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Der Kampfläufer ist selten geworden

Vogelart im Naturpark Westhavelland Der Kampfläufer ist selten geworden

Das Wappentier des Naturparks Westhavelland droht aus der Landschaft zu verschwinden. Der Kampfläufer steht seit 1998 als Symbol für die Region, brütet aber gar nicht mehr in der Gegend. Wer ihn sehen will, muss sehr viel Glück haben.

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Der Kampfläufer ist selten geworden.

Quelle: privat

Parey. Mit seinen 1315 Quadratkilometern ist der Naturpark Westhavelland das größte zusammenhängende Feuchtgebiet im Binnenland des westlichen Mitteleuropas. Nun haben die Naturschützer aber Sorgen: Das Wappentier des Naturparks droht aus der Landschaft zu verschwinden.

Das Wappentier ist der 26 bis 32 Zentimeter große und im Aussehen prächtige Kampfläufer (Philomachus prugnax). Der zur Familie der Schnepfenvögel gehörende, streng geschützte Kampfläufer ist auch in anderen Gebieten Europas verbreitet. Der Brutvogel liebt feuchte Niederungswiesen. Deren Schutz würde internationale Bedeutung haben, begründeten 1998 das Landesumweltamt und Naturparkkuratorium ihre Entscheidung für das Wappentier.

Der Kampfläufer gehört zu den Zugvögeln und kommt als solcher im Frühjahr in das Westhavelland. Bei weitem aber nicht in der hohen Anzahl von Gänsen zum Beispiel, von denen Tausende den Gülper See bevölkern. Im Vergleich dazu wirkte das Vorkommen der Kampfläufer schon im Jahr der Gründung des Naturparks bescheiden. 1998 waren es noch etwas mehr als 100 Exemplare, die ins westhavelländischen Naturparkgebiet kamen. Deshalb sollte der Kampfläufer dem Naturpark nicht nur als Logo dienen, sondern auch ein Symbol sein für den Naturschutz im Westhavelland.

Dennoch ist das Wappentier rar geworden in der westhavelländischen Natur. Ein Kampfläufer sei kaum noch zu sehen in der Landschaft, sagt Sabine Clausner von der Naturwacht Westhavelland. „Dafür bedarf es schon sehr viel Glück.“ Brüten würde der Kampfläufer nicht mehr im Westhavelland. 1996 sei das letzte Brutpaar gesichtet worden, berichtet Johann-Joachim Seeger, Ornithologe und Monitorringexperte.

Wie der Kampfläufer seien auch andere Limikolenarten, zum Beispiel Uferschnepfe und Rotschenkel, so gut wie nicht mehr zu beobachten in der Landschaft, erklärt Seeger weiter. Die Ursachen dafür sieht er in einer lange intensiv mit sehr viel Düngung betriebenen Landwirtschaft. Zudem würden Kampfläufer & Co. immer weniger Nahrung finden im Westhavelland. Es gäbe zum Beispiel immer weniger Mücken, nennt der Ornithologe als Beispiel eines ärmer werdenden Speiseplanes für solche Vogelarten.

Die natürlichen Bedingungen für den Kampfläufer und andere Vogelarten wären im Westhavelland in den letzten Jahren eigentlich besser geworden, sagt Sabine Clausner. Sie sieht in dem stark zugenommenen Raubwildbestand ein großes Problem für die Vogelarten. Waschbären, Mink und andere Raubtiere würden ihnen zusetzten und Eier holen aus den Nestern, so die Naturparkrangerin.

Der Kampfläufer war in Mitteleuropa bis ins 19. Jahrhundert weit verbreitet. Entwässerungsmaßnahmen und eine veränderte Landwirtschaft führten zu Lebensraumverlusten mit der Folge dramatischer Bestandseinbußen und Aufgabe von Brutarealen. Die heutigen vornehmlichen Brutareale des Kampfläufers erstrecken sich vom Nordwesten Europas und in die feuchte Taiga Osteuropas bis in die Tundren Ostsibiriens.

Von Norbert Stein

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