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Der Kirchberg ist seit jeher ein Ort des Wandels

Rathenow Der Kirchberg ist seit jeher ein Ort des Wandels

Derzeit gibt es Auseinandersetzungen zu der Frage, ob ein freies Grundstück vor dem Chor der Kirche auf dem Rathenower Kirchberg bebaut werden soll oder nicht. Die Stadt Rathenow treibt das Projekt voran und belegt mit alten Fotos, wie eng das Gebiet früher bebaut war.

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So soll das freie Grundstück auf dem Kirchberg nach der Bebauung aussehen.

Quelle: kweiser

Rathenow. Die meisten Rathenower kennen das freie Grundstück vor dem Chor der Sankt-Marien-Andreas-Kirche als unbebaute Fläche. Ein Blick auf historische Fotos zeigt indes, dass dies längst nicht immer so war. Vom Mittelalter an gab es rund um die Kirche einen engen Ring von Wohnhäusern. Dieser Zustand soll nach dem Willen der Stadtverordneten wieder hergestellt werden.

Der Zuschlag für ein entsprechendes Nutzungs- und Bebauungskonzept wurde Anfang Dezember von den Stadtverordneten an die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR) vergeben. Zuvor hatte eine Fachjury aus fünf anonymisierten Entwürfen einen Favoriten bestimmt, der dann in der SVV-Sitzung bestätigt wurde.

Nach Auskunft von KWR-Geschäftsführer Hartmut Fellenberg geht es jetzt darum, den Entwurf so zu konkretisieren, dass er umgesetzt werden kann. Der B-Plan müsse dann dementsprechend geändert werden. Dabei handele es sich um ein relativ langwieriges Verfahren. Von KWR-Seite werde man sich aber bemühen, den umsetzbaren Entwurf so schnell wie möglich hinzubekommen.

Fellenberg kündigte an, dass Änderungs- und Verbesserungshinweise der Jury in diesen Entwurf eingearbeitet werden sollen. Die Forderung etwa, die Kleinteiligkeit der Bebauung zu akzentuieren und die Bebauungshöhe zu verringern, werde man prüfen und – wenn möglich – erfüllen. Auch der Hinweis auf eine variablere Gestaltung der Dächer werde in die konkreten Planungen einfließen.

Bestimmte Dinge aber seien unverrückbar. Auf die auch von der Jury gutgeheißene Tiefgarage etwa könne nicht verzichtet werden. Das vorhandene Grundstück sei so klein, dass für Autos schlicht und einfach kein Platz mehr sei. Schließlich sei eine der Vorgaben im Wettbewerb gewesen, ein Wohnquartier mit hoher Attraktivität zu schaffen. Ohne eine Tiefgarage könne der vorhandene Raum nicht attraktiv genutzt werden.

Diese historische Aufnahme zeigt, dass das freie Grundstück vor dem Chor früher eng bebaut war

Diese historische Aufnahme zeigt, dass das freie Grundstück vor dem Chor früher eng bebaut war.

Quelle: Stadt Rathenow

Dem ausgewählten Entwurf der KWR zufolge sollen auf der 1100 Quadratmeter großen Freifläche acht Gebäude mit zwölf Wohnungen errichtet werden, ein weiteres freistehendes Haus soll sich architektonisch von den anderen Bauten abheben. Hier könnte ein Gemeindezentrum der Kirche einziehen. Fellenberg zufolge wird man sich mit Vertretern der Kirche zusammensetzen, um herauszufinden, wie die Anforderungen an ein solches Zentrum in die KWR-Konzeption integriert werden können.

Die grundsätzliche Entscheidung, das freie Grundstück vor dem Chor der Kirche wieder zu bebauen, fällten die Rathenower Stadtverordneten bereits im Jahr 2006. Gleichwohl flammte Ende des vergangenen Jahres, als es um die konkrete Nutzungskonzeption ging, die Debatte über Sinn und Unsinn einer Bebauung auf. Während die Befürworter der Meinung sind, die kriegsbedingte Bebauungslücke zu schließen und den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, wollen die Gegner den freien Blick auf die Kirche unbedingt erhalten. Eine Mehrheit der Stadtverordneten votierte Ende des vergangenen Jahres für eine Bebauung. Und dieser Beschluss steht.

Von Markus Kniebeler

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