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Der gute Name von Damsbrück

Falkensee Der gute Name von Damsbrück

Familie Mosig erweckte das Falkenseer Gut wieder zum Leben und machte es zu einer modernen Pferdepension, die an große Pferdetraditionen anknüpft. Vor fast einhundert Jahren wurden hier die ersten Traber gezüchtet.

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Keine Angst vor großen Tieren: Petra Mosig-Popowicz sieht in Pferden den Partner des Menschen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Es sind klangvolle Namen: Crotus, Rubianus, Joyce, Raven. Petra Mosig ist mit diesen Pferden auf vielen Turnierplätzen der Region anzutreffen gewesen, hat an Springen der Klassen A, L und M teilgenommen. Jetzt fehlt ihr ein wenig die Zeit fürs eigene Reiten, sie kommt nur noch selten in den Sattel. Die zierliche Frau führt inzwischen das Gestüt Damsbrück in Falkensee, das von ihrer Familie aus dem Dornröschenschlaf erweckt worden war.

1999 hatten Petra Mosigs Eltern die Anlage im Norden von Falkensee gekauft. Elfriede Mosig hatte über 25 Jahre Pferde in der Nähe der Pferdestadt Neumünster gezüchtet, vor allem ihre Holsteiner waren sehr erfolgreich. 1999 kam sie mit der Familie nach Damsbrück. Zu DDR-Zeiten hatte die Anlage zum Volkseigenen Gut Trabrennbahn Karlshorst gehört. Die Gebäude wurden nicht gepflegt und waren in schlechtem Zustand, als Hans und Elfriede Mosig die Anlage kauften. Auf Damsbrück waren sie durch ihre Tochter Petra aufmerksam geworden, als die gebürtige Berlinerin nämlich in den Neunziger Jahren für ein Rennen in Marienfelde den Auftrag erhielt, einen Lkw aus Damsbrück zu holen. „Da kam ich zum ersten Mal hierher, ich hatte vorher noch nie davon gehört“, erinnert sich Petra Mosig.

Heute kennt sie die Geschichte des Ortes und will den guten Namen Damsbrück weitertragen. Auch wenn man nicht, wie vor Jahrzehnten, auf Traber setzt.

Die verfallenen Gebäue hat die Familie längst Stück für Stück saniert. Heute stehen hier etwa 35 Einstellpferde aus Falkensee und Berlin in modernen Boxen. Durch den Ankauf von Flächen verfügt das Gestüt über schöne Außenanlagen, die genau den Vorstellungen der grüne Idylle am Rande der Großstadt entsprechen können. Das Gestüt Damsbrück wird heute als landwirtschaftlicher Betrieb mit Pferdepension geführt.

Zur Anlage gehören auch eine Freiführanlage und ein Laufband, auf dem die Pferde bewegt werden können. Alles in Absprache mit den Tierbesitzern. „Fast alle Pferde kommen mit dem Laufband sehr gut zurecht“, erklärt Petra Mosig, „am Anfang muss man sich Zeit nehmen, die ersten Tage sind wir die ganze Zeit dabei, beruhigen das Tier, bis es sich an das Band gewöhnt hat.“

Vielleicht ist das ein Geheimnis ihrer Arbeit: diese innere Ruhe, mit der sie den Tieren begegnet. „Man muss kein Tier schlagen, um es zu erziehen“, ist ihr Credo. Und das bezieht sie nicht nur auf Pferde. Auf ihrem Hof laufen Hunde herum, die sie aus schlimmen Verhältnissen in Südosteuropa geholt hat. Aus den beiden geschundenen, verängstigten Dackeln sind freundliche, quirlige Tiere geworden.

Schon als Kind ist Petra Mosig Turniere geritten. „Ich hatte nie Angst vor Tieren“, erzählt sie. In den Ferien sei die Familie aus Westberlin zu Verwandten in den Spreewald gefahren, die hatten einen Bauernhof und viele Tiere. „Das war herrlich“, meint Petra Mosig. Das Pferd ist für sie ein besonderes Tier. „Es ist der Begleiter des Menschen seit Jahrtausenden“, sagt sie, „das Pferd tut dem Menschen gut, der Mensch muss sich auf das Tier einstellen, es zu seinem Partner machen.“ Dann kann er viel erreichen. Und: Der Mensch hat eine Verantwortung für das Tier. Die beginnt in Damsbrück weit vor 7 Uhr mit dem ersten Füttern. Danach gehen die Pferde sofort raus, auf die Koppel oder aufs Laufband. Bei jedem Wetter. Die Pferde werden bewegt und gefüttert, so sieht der normale Tagesablauf aus. Der Besuch vom Veterinäramt oder vom Hufschmied bringt eine kleine Abwechslung in den Pferdealltag. Petra Mosig und ihre Angestellten haben viel zu tun. die Chefin macht fast überall mit, bloß das mit den schweren Hafersäcken überlässt sie den Männern.

Es ist eine Arbeit, die kein Wochenende und keinen Sonntag kennt. Ihre kleinen Inseln im Alltag findet Petra Mosig doch. Inzwischen wohnt sie selbst in Falkensee. Die Lage des Gestüts zwischen Forst und Wiesen genießt sie immer wieder. „Wenn ich vom Havelländer Weg durch den Wald hierher fahre, merke ich, wie der Alltag abfällt“, sagt sie. Hier ist es schön. Einer ihrer Lieblingsplätze in der Region ist der Nymphensee: „Ein Besuch dort ist wie ein Urlaubstag.“

Von Marlies Schnaibel

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