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Ein Mittler zwischen den Welten

Die verbindende Kraft der Kunst Ein Mittler zwischen den Welten

Der japanische Maler Rin Terada zog im Jahr 2009 nach Rathenow, wo er bis heute eine kleine Wohnung und ein großes Atelier besitzt. Seitdem widmet er sich nicht nur der eigenen Arbeit, sondern setzt sich für den künstlerischen Austausch zwischen Deutschland und Japan ein. Rathenow wird Arbeits- und Rückzugsort bleiben.

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Der Maler Rin Terada in seinem Rathenower Atelier.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Was macht eigentlich Rin Terada? Von dem aus Japan stammenden Maler, der seit 2009 in Rathenow lebt und seitdem das kulturelle Leben der Stadt mit Ausstellungen und Kunstaktionen bereicherte, hat man seit Längerem nichts mehr gehört. Was kein Wunder ist. Denn Rin Terada war lange weg. Weit weg. Fast ein halbes Jahr hat er in der japanischen Stadt Oda verbracht, wo er ein altes Fabrikgebäude zu einem Kunstzentrum ausbaut.

Inhaltlich ist die Distanz aber lange nicht so groß wie die geographische Entfernung zwischen Rathenow und Südjapan. Denn in seiner Heimat setzt Terada fort, was vor fünf Jahren im Havelland begann und zu einer Art Lebensprojekt des 67-Jährigen geworden ist: Der kulturelle Austausch zwischen Ost und West, die Herstellung und Vertiefung von künstlerischen Beziehungen zwischen Deutschland und Japan, die Verständigung zwischen den Welten.

Auszeichnung für soziales und künstlerisches Engagement

Terada, der nach wie vor in der Paracelsusstraße ein großes Atelier besitzt, hat in Rathenow entdeckt, wie spannend der Kulturaustausch zwischen seiner fernöstlichen Heimat und Deutschland ist. Im Kulturzentrum hat er nicht nur eigene Werke präsentiert, sondern zwei große Ausstellungen mit japanischen Künstlern kuratiert. Malern des Rathenower Küntlerkreises ebnete er den Weg nach Tokio, wo diese im Sommer 2014 Arbeiten präsentieren durften. Nach dem verheerenden Tsunami, der im Jahr 2011 die Gegend um seine Geburtsregion Sendai verwüstete, organisierte Terada eine große Spendenaktion für die Tsunami-Opfer. Und als zwei Jahre später das Elbhochwasser Teile des Havellandes heimsuchte, versteigerte Terada eigene Werke, um den Betroffenen zu helfen. Für sein soziales wie künstlerisches Engagement wurde Terada mit dem Kulturförderpreis der Stadt Rathenow ausgezeichnet.

So einfach davonmachen kann sich der Mann also nicht. Will er auch gar nicht. Seit einigen Tagen ist er wieder in Deutschland. Und wenn es die Zeit erlaubt, zieht er sich in sein Rathenower Atelier zurück, um in aller Ruhe zu arbeiten. Einige seiner typischen mit Gold- oder Silberfolie veredelten – oder besser verfremdeten – Arbeiten zeugen von einem neuen Kreativitätsschub.

Die Zeit für die eigene künstlerische Arbeit ist allerdings begrenzt. Im kommenden Jahr will Terada bei der Berliner Liste, einer der großen Kontakt- und Verkaufsmessen der weltweiten Kunstszene, junge, unbekannte Maler aus Japan präsentieren. Und vielleicht gelingt es ihm, im Anschluss einige der Arbeiten nach Rathenow zu holen. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich der ferne Osten und das Abendland in der havelländischen Kreisstadt ganz nahe kommen.

Zur Person: Rin Terada

Der Maler Rin Terada wurde 1948 in Aomori (Japan) geboren. Im Jahr 2000 kam er nach Deutschland. Im Jahr 2009 zog er nach Rathenow. In seinem Atelier in der Paracelsusstraße lässt er seiner Kreativität freien Lauf. Terada vereint in seinen Werken Elemente traditioneller japanischer Malkunst mit Stilmitteln der modernen Malerei.

Bekannt ist Terada vielen Rathenowern durch die große Spendenaktion, die er 2011 für die Tsunami-Opfer organisierte.

Im Sommer 2013 versteigerte er eigene Werke, um den Betroffenen des Elbhochwassers zu helfen.

2013 wurde Terada mit dem Rathenower Kulturförderpreis geehrt.

Zwei große Ausstellungen mit japanischen Künstlern hat er bereits in Rathenow kuratiert.

Von Markus Kniebeler

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