ehrenamtler weiter begleiten und neue dazu gewinnen, um sie dann dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden. Dabei wird die Flüchtlingsarbeit sich im Fokus stehen.“ Zudem will Höhnemann, die von einer hauptamtlichen Mitarbeiterin und zwei Teilzeitkräften unterstützt wird, die Regionalstelle in Nauen wieder beleben. Im Sommer musste diese wegen Umbaumaßnahmen geschlossen werden, ab Februar sollen dort wieder nach Bedarf donnerstags Beratungen angeboten werden. Außerdem wird es noch im ersten Quartal den nächsten Kurs „Interkulturelle Kompetenzen“ geben, der für die Arbeit der Flüchtlingspaten besonders wichtig ist. Und im April ist eine Festveranstaltung anlässlich des 10. Geburtstags des Kompetenzzentrums im Schloss Ribbeck geplant.

Keine kurzfristige Angelegenheit

„Diese Arbeit ist keine kurzfristige Angelegenheit. Viele engagieren sich über Jahre, einige sind sogar von Anfang an dabei“, betont die Leiterin. Ohne die vielen hilfsbereiten Menschen und das umfangreiche Partnernetzwerk, wäre die Agentur nicht da, wo sie heute steht.

Die Agentur für bürgerschaftliches Engagement

Träger des Kompetenzzentrums ist das Wohn- und Pflegezentrum Havelland GmbH, ein Tochterunternehmen der Havelland Kliniken Unternehmensgruppe.

Hauptförderer ist der Landkreis Havelland.

Das Kompetenzzentrum ist Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen und hat 2007 die entsprechende Landesarbeitsgemeinschaft mitgegründet.

Mehrere hoch dotierte Preise bekam das Kompetenzzentrum. Unter anderem im Jahr 2006 den mit insgesamt 13 000 Euro dotierten Otto-Mühlschlegel-Preis.

 

Von Christin Schmidt

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