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Havelland Der Spatz hat den Schnabel vorn
Lokales Havelland Der Spatz hat den Schnabel vorn
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11:46 02.02.2016
Quelle: dpa
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Havelland

Er ist etwa 15 Zentimeter groß, hat einen kräftigen Schnabel, ist nicht scheu und kann sogar singen. Der Spatz, auch bekannt als Haussperling oder für Ornithologen der „Passer domesticus“ ist im Havelland und auch bundesweit der am häufigsten gemeldete Vogel. Das ergab die Auswertung der deutschlandweiten Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel 2016“. Mit rund 38 000 Exemplare, die zwischen Ostsee und Schwarzwald gezählt wurden, hat der Spatz den Schnabel vorn. Allein in havelländischen Gärten wurden 2245 Exemplare gesichtet. Damit verteidigt der Spatz seinen Spitzenplatz.

An der wissenschaftlichen Mitmachaktion des Naturschutzbundes (Nabu) nahmen vom 8. bis 10. Januar bundesweit mehr als 91 000 Menschen teil. In über 61 000 Gärten zählten sie mehr als 2,5 Millionen Vögel. Im Landkreis Havelland beteiligten sich 461 Vogelfreunde – 126 mehr als im vergangenen Jahr. Sie zählten in 274 Gärten rund 12 80o Vögel.

Mehr als 91.000 Teilnehmer

„Je mehr Daten gesammelt werden, desto eher können wir daraus etwas über den Bestand der Tiere ableiten“, sagt René Riep, Geschäftsführer des Nabu-Naturparkzentrum Westhavelland in Milow. Die Zählung spiegele eine Momentaufnahme wieder, aus der eine Tendenz abgeleitet werden kann. Wichtig sei es, diese Erhebung mit so vielen Teilnehmern wie möglich kontinuierliche fortzusetzen.

Für große Überraschung sorgte in diesem Jahr der Erlenzeisig, der bundesweit auf Platz neun der häufigsten Arten liegt. Im Vergleich zum Vorjahr (Platz 22) wurde der gelbgrüne Finkenvogel fast viermal häufiger gemeldet – mehr als doppelt so viele wie im bisherigen Rekordjahr 2011 erschienen an den Zählplätzen. Die Art konnte deutschlandweit fast in jedem fünften Garten entdeckt werden, bei durchschnittlich 1,28 Vögeln pro Garten. Im Havelland wurden sogar 1,86 Exemplare pro Garten gezählt, mehr als dreimal so viel wie 2015. Hier landet der Erlenzeisig auf Platz acht der häufigsten Arten.

Zählung ist eine Momentaufnahme

Die für Ornithologen und Naturschützer wichtigsten Ergebnisse der Zählung sind Hinweise auf langfristige Zu- oder Abnahmen bestimmter Vogelarten. Hier bereitet vor allem der Grünfink Sorgen: Seit der ersten Durchführung der Aktion werden von Jahr zu Jahr weniger von diesen für den menschlichen Siedlungsraum typischen Finkenvögeln gesehen. Mit deutschlandweit 1,8 Vögeln pro Garten sind es in diesem Winter nur noch etwas mehr als halb so viele wie 2011. Besser sieht es für den Gründfink im Havelland aus. Hier wurden 770 Exemplare gezählt, 2,81 pro Garten. Ein Rückgang um sieben Prozent. Auch René Riep konnte in seinem Garten keinen einzigen Grünfinken entdecken. Als Grund vermuten Vogelschützer vor allem das in den vergangenen Jahren vermehrt auftretende „Grünfinkensterben“, hervorgerufen durch eine Infektion mit einem parasitären Einzeller.

Insgesamt habe er weniger Arten und weniger Tiere gezählt als in den Vorjahren. Umso wichtiger ist es für ihn, den Vögeln in seinem Umfeld mit Futter über den Winter zu helfen. „Dann können sie auch im Frühjahr wieder brüten“, macht Riep deutlich.

Von Christin Schmidt

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