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Der Herr der Steine

Milower Land Der Herr der Steine

Horst Brix aus Bützer bewahrt auf seinem Hof in Bützer einen viele Millionen Jahre alten Schatz auf. Der 80-Jährige hat über Jahre Steine aus aller Welt gesammelt – Achate aus Brasilien, versteinerte Korallen und Hölzer, Erze und vieles mehr. Langsam muss er sich Gedanken machen, was aus seinem kleinen Museum werden soll.

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Horst Brix in seinem kleinen Museum in Bützer. Seit vielen Jahren sammelt er verschiedenste Steine aus aller Welt.

Quelle: Christin Schmidt

Bützer. Die einen sehen in einem Stein nur eine graue Klamotte, ein Stück Natur, dem sie keine Beachtung schenken. Horst Brix aus Bützer aber weiß, dass sich oftmals hinter der unscheinbaren Fassade eines Gesteins oder Minerals ein viele Millionen Jahre alter Schatz verbirgt. Der 80-Jährige beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit Mineralogie. „Schon in der Schule habe ich mich besonders für Chemie und Biologie interessiert, die Naturwissenschaften und das Zeichnen lagen mir sehr“, erinnert sich Brix.

Seit 1940 lebt er im Havelland, in Premnitz ließ er sich zum Chemiefacharbeiter ausbilden, und vor der Wende war er Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Mineralogie. Über Jahre sammelte Horst Brix Achate, Korallen, versteinerte Hölzer, Erze und vieles mehr. Anfangs bewahrte er seine Schätze im Keller auf, doch der wurde schnell zu klein. Also baute er vor etwa zehn Jahren auf seinem Grundstück ein kleines, aber feines Museum. Selbst Menschen, die für Steine nicht viel übrig haben, dürfte dieses Häuschen zum Staunen bringen.

Vom Vesuv brachte Horst Brix eine Vulkanbombe mit

Auf Glas und Holzplatten hat Horst Brix eine umfangreiche Sammlung aufgebaut. Dort funkeln Achate aus Brasilien, versteinerte Korallen ziehen mit ihren außergewöhnlichen, filigranen Formen den Blick des Betrachters auf sich. Bis an die Decke ist der Raum gefüllt. Wenn Horst Brix die Deckenstrahler anschaltet, bringt er eine ganze Wand zum Funkeln.

Dem Bützeraner geht es aber längst nicht nur um die Schönheit seiner Exponate. „Wer sich mit Steinen beschäftigt, muss auch etwas über sie wissen“, sagt der rüstige Senior. Dass er sich ausgiebig mit der Materie beschäftigt hat, wird schnell klar. Zu jedem Stück, dass er in die Hand nimmt, weiß er Spannendes zu berichten. Da ist das versteinerte Stück Holz, dass beim Autobahnbau in der Nähe von Leipzig gefunden wurde und rund 120 Millionen Jahre alt sein dürfte. Oder der Achat aus dem Schwarzwald, den er selbst geschliffen und poliert hat. „Erst durch das Polieren kommt die Farbe eines Steins heraus“, erklärt Brix und streicht über die glatte, glänzende Oberfläche. Auf dem Tisch vor ihm liegen geschnittene und polierte Achate  aus Brasilien. „Die habe ich mal von einem Händler in Tschechien gekauft“, verrät Horst Brix.

Horst Brix sucht jemanden, der seine Sammlung übernimmt

Gern wäre er früher selbst mehr umhergereist, um sich auf die Suche nach besonderen Funden zu begeben. Doch als DDR-Bürger waren seine Reisemöglichkeiten lange Zeit deutlich eingeschränkt. Vor einigen Jahren fuhr er mit seiner Frau nach Italien, wo er auf den Vesuv stieg und eine sogenannte Vulkanbombe fand. Darin verbargen sich kleine Olivinkristalle, ein Mineral das seinen Namen seiner olivgrünen Farbe zu verdanken hat. Und im sächsischen Schlottwitz entdeckte Brix einst einen roten Achat. „Für viele sind das einfach nur graue Klamotten, tatsächlich sind es aber Fossilien“, sagt Horst Brix und zeigt auf die in Kalksandstein eingeschlossenen Belemnite, den meisten unter dem Begriff Donnerkeil bekannt.

„Das sind versteinerte Kopffüßer“, erklärt der Sammler bevor er eine Kaurischnecke, auch Porzellanschnecke genannt, in die Hand nimmt. „Diese waren früher ein beliebtes Zahlungsmittel in der Südsee sowie in Afrika, Süd- und Ostasien.“ Christa Brix kann die Leidenschaft ihres Mannes in Teilen nachvollziehen. „Die Steine sind wirklich wunderschön. Aber sie stauben auch schnell ein“,  gibt sie mit einem Blick auf das Regal voller Steine in der Küche zu bedenken. Ein besonders schönes Exemplar hat sogar einen Platz auf der Anrichte bekommen.

Langsam macht sich Horst Brix aber Gedanken, was aus seiner umfangreichen Sammlung werden soll. „Ich würde mich freuen, wenn sie jemand übernimmt“, sagt der 80-Jährige. Gern ist er auch bereit Interessierten Auskunft über Mineralien und Fossilien sowie über den Einsatz und die Verarbeitung von Natursteinen zu geben.

Von Christin Schmidt

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