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Der Zaun um den Rathenower Weinberg bleibt

Stadtverordnete sind unzufrieden Der Zaun um den Rathenower Weinberg bleibt

Am Sonntag wird der Optikpark in Rathenow wiedereröffnet. Auf dem Gelände wird noch gefegt und gepflanzt, damit den Gästen zur Eröffnung ein gut gepflegter Park präsentiert wird. Wie es auf dem Weinberg – dem zweiten Teil des ehemaligen Bundesgartenschau-Geländes – langfristig weitergeht, ist noch offen.

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Der Weinberg soll auch 2016 blühen.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Irgendwann konnte es Daniel Golze nicht mehr hören. Der Fraktionssprecher der Linken trat vor die Stadtverordneten ans Pult und stellte die Bedeutung der Buga-Kommission in Frage. „Das ist kein Beschlussgremium. Hier aber hält die Verwaltung die Kommission hoch. Man muss mal über deren Abschaffung nachdenken.“ Muss man nicht. Dem Vernehmen nach hat sich die Buga-Kommission inzwischen aufgelöst. Allerdings nicht, ohne noch einmal ein Bündel Empfehlungen auszusprechen.

Nachfragen zu einem alten Thema

Zum Beispiel, dass der Zaum, der zurzeit noch das Buga-Gelände umgibt, abgebaut werden soll. Das lag den Stadtverordneten zum Beschluss vor und die nutzten es, um noch einmal deutlich zu hinterfragen, wie es auf dem Weinberg in der ersten Saison nach der Bundesgartenschau weitergehen soll.

Blick auf Optikpark und Weinberg

Blick auf Optikpark und Weinberg

Quelle: Dirk Fröhlich

Offenbar hatte es schon die ersten Versuche von Randalierern gegeben, das Weinberg-Gelände für sich zu entdecken. Von Motorradrennen auf den neu hergerichteten Wegen ist die Rege, von mutwilligen Zerstörungen an der Wasserkaskade und am Steingarten. Und auch auf dem Spielplatz Echsenland haben Unbekannte bereits randaliert. Schon deswegen sei der Zaun um den Weinberg als Hindernis wichtig, sagte Daniel Golze.

Verwaltung beziffert die Werte

Leicht machte es ihm die Verwaltung, die den Rückbau des Zaunes vorschlug. Denn in der Vorlage dazu waren die Werte aufgelistet, die zur Bundesgartenschau geschaffen wurden. Allein die Verbindung Optikpark und Weinberg wird mit 9,2 Millionen Euro aufgerechnet. Dazu kommt der Ausbau der Infrastruktur am Schwedendamm mit 3,7 Millionen Euro und schließlich wird der Wegebau am Weinberg mit einer Million Euro beziffert.

Für Daniel Golze, der Unterstützung von Hartmut Rubach (SPD) bekam, steht fest: „Der Zaun muss bleiben.“ Und da er schon einmal in Fahrt war, bemängelte er, es gebe für den Weinberg noch immer kein vernünftiges Nachnutzungskonzept.

Der Bismarckturm ist Mittelpunkt des Weinberg-Parks

Der Bismarckturm ist Mittelpunkt des Weinberg-Parks.

Quelle: Norman Giese

Für die Stadtverwaltung verteidigte Hans-Jürgen Lemle die Idee, den Zaun abzureißen. „Wir hatten ja zuerst vorgeschlagen, den Zaun zu erhalten.“ Dann aber hätte der Bebauungsplan geändert werden müssen, ein Bauantrag wäre ebenfalls notwendig. Zudem müssen Waldflächen in den Plänen als Parkflächen ausgewiesen werden.Unter dem Eindruck dieser Argumente und nach einer Begehung habe die Buga-Kommission deshalb empfohlen den Zaun zurückzubauen.

Respektable Mehrheit für den Zaun

Eine Sicherungsanlage für die Werte auf dem Weinberg halten aber auch die anderen Fraktionen für notwendig. Andreas Gensicke (CDU), empfahl, den Zaun stehen zu lassen und die Plananträge zu stellen. Und so ergab sich am Ende eine respektable Mehrheit für den Zaun.

In der gleichen Sitzung genehmigten die Stadtverordneten zwei Stellen für Mitarbeiter, die den Weinberg pflegen sollen. Angesichts der Dimension des Geländes scheint das allerdings utopisch. Und so forderte Daniel Golze noch einmal einen ausführlichen Vergleich zwischen Anbietern, die sich um den Weinberg kümmern könnten.

Mit oder ohne Eintritt

Über die Nachnutzung des Weinbergs gab es im vergangenen Jahr eine aufgeregte Debatte in Rathenow. Es ging um die Frage, ob man für das Gelände ebenfalls Eintritt nehmen sollte. So lautete ein Vorschlag der SPD. So könne sichergestellt werden, die Werte zu erhalten und man schaffe auch ein Angebot.

In der Stadtverwaltung vertrat man die Ansicht, der Weinberg und die Weinbergbrücke müssten „diskriminierungsfrei“ zur Verfügung stehen. Das legte man im Rathaus so aus, dass das Gelände für alle Rathenower kostenfrei begehbar sein muss.

Hinweise aus der Landesregierung machten aber klar, dass „diskriminierungsfrei“ nicht zwangsläufig bedeuten müsse, auf Eintritt zu verzichten.

Da die Brücke kostenfrei begehbar sein muss und im Optikpark ändert, wurde hier ein Zaun gezogen, dadurch entstand die neue Insel mit den Farbformen und den Moai-Figuren.

Erwähnt wurden die KWR, die Optikpark GmbH, die Stadt und andere,. Die Optikpark GmbH hätte für 200 000 Euro ein Gesamtpaket angeboten. Die beiden Pflegekräfte kosten zwar nicht so viel. Sie können aber viele Instandhaltungsqarbeiten nicht gewährleisten. So ist zum Beispiel der Spielplatz regelmäßig zu warten. Das gilt auch für die Anlagen rund um den Bismarckturm und nicht zuletzt für die Brücke zwischen Weinberg und Optikpark.

Am Vormittag ist Brückenlauf

Besucher, die am Sonntag vom Optikpark über die Brücke auf den Weinberg wollen, werden ein gepflegtes Gelände vorfinden, erwartet der Geschäftsführer der Optikpark GmbH, Joachim Muus. Zumal bereits am Vormittag der Rathenower Brückenlauf stattfindet.

Das letzte Wort in Sachen Weinberg-Nachnutzung scheint indes noch lange nicht gesprochen.

Die Arena auf dem Weinberg ist abgebaut

Die Arena auf dem Weinberg ist abgebaut.

Quelle: Christin Schmidt

Von Joachim Wilisch

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