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Michael Fricke hat sich den Traum vom eigenen Laden erfüllt

Dallgow-Döberitz Michael Fricke hat sich den Traum vom eigenen Laden erfüllt

In seinem Leben hat Michael Fricke aus Dallgow (Havelland) schon vieles gemacht. Mit dem eigenen Fotostudio mit Café hat sich der 47-Jährige am Dallgower Bahnhof einen Traum verwirklicht. Mit kostenlosen Kulturveranstaltungen versucht Michael Fricke zudem Leben in den Ort zu bringen.

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Mit Kulturveranstaltungen und einem Wochenmarkt möchte Michael Fricke Dallgow beleben.

Quelle: Danilo Hafer

Dallgow-Döberitz. In seinem Leben hat Michael Fricke aus Dallgow schon vieles gemacht. In den 90ern organisierte er illegale Technopartys, machte später eine Ausbildung zum Krankenpfleger, um dann in der IT-Branche zu arbeiten und anschließend an der damaligen German Film School in Elstal zu studieren. „Durch Zufall bin ich danach zur Pressefotografie gekommen und habe unter anderem am roten Teppich fotografiert“, sagt der 47-Jährige. Die Pressefotografie hat er inzwischen wieder an den Nagel gehängt, um sich seinen Traum vom eigenen kleinen Laden zu erfüllen.

In Dallgow, direkt am Bahnhof, betreibt er kleines Fotostudio mit Café. „Nur ein Fotostudio oder ein Café wären in Dallgow wahrscheinlich nicht wirtschaftlich, daher habe ich mich für diese Mischung entschieden“ sagt er. Sein Alltag richtet sich seither nach den Wünschen der Kunden. Möchte jemand Fotos, holt Michael Fricke die Kamera heraus, braucht jemand ein offenes Ohr, hört er einfach zu. Denn das schönste an seinem Laden seien für ihn die Leute, die ihn dort täglich besuchen.

„Ich sammle gern Geschichte – und hier erlebt man jeden Tag etwas anderes“, sagt Fricke. So war es auch an dem Tag, als plötzlich eine ältere Dame den Laden betrat und sehr aufgebracht gewesen sei. Sie müsse mit der Bahn nach Nauen zum Amtsgericht fahren, so die 80-Jährige. Als Michael Fricke fragte, was sie in ihrem Leben so gemacht habe, antwortete die Dame, sie sei eine Primaballerina. „Später kam ein anderer Kunde, ich drehte mich kurz um und schon war die alte Dame wieder verschwunden, das war schon eine seltsame Begegnung. So etwas passiert hier andauernd“, sagt Fricke.

Er selbst lebt seit 2014 in Dallgow, ist von Berlin hierher gezogen, um ein Haus zu bauen. In Dallgow anzukommen sei nicht schwer gewesen. „Hier wohnen so viele Berliner, dass man sich schnell zu Hause fühlt“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Zudem sei Dallgow wie eine Großstadt im Kleinen. „Hier ist es anonym und doch nah, weltoffen aber auch total konservativ“ so Fricke. Eine Mischung, die im gefällt.

Reich werden möchte er mit seinem Laden nicht. „Ich mache das, weil es im Moment genau das ist was ich möchte und ich Dallgow so vielleicht auch ein bisschen mit Leben füllen kann“, sagt er.

Regelmäßig baut Fricke sein Fotostudio daher zu einer kleinen Bühne um. „Einmal im Monat gibt es zum Beispiel einen philosophischen Abend, der immer in einer offenen Diskussion endet“, so der Cafébetreiber. Bei freiem Eintritt drängen sich dann immer gut 30 Besucher in den kleinen Laden. Der eine oder andere Gast habe an solch einem Abend auch schon mal seine Einstellung zu einem bestimmten Thema geändert.

Es gibt jedoch noch ein zweites Thema, das dem Fotografen und Cafébetreiber am Herzen liegt – der Bahnhofsvorplatz. „Was Dallgow dringend braucht, ist ein Wochenmarkt. Hier wäre der ideale Ort“, ist Fricke überzeugt. Die Idee möchte er gemeinsam mit weiteren Unterstützern auf jeden Fall vorantreiben.

In der Region gebe es aus seiner Sicht genügend Anbieter, die sicher an einem solchen Wochenmarkt interessiert wären. „Gleichzeitig schafft man für die hier lebenden Dallgower einen gemeinsamen Treffpunkt und belebt den eher trostlosen Platz vielleicht ein bisschen“, hofft Michael Fricke.

Von Danilo Hafer

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