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Havelland Der Feuerwehr laufen die Leute davon
Lokales Havelland Der Feuerwehr laufen die Leute davon
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16:37 11.03.2018
Die Feuerwache ist neu, aber Personalprobleme werden damit nicht gelöst. Quelle: Marlies Schnaibel
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Falkensee

Der Falkenseer Feuerwehr laufen die Leute davon. Gerade sind drei Kündigungen auf den Tisch geflattert, andere Mitarbeiter der hauptamtlichen Feuerwehr haben ihren Weggang zumindest schon angekündigt. Grund für einen Beschluss über die Verbeamtung von hauptamtlichen Feuerwehrleuten, den die Abgeordneten am Mittwoch im Schnellgang fassten, ohne ihn vorher in den Ausschüssen beraten zu haben.

Notgedrungen zugestimmt

Mit großer Mehrheit stimmten die Abgeordneten für den Antrag, allerdings mit der besonderen Situation: Sie stimmten notgedrungen dafür, obwohl die meisten das Beamtentum kritisch sehen und ablehnen.

Prekäre personelle Situation

Die Verwaltung hatte den Antrag gestellt. Bürgermeister Heiko Müller begründete die Dringlichkeit der Sache und warb für die schnelle Entscheidung. Er erinnerte daran, dass Feuerwehrleute in den 90er-Jahren schon mal verbeamtet worden waren, dass es dann einen Stadtverordnetenbeschluss dagegen gab. Nun sei aber in den letzten Wochen eine prekäre personelle Situation entstanden.

Angebote in anderen Städten

Müller verwies darauf, dass in Brandenburg/Havel die Feuerwehr massiv ausgebaut wird, dass in Potsdam, Oranienburg und Berlin Feuerwehrleute verbeamtet werden. Auf die letzte Ausschreibung habe die Stadt Falkensee keine Bewerbung eines ausgebildeten Fachmannes mehr erhalten. Falkenseer Feuerwehrleute gehen in andere Wachen. „Wir sind als Arbeitgeber nicht attraktiv“, musste der Verwaltungschef feststellen. Andere Arbeitgeber bieten deutlich bessere Bedingungen. Deshalb warb er für die Verbeamtung.

Kritik an Arbeitsklima und Führungskultur

Die CDU-Fraktion steht dem Thema „sehr aufgeschlossen“ gegenüber, versicherte Fraktionsvorsitzende Daniela Zießnitz, „es gehe aber nicht nur um Geld, sondern auch um Arbeitsklima und Führungskultur.“

„Wir sind keine Anhänger des Beamtentums, aber sagen zähneknirschend ja“, begründete Peter Kissing das überwiegende Votum der SPD-Fraktion.

Erhebliches Bauchgrimmen

„Auch wir haben prinzipielle Gründe gegen das Beamtentum. Aber mit Prinzipien löscht man keine Brände“, argumentierte Norbert Kunz von den Linken, die für den Beschluss stimmten. Mit „erheblichen Bauchgrimmen“ stimmte auch Amid Jabbour (FDP) zu. Die AFD unterstützte den Antrag, sieht aber noch viele offene Fragen.

In der Fraktion der Grünen gingen die Meinungen auseinander. Ursula Nonnemacher begründete ihr Nein in der Sache. Verbeamtung wäre nicht der richtige Weg, die Arbeitsplätze attraktiv zu machen und den Fachkräftemangel zu beseitigen. „Wir handeln uns eine gemischte Truppe aus Beamten und Angestellten ein“, sagte sie, das sei nicht gut. Außerdem werfe es ähnliche Fragen für THW, Notarzt und Rettungsdienst auf.

Ob die Falkenseer Feuerwehrleute künftig verbeamtet werden oder nicht, muss im Einzelfall geprüft werden. Für ältere Angestellte wäre das nicht attraktiv.

Von Marlies Schnaibel

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