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„Der Wolf etabliert sich in Rathenow“

Havelland „Der Wolf etabliert sich in Rathenow“

Als auf dem Gelände des Freizeitparks am Körgraben in Rathenow ein angefressenes Reh gefunden wurde, kam schnell der Verdacht auf, dass es sich um einen Wolfsriss gehandelt haben könnte. Stefan Meyer, Vorsitzender des Jagdverbandes, äußert sich im MAZ-Gespräch nur vorsichtig zu dem Fall. Er bestätigt aber vermehrte Sichtungen in und um Rathenow.

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Stefan Meyer, Vorsitzender des Jagdverbandes Rathenow.
 

Quelle: Bernd Geske

Rathenow.  War es nun ein Wolf? Nach dem Fund eines toten Rehs in der vergangenen Woche auf dem Freizeitplatz am Körgraben kamen schnell Vermutungen auf, es könnte sich um den Riss eines Wolfs gehandelt haben. Ordnungsamtsleiter Matthias Remus und Stadtförster Thomas Querfurth halten aber dagegen: ein Wolf könne ausgeschlossen werden. Der Kadaver des Rehs wurde bereits entsorgt.

Stefan Meyer, der Vorsitzende des Jagdverbandes Rathenow, sagt, dass die durch ihn vertretene Jägerschaft für das Stadtgebiet nicht zuständig ist. Nur der Stadtförster dürfe auf dem Hoheitsgebiet der Stadt jagdlich aktiv sein. Ob ein Rissgutachter hinzu gezogen werde, um die Möglichkeit eines Wolfsrisses zu untersuchen bleibe der Stadt überlassen: „Wenn sie das nicht tut, wird es gute Gründe dafür geben.“

Für die Umgebung der Stadt Rathenow indes, in der viele Jäger des Jagdverbandes tätig sind, bestätigt Meyer in letzter Zeit eine Häufung von Wolfsbeobachtungen. Im Bereich Böhne, Zollchow, Vieritz gebe es relativ häufig Meldungen, ebenso in der Umgebung von Grütz und Göttlin. Nicht zu vergessen seien die bestätigten Wolfsrisse an Nutztieren bei Gülpe und den derzeit untersuchten Verdacht bei Elslaake. „Es scheint, als hätte sich der Wolf hier etabliert“, sagt Stefan Meyer. Es handele sich in der Regel um Einzelsichtungen. Ob es ein Rudel gebe, könne man aber nicht mit Sicherheit sagen. Bestätigt ist allerdings ein Rudel auf dem nahen Truppenübungsplatz Klietz.

Meyer erinnert daran, dass es am 12. und 13. Dezember 2016 in Rathenow-West mehr als 30 Mitteilungen über Wolfssichtungen gab. Wichtig ist aus seiner Sicht die Ergänzung, dass einmal zu fast gleicher Zeit an zwei verschiedenen Punkten eine Wolfsbeobachtung gemeldet wurde. Daraus sei zu schließen, dass seinerzeit mindestens zwei Wölfe im Stadtteil West unterwegs waren. „Wir haben derzeit keine Handlungsmöglichkeiten“, sagt Meyer weiter. „Weil der Wolf nicht dem Jagdrecht unterliegt und eine streng geschützte Art ist.“ In die öffentliche Debatte des Themas bringe die Jägerschaft sich allerdings nach Möglichkeit ein.

Der Jagdverband Rathenow hat 2016 drei seiner Mitglieder als Wolfskundige schulen lassen, berichtet Meyer. Einer habe sein Abschlusszertifikat erhalten, die zwei anderen werden es demnächst bekommen.

Wolfskundige sind keine Rissgutachter. Ihre Aufgabe sei es, eine qualifizierte Erstfeststellung zu machen, ob es bei bestimmten Beobachtungen oder Ereignissen wahrscheinlich sei, dass das Geschehen auf einen Wolf zurückzuführen ist.

Von Bernd Geske

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