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Havelland Der Ursprung liegt im Rangierbahnhof
Lokales Havelland Der Ursprung liegt im Rangierbahnhof
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17:49 21.02.2018
Seit 2008 betreibt die Rail & Logistik Center Wustermark GmbH den Rangierbahnhof . Quelle: Tanja M. Marotzke
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Elstal

Selbst die Experten vom Verein Historia Elstal wissen nicht genau, wie viele Siedlungen es eigentlich in Elstal gibt: Eulenspiegelsiedlung, Kiefernsiedlung, Radelandsiedlung, Scharnhorstsiedlung, die geplante Heidesiedlung und, und, und. Einig sind sie sich aber, das die Eisenbahnersiedlung die bedeutendste ist. „Der Ursprung von Elstal liegt im Rangierbahnhof. Weil es den gab, entstand zwischen 1918 und 1938 die Siedlung für die dort arbeitenden Leute“, weiß Peter Wegener vom Verein Historia. Im September 1928 wurde dann der damalige Gutsbezirk Elstal aufgelöst und eine eigenständige Gemeinde Elstal gegründet.

Wer heute in den Ortskern von Elstal kommt, am Karl-Liebknecht-Platz verweilt und einen Rund-um-Blick macht, bekommt einen Eindruck von den ehemaligen Eisenbahnerhäusern.

Ohne den 1909 eröffneten Rangierbahnhof würde es den Ort Elstal nicht geben. Im Zuge dessen entstand zwischen 1918 und 1938 die Eisenbahnersiedlung. Weitere Siedlunegn folgten.

Viele Gebäude hat der Eigentümer – die Deutsche Wohnen – inzwischen saniert. Einige Arbeiten am Karl-Liebknecht-Platz sind noch im Gange. Trotzdem blüht das Ensemble aus Häusern, inklusive der neuen Elstaler Bürgerbegegnungsstätte und der Kirche wahrlich auf. Wenn in diesem Jahr die Außenanlagen neu gestaltet werden, ist Elstals Dorfkern ein Schmuckstück.

Bald 4000 Einwohner

Abseits von Karls Erlebnis-Dorf, der Döberitzer Heide und dem Designer Outlet hat sich der jüngste Wustermarker Ortsteil inzwischen zu einem der beliebtesten Wohnstandorte im Osthavelland entwickelt. Knapp 4000 Menschen leben hier, genießen einerseits die Ruhe, freuen sich über gute Einkaufsmöglichkeiten, eine Schule, drei Kitas und einen Bahnanschluss.

Als 1909 der Verschiebebahnhof Wustermark gegründet wurde, aus dem in der 1960er-Jahren der Rangierbahnhof Wustermark wurde, konnten die Elstaler von dort aber nicht mit dem Zug fahren. Erst seit 1996 ist das wieder möglich, als die Bahn den Haltepunkt Elstal ins Leben rief. Inzwischen fahren die Regionalbahnen fast im Halbstundentakt in Richtung Hauptstadt und in Richtung Rathenow. Sogar ein behindertengerechter Aufzug ist am Bahnhof entstanden.

Das Erscheinungsbild am Ortseingang von Elstal, von der B 5 kommend, schreckt erst mal ab. Überreste der alten Flakhallen aus Zeiten des Zweiten Weltkrieges (bisher wurde erst eine saniert) lassen kaum erahnen, dass sich dahinter mit der Radeland- und die Eulenspiegelsiedlung zwei Wohnanlagen unter Bäumen anschließen. Und natürlich das Olympische Dorf von 1936, das einzig erhaltene Olympische Dorf in der Welt, wie es der Eigentümer DKB-Stiftung sagt. Wo ab Saisonbeginn im April wieder Touristen ihre Erkundungstouren durch das gut 50 Hektar große Areal unternehmen, könnten in einigen Jahren neue Wohnhäuser stehen und bis zu 1000 Menschen leben. Nach mehr als 20 Jahren vergeblicher Suche scheint jetzt ein erster Investor gefunden.

Ein Tunnel ist erhalten geblieben

Dass die Elstaler zu Fuß oder mit dem Rad in die Döberitzer Heide und in Richtung Havelpark gelangen, ist der Brücke über die B 5 am Elsgrund zu danken. „Wir nennen sie Historia-Brücke“, erzählt Historia-Vorsitzende Ingrid Schönefeld. „Unser Verein hat sich für den Bau eingesetzt, als die Bundesstraße auf vier Spuren ausgeweitet wurde und im Zuge dessen ein Tunnel zur gegenüberliegenden Straßenseite geschlossen wurde“, ergänzt sie.

Ein anderer Tunnel ist erhalten geblieben und dient Einheimischen als Abkürzung zu Karls Erlebnis-Dorf. Von der Kiefernsiedlung aus ist die Unterführung mit dem Rad und zu Fuß passierbar. „Durch den Tunnel sind früher Piloten aus der Fliegersiedlung auf den Flugplatz gelaufen, damit sie nicht die Straße überqueren mussten“, sagt Ingrid Schönefeld.

Um das dörfliche Leben in Elstal wieder etwas anzukurbeln, setzt die Gemeinde Wustermark darauf, am Rand des Olympischen Dorfes, unmittelbar neben dem Sportplatz und der Sporthalle, einen Festplatz einrichten zu können. Ein zusätzlicher Spielplatz sollen ebenfalls entstehen.

Feiern und zusammensitzen können Elstaler und Besucher in vier Gaststätten. Aber das scheint recht wenig zu sein. „Früher gab es hier das Sporthaus mit Tanzsaal und das Klubhaus der Eisenbahner. Alles weg“, erinnert sich Ingrid Schönefeld. Sie hofft wie viele Elstaler darauf, dass im Zuge der Entwicklung der Heidesiedlung und des Olympischen Dorfes sich bei den gastronomischen Angeboten etwas tun wird. Ebenso Nachholebedarf besteht beim Straßenbau. „Vor allem die Karl-Marx-Straße ist überfällig, weil dort Rettungswagen nur noch im Schritttempo durchfahren können“, sagt Ortsvorsteher Matthias Kunze.

Von Jens Wegener

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