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Havelland Der Ötzi von Milow ist über 5000 Jahre alt
Lokales Havelland Der Ötzi von Milow ist über 5000 Jahre alt
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00:21 31.08.2017
Ungefähr so muss er ausgesehen haben, der Mann von Milow. Das Dorf hat – salopp gesagt – seinen eigenen Ötzi. Quelle: privat
Milow

Zwei Männer stehen für das Tun und Treiben des Kulturvereins Milower Land. Holger Schiebold und Winfried Ganzer haben sich ganz der Milower Sache verschrieben. Schiebold ist seit vielen Jahren Gemeindevertreter, Winfried Ganzer ist als Bürgermeister, Ortsbürgermeister und nun Ortsvorsteher schon lange an der Spitze des Dorfes, das der Gemeinde den Namen gibt.

Gut für Milow und das Umland

Holger Schiebold und Winfried Ganzer sind auch die Protagonisten eines besonderen Ereignisses, das für das Milower Land und seine touristische Einordnung noch heute Bedeutung hat. Im Besucherzentrum Naturpark Westhavelland in der Stremmestraße ist seit einiger Zeit die Nachbildung des Schädels des „Mannes von Milow“ zu besichtigen. Der Mann von Milow lebte vor rund 5300 Jahren in der Jungsteinzeit. Der älteste bekannte Havelländer kehrte in sein Heimatdorf zurück. Sicher aufbewahrt ist die Nachbildung in einer Vitrine. René Riep, der das Besucherzentrum für den Nabu leitet, freut sich: „Nachdem die Ausstellung in unserem Besucherzentrum in den letzten zwei Jahren erweitert und neu gestaltet wurde, ist der Mann von Milow eine echte Bereicherung zur Regionalgeschichte.“

Winfried Ganzer mit der Nachbildung des Schädels. Quelle: N. Stein

Winfried Ganzer erinnert sich noch gut, wie schwierig es war, eine Replik des „Mannes von Milow“ an die Stremme zu bekommen. Mit Hilfe zahlreicher Sponsoren wurde die Nachbildung des Schädels erfolgreich realisiert. Begonnen hatte alles gut eineinhalb Jahre vorher, Anfang 2013. Holger und Sigrid Schiebold besuchten das Archäologische Landesmuseum im Paulikloster in Brandenburg. „Meine Frau hat beim Rundgang den Mann von Milow entdeckt“, sagt Holger Schiebold, der als Gemeindevertreter den Tourismusausschuss Milower Land vorantreibt. „Mir war sofort klar gewesen, dass der Mann von Milow in irgendeiner Form wieder nach Milow gehört.“ Schiebold und Ganzer begannen, für ihr Projekt Werbung zu machen. „Es war doch klar, dass wir zur Bundesgartenschau im Jahr 2015 etwas Besonderes bieten wollten, da kam uns die Sache mit dem Mann von Milow wie gerufen“, erinnern sich Schiebold und Ganzer.

Der Entdecker

Entdeckt wurde der „Mann von Milow“ aber von Wolfgang Bünnig 1967 bei Schachtarbeiten für eine Wasserleitung. Bünnig war damals 16 Jahre alt. Er ist Archäologe geworden und arbeitet heute bei der Unteren Denkmalschutzbehörde der Kreisverwaltung Havelland. Bei den Bauarbeiten vor 47 Jahren wurde auf dem Grundstück Ernst-Thälmann-Straße 5 (heute Stremmestraße) eine Grabstelle entdeckt. Nachdem der Fund dem Museum für Ur- und Frühgeschichte gemeldet worden war, erfolgte eine Notgrabung. Dabei kamen die Reste eines in linker Hocklage befindlichen Skeletts zutage. Die unteren Knochen lagen tiefer. Der Schädel und das Beigefäß waren schon nicht mehr in ihrer ursprünglichen Lage. Anhand einer beigegebenen Tasse gelang es, den Fund dem Frühsteinzeitalter zuzuordnen. Seit 2008 befinden sich die Originalfunde im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg an der Havel. Das Gesicht des Mannes wurde im Jahr 2006 in Zusammenarbeit zwischen der Charité Berlin und dem Landeskriminalamt Brandenburgs erfolgreich rekonstruiert. Mit Hilfe neuster wissenschaftlicher Untersuchungsmethoden wurde schließlich festgestellt, dass der „Mann von Milow“ etwa 1,65 Meter groß gewesen ist und einen ziemlich müden Eindruck machte.

Der Mann von Milow wird entdeckt. Quelle: privat

Er ist zuhause, der Mann von Milow und zahlreiche Gäste haben ihn besichtigt, seit die Replik und die Informationstafeln enthüllt wurden. Sicher war das einer der nachhaltigsten Vorhaben, die der Kulturverein begleitete. Aber die Mitglieder machen noch mehr. Sie beleben den alten Gutshof, zum Beispiel zum Weihnachtsmarkt oder zum Bauernmarkt. Im weitesten Sinne dazu gehört auch ein Druckerzeugniss, der Milower Ortsreport. Winfried Ganzer und Holger Schiebold sind Mitinitiatoren der Kümmer-Dich-Tour, mit der man die touristische Attraktivität des Milower Landes weiter befördern will – damit der Mann von Milow auch weiter seine Bewunderer hat.

Von Joachim Wilisch

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