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Havelland Der Spargel kommt direkt vom Feld
Lokales Havelland Der Spargel kommt direkt vom Feld
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00:18 15.05.2017
Ab 7 Uhr in der Früh wird in Hoppenrade der Spargel gestochen. Quelle: Danilo Hafer
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Hoppenrade

Schon ab sieben Uhr stehen die Helfer von Armin Rathfelder in diesen Tagen auf dem Spargelfeld in Hoppenrade (Havelland). Mit speziellen Erntevorrichtungen heben sie die Schutzfolie an, um an die begehrten Stangen zu gelangen, die hier und da ihre Köpfe aus der Erde strecken.

Der Boden müsse dabei vor allem eines sein: weich. „Dem Spargel darf sich nichts in den Weg stellen, sonst wird er krumm“, erklärt Rathfelder. Und krumme Stangen kaufen die deutschen Kunden nicht. „Spargel muss gerade, dick und schön weiß sein, das wollen die Leute so.“ Dass ein krummer Spargel genauso schmecke, wie ein gerader, interessiere dabei aber niemanden.

Gerade, weiß und schmackhaft – so lieben Deutsche den Spargel. Quelle: Danilo Hafer

Zwischen 200 und 300 Kilogramm Spargel holt Armin Rathfelder in diesen Tagen von seinen Feldern. Ganz zufrieden ist er damit allerdings nicht. „Derzeit sind wir mehr mit Laufen als mit Stechen beschäftigt, da es einfach zu kalt ist“, erklärt er. Bei den derzeitigen Temperauren wachse der Spargel im Schnitt einen Zentimeter pro Tag. Bei sommerlichen Werten weit über 20 Grad können es hingegen schon sechs bis acht Zentimeter sein.

Der Spargelhof

Der heutige Spargelhof wurden in den 1970er Jahren als Zuchtstall für Sauen errichtet.

1993 wurde das Gebäude schließlich zur Spargelhalle mit Hofladen umgebaut. Seither ist dieser während der Saison täglich geöffnet.

Seit 2003 bietet der Spargelhof zudem verschiedene Spargelgerichte im neu hergerichteten Bistro an. Im idyllischen Biergarten oder unter der Pergola im italienischen Stil können Besucher die Ruhe des Havellandes genießen.

Die kühlen Temperaturen hätten aber auch ihre Vorteile, vor allem für die Erntehelfer. „Im Sommer kann es auf dem Feld schon mal so heiß werden wie in Spanien, das macht dann keinen Spaß mehr“, sagt Rathfelder. Rund 18 Mitarbeiter auf dem Feld und noch einmal fünf in der Spargelhalle unterstützen den Spargelbauer während der Saison. In den zwei Monaten leben die Arbeiter in extra hergerichteten Unterkünften direkt auf dem Spargelhof. „Da wir nur ein kleiner Familienbetrieb sind, ist es bei uns sehr entspannt, wir kochen für unsere Helfer und sie müssen sich keine Zimmer zu zehnt teilen“, erklärt Armin Rathfelder.

Armin Rathfelder auf den Spargelfeldern im Osthavelland. Quelle: Danilo Hafer

Nach gut sieben Stunden sind die Helfer mit der Ernte der insgesamt rund neun Hektar großen Flächen fertig. Dann geht es sofort weiter in die Sortierhalle. Hier werden die Stangen vollautomatisch von einer Sortiermaschine in verschiedene Größen und Güteklassen eingeteilt, bevor sie schließlich in den Verkauf gehen. Im Hofladen, direkt neben der Sortierhalle, wartet der Spargel zusammen mit vielen anderen landwirtschaftlichen Produkten auf Käufer. Neben einem Stand im Havelpark in Dallgow-Döberitz ist dies die einzige Verkaufstelle von Armin Rathfelder.

Früher habe der Spargelbauer auch noch einen Großmarkt beliefert, das jedoch inzwischen aufgegeben. „Die Erzeuger sind bei der Preisverhandlung immer die Schwächeren, also haben wir uns eine eigene Nische als Direktvermarkter gesucht.“ Der Hofladen mit angrenzendem Spargelbistro ziehen seither jedes Jahr Gäste auf den Hof am Rand von Hoppenrade.

„Es gibt zum Glück noch immer genug Menschen, die Frische und Authentizität zu schätzen wissen“, freut sich Rathfelder. Wer seinen Hof besucht, kann dort auch hinter die Kulissen schauen. Das ist dem aus Süddeutschland stammenden Landwirt wichtig.

Den Hof in Hoppenrade übernahm Armin Rathfelder 1991. Seither hat er viel in den Betrieb investiert. Die Zeit nach der Wende sei noch sehr chaotisch gewesen, erinnert er sich. „Ich weiß noch, dass ich damals kein Telefon hatte und auch alles zu Fuß erledigen musste, aber das ging, weil die Menschen hier unglaublich hilfsbereit waren“, erzählt er von den Anfangsjahren. Heute würde Armin Rathfelder jedoch keinen Betrieb mehr eröffnen.

„Ich bin froh, dass ich die Chance damals genutzt habe und der Hof nun seit einigen Jahren baulich fertig ist. Dadurch kann ich jetzt entspannter leben, auch, wenn es natürlich noch immer viel Arbeit ist“, sagt Armin Rathfelder.

Von Danilo Hafer

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