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Der Rest ist Brühe

Grundschüler besichtigten im MAZ-Zeitungsflirt-Projekt das Staakener Wasserwerk Der Rest ist Brühe

Wasser ist schon an sich eine recht farblose Angelegenheit - und im Wasserwerk sieht man gleich gar keins. Nur Rohre. Die Tanks sind unter der Erde, hinter Wänden. Die Schüler der Schönwalder Grundschule "Menschenskinder" haben dehalb umso mehr Interview-Fragen an den Technologen Oliver Reichel gestellt.

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Schüler an dem Becken, in dem der Eisen-Mangan-Schlamm gelagert wird.

Quelle: Oliver Fischer

Havelland. Zum Kinderbeeindrucken reicht das nicht, und Oliver Reichel, Technologe und seit 1997 für das Wasserwerk Staaken zuständig, musste deshalb ganz schön nach Fakten kramen, um die Klasse 6c der Schönwalder Grundschule "Menschenskinder" für seine Arbeit zu interessieren. Zahlen helfen dabei ungemein. Zum Beispiel die: 100 Meter tief sind die Brunnen, in denen das Wasser aus der Erde gepumpt wird. Oder die: 10000 Kubikmeter Wasser verlassen das Werk pro Tag durch die Rohrleitungen. Oder die: 80000 Menschen werden vom Wasserwerk versorgt. Oliver Reichel nannte Zahl um Zahl, und die Kinder hörten zu.

Die Schönwalder Grundschüler waren am Dienstag mit ihrer Lehrerin Elke Hoffmann an die Falkenseer Stadtgrenze gefahren, um sich erklären zu lassen, wie das Wasser in den Hahn kommt. Der Besuch gehörte zum Projekt "Zeitungsflirt". Deshalb hatten sich die Kinder Interview-Fragen ausgedacht, mit denen sie Reichel Löcher in den Bauch fragten. Sie wollten von ihm wissen, seit wann es Wasserwerke schon gibt, wie viele Menschen an den Pumpen arbeiten, ob das Wasserwerk auch nachts in Betrieb ist und wie man dort eine Anstellung bekommt. Zur letzten Frage konnte Oliver Reichel seine eigene Geschichte erzählen: Ingenieursstudium, hier und da gearbeitet, zwischendurch ein bisschen Wissenschaft betrieben und irgendwann bei der Osthavelländischen Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung gelandet - kurz Owa, das ist der Betrieb, der das Wasserwerk Staaken betreibt.

Interview: "Ein vielschichtiger Job"

Oliver Reichel arbeitet für die Owa. Über seinen Job sprach mit ihm die Klasse 6c.

MAZ : Herr Reichel, was gefällt Ihnen an Ihrem Job?
Oliver Reichel: Die Vielschichtigkeit. Ich habe mit Wasser und Abwasser zu tun und sehe auch viele Menschen.

Abwasser – ist das nicht eklig?
Reichel : Das ist eine Frage, was man eklig findet. Natürlich stinkt das, was aus den Fäkaliengruben gepumpt wird. Aber es kommt ja alles vom Menschen. Und letztlich wird das alles wieder gereinigt und aufbereitet.

Wer hatte die Idee, ein Wasserwerk zu bauen?
Reichel : Früher wurde Wasser per Hand über Brunnen gefördert, aber das war mühselig und uneffektiv. Die Menschheit hat irgendwann Pumpen entwickelt und die Wasserförderung automatisiert. Das ist aber schon ziemlich lange her. Das Wasserwerk in Staaken gibt es ja schon 100 Jahre.

Wie lange kann so ein Wasserwerk arbeiten?
Reichel : Bis der Strom ausfällt. Aber das kommt selten vor.

Oliver Reichel führte die Kinder dann noch übers Gelände und zeigte ihnen, was den Unterschied ausmacht zwischen dem Rohwasser, das aus der Erde gepumpt wird, und dem Reinwasser, das in die Leitungen geht. In dem einen sind noch Metalle enthalten. Aus dem anderen sind sie rausgefiltert. Der Eisen-Mangan-Schlamm bleibt im Wasserwerk - als ziemlich braune Brühe. Die hat die Kinder dann doch beeindruckt.

Von Oliver Fischer

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