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Havelland Der Ornithologe Horst Schreiber ist tot
Lokales Havelland Der Ornithologe Horst Schreiber ist tot
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10:40 15.11.2017
Der Naturschutz war sein Leben: Horst Schreiber. Quelle: Privat
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Falkensee

Sein Name war jahrzehntelang untrennbar mit dem Kranichschutz im Osthavelland verbunden: Am Sonntagabend starb der langjährige Kranichbeauftragte Horst Schreiber nach schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren. Zuletzt war es ihm aus gesundheitlichen Gründen schon nicht mehr möglich gewesen, aktiv in der Kranichgruppe mitzuwirken.

Mehr als fünf Jahrzehnte lang hatte sich Schreiber dem Naturschutz verschrieben. Alles fing mit einem angeschossenen Bussard an, den er 1964 nahe Falkensee fand. Danach widmete er sich immer mehr der Ornithologie, trat der entsprechenden Gruppe im Kulturbund bei. In der Vogelschutzwarte auf Hiddensee machte er seine Beringer-Prüfung und markierte fortan Kleinvögel. Später beringte er Störche und auch Schwäne, was ihm den Spitznamen „Herr Lohengrin“ einbrachte.

Horst Schreiber kümmerte sich darüber hinaus unter anderem um Enten, Limikolen, Greif- und Singvögel sowie um heimische und nordische Wildgänse. Vor allem aber widmete er sich dem stolzen Kranich. Ihm ist es mit zu verdanken, dass das Rhin-Havel-Luch zum europäischen Vogelschutzgebiet SPA erklärt wurde, für das er sich zusammen mit Ekkehard Hinke eingesetzt hatte.

Vor allem lag Schreiber im Laufe der Jahre der Rastplatz Nauen am Herzen, den er seit 1974 betreute. Ungezählt sind die vielen Stunden, die er gemeinsam mit Mitstreitern alljährlich mit der Zählung der Vögel zubrachte, die sich auf den Sammelplätzen einfanden – etwa bei Utershorst. 1978 wurde er durch die zuständige Umweltbehörde offiziell mit der Kranicherfassung im damaligen Kreis Nauen betraut. Dazu gehörte die Zählung der Rastvögel sowie die Betreuung der Brutpaare.

Während seiner über 40-jährigen Arbeit für den Vogelschutz – erst in der DDR im Rahmen des Kulturbundes, später für den Nabu Regionalverband Osthavelland sowie für Kranichschutz Deutschland – kartierte er in nahezu allen Schutzgebieten des Alt-Kreises Nauen, hielt Lichtbildervorträge, führte Vogelstimmen-Wanderungen durch, betreute Gruppen von Vogelfreunden und leistete so manchen freiwilligen Arbeitseinsatz zur Erhaltung der Biotope. Noch im Juni dieses Jahres erhielt der Falkenseer für seine Verdienste die silberne Ehrennadel des Nabu.

Bei der Beringung der Störche bekam Horst Schreiber einst auch Unterstützung von Dieter Stark, dem langjährigen Storchenvater im Osthavelland. Gemeinsam kletterten sie dazu auch auf Scheunen, was nicht ganz ungefährlich war. Starks Frau Ursula kennt ihn seit Anfang der 70er-Jahre. „Horst Schreiber war mit Leib und Seele Ornithologe und hat sich da einen Namen gemacht“, sagt sie. Sein Wissen habe er anderen übermittelt.

Eine, die viel von ihm lernen konnte, ist Anke Goersz, die sich heute um den Kranichrastplatz Jahnberge kümmert. Als sie ihn 1999 kennenlernte und sich für den Vogelschutz einsetzen wollte, war er der früheren Berlinerin gegenüber anfangs skeptisch. Erst ein Jahr später – als er merkte, dass sie es ernst meint – nahm er sie mit zum Heiligtum, dem Kranich-Schlafplatz. „Begeisterung hat er gefördert, ich war sein Ziehkind“, sagt sie heute. „Die Kraniche und der Schlafplatz Nauen, das war sein Leben.“

Von Andreas Kaatz

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