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Der ROW-Brache geht ein Licht auf

Chinesischer Investor will das Gelände wiederbeleben Der ROW-Brache geht ein Licht auf

Das ist der sprichwörtliche Lichtblick: Ein chinesischer Geschäftsmann will in die ROW-Brache in der Wilhelm-Külz-Straße in Rathenow investieren. Er plant, in diesem Gebäude LED-Leuchten herstellen zu lassen. 

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Die seit Jahren leer stehenden ROW-Gebäude in derWilhelm-Külz-Straße sollen wiederbelebt werden.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Seit einigen Jahren interessieren sich Geschäftsleute aus China für die Region Rathenow. Dank der Initiative des ehemaligen Rathenower Wirtschaftsamtsleiters Norbert Heise hat es bereits erste Firmengründungen gegeben. Bislang allerdings hat es sich um einzelne, sporadisch besetzte Büros gehandelt, mit denen die Chinesen einen Fuß in den deutschen Markt setzen wollen.

Doch nun deutet sich die erste größere Investition an. Offenbar gibt es das ernsthafte Interesse eines chinesischen Geschäftsmannes, in Rathenow LED-Leuchten produzieren zu lassen. Derzeit halte man Ausschau nach einem geeigneten Produktionsstandort, sagt Norbert Heise, der als Geschäftsführer des TGZ Rathenow immer noch in engem Kontakt zu den investitionsfreudigen Chinesen steht. Und offenbar ist das ehemalige ROW-Areal an der Wilhelm-Külz-Straße als möglicher Standort der Produktionsstätte in die engere Wahl gekommen. Im jüngsten Rathenower Bauausschuss jedenfalls stand ein Beschluss auf der Tagesordnung, mit dem der Weg frei gemacht werden soll für eine gewerbliche Nutzung des Areals.

Wenn man Norbert Heise auf die Sache anspricht, spürt man, dass er den Ball flach halten will. "Das ist noch ein ganz zartes Pflänzchen", sagt er. Die Standortfrage sei noch nicht geklärt, die Verhandlungen mit dem Eigentümer der leer stehenden Immobilie müssten noch geführt werden. "Natürlich wär’s schön, wenn die Sache klappt", sagt Heise. "Aber das ist noch ein weiter Weg."

Immerhin, die ersten Schritte auf diesem Weg sind absolviert. Der Investor, der Ende 2012 in Rathenow die Chinese-German Invest GmbH (CGI) ins Leben rief, hat bereits einen Firmenableger gegründet und ins Handelsregister eintragen lassen. Die IDPC GmbH, dem Eintrag nach zuständig für die Forschung, Entwicklung und den Vertrieb von Lampen und Leuchten, soll die Vorbereitungen für die Neuansiedlung treffen. Auch Förderanträge sind bereits in Vorbereitung und erste Gespräche mit Banken sollen auch schon geführt worden sein. Wenn die Stadtverordneten dem B-Plan für die gewerbliche Nutzung des Geländes Ende Oktober zustimmen, wäre eine wichtige planungsrechtliche Hürde genommen.

In welcher Größenordnung sich das Vorhaben bewegt, wie viele Arbeitsplätze entstehen, wann es losgehen könnte ‒ all diese Fragen sind noch weit von einer Klärung entfernt. Jedenfalls soll neben der LED-Produktionslinie in Rathenow auch eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung aufgebaut werden. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Umsetzung eines solchen Vorhabens mit einem einstelligen Millionenbetrag nicht zu bewerkstelligen ist.

Was allerdings, wenn man die Größenordnung des chinesischen Mutterkonzerns in Betracht zieht, für den der Investor arbeitet, keine exorbitant hohe Summe ist. Unter dem Dach der Jiangsu High Hope International Group, in deren Vorstand der Geschäftsmann sitzt, sind über 280 Firmen mit 115.000 Mitarbeitern versammelt. Das Branchenspektrum reicht vom Maschinenbau über die Textilindustrie bis zur Spielwarenherstellung. Auch LED-Leuchten werden in China produziert. Das 1971 gegründete Unternehmen macht einen Jahresumsatz von 5,9 Milliarden US-Dollar und zählt zu den 300 größten Unternehmen in China überhaupt.

Von Markus Kniebeler

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