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Der letzte Grundstein für die Gartenstadt

Falkensee Der letzte Grundstein für die Gartenstadt

Was lange währt, wird endlich gut – 24 Jahre nach Baubeginn wurde in der Gartenstadt Falkenhöh am Freitag der letzte Grundstein gelegt. Das einst größte Bauprojekt in Falkensee, das 1996 mit dem Deutschen Städtebaupreis ausgezeichnet worden ist, wird mit dem Bau von zwölf Reihenhäusern endlich vollendet.

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Martin Koch und Rocco Neumann (v.l.) legten den letzten Grundstein in der Gartenstadt.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Kelle für Kelle füllt sich das kleine Loch im Fundament der Koczakstraße 34. Akribisch achtet Zimmermann Martin Koch darauf, dass kein Hohlraum zurückbleibt – Qualität braucht ihre Zeit. Endlich liegt der Grundstein für die letzten zwölf Reihenhäuser in der Gartenstadt Falkenhöh. Was lange währt, wird eben doch noch gut – 24 Jahre nach dem ersten Spatenstich steht das Falkenseer Wohngebiet heute kurz vor der Vollendung.

Fortschritt und Stagnation

Ursprünglich war der Bau sehr viel schneller geplant. „Nach der Wende verloren viele Falkenseer im Zuge der Rückübertragung ihr Zuhause – es mussten Alternativen geschaffen werden. Bezahlbarer Wohnraum und Sozialwohnungen wurden gebraucht“, sagte gestern Bürgermeister Heiko Müller (SPD). So hatte auch Alt-Bürgermeister Jürgen Bigalke bei der ersten Grundsteinlegung am 19. Oktober 1992 von der Gartenstadt als damals größtem Wohnungsbaustandort in der Falkenseer Geschichte gesprochen, der einen unschätzbaren Beitrag für die Wohnversorgung in Falkensee leiste (MAZ berichtete). So fortschrittlich die Entstehung des Wohngebiets jedoch auch war, einige Jahre später ebbte die Nachfrage ab. „Der Bedarf an Wohnungen ging zurück, hauptsächlich entstanden damals Einfamilienhäuser. Heute ist es wieder wie Anfang der 1990er Jahre und das Entwicklungsziel von damals wieder realistisch“, so Müller.

Zuhause für rund 1400 Familien

Auf rund 35 Hektar haben seit Baubeginn im Oktober 1992 mehr als 1400 Familien ein neues Zuhause gefunden, und auch heute ist das Interesse an der Wohngegend ungebrochen. Ursprünglich von der Herlitz AG erschlossen und bebaut, lagen weite Flächen der Gartenstadt nach der Insolvenz des Unternehmens 1996 zunächst jedoch brach. „Die freien Flächen waren verwildert und wurden höchstens als Hundeauslaufgebiet genutzt“, erinnert sich Projektleiterin Kirsti Hilscher. „Ich war an dem Projekt bereits beteiligt, als Herlitz hier noch gewirkt hat. 2009 bin ich dann richtig eingestiegen – die Gartenstadt liegt mir daher sehr am Herzen“, so Hilscher von der Fürstenwalder Firma Bonava, die 2005 die ersten Flächen erworben hat, seither Bauträger ist und bislang 172 Wohneinheiten in dem Falkenseer Wohngebiet nahe der Grenze zu Spandau errichtet hat. „Umso schöner, dass die Bautätigkeiten im Sommer nächsten Jahres abgeschlossen sind, dann sollten die letzten zwölf Häuser spätestens bezugsfertig sein. Das Wohngebiet ist endlich in sich stimmig und ähnelt mit seinen Angeboten vor Ort fast einer eigenständigen kleinen Stadt“, sagt die Projektleiterin.

Eine Gartenstadt in der Gartenstadt

Die Gartenstadt Falkenhöh wurde ab 1992 von der Herlitz AG gebaut. 1996 ging die Firma jedoch in die Insolvenz. Fast zehn Jahre lag das Projekt auf Eis, bis die Firma Bonava 2005 die Leitung übernahm und es weiterführte.

Die Wohnanlage umfasst auf einer Fläche von rund 35 Hektar etwa 1450 Wohneinheiten – ein Mix aus Stadtvillen, Reihenhäusern und Geschossbauten.

Rund um das Wohnquartier, das sich in unmittelbarer Nähe zur Spandauer Stadtgrenze befindet, liegen der Falkenseer Geschichtspark sowie der Falkenhagener See.

Falkenhöh wurde 1996 mit dem Deutschen Städtebaupreis ausgezeichnet – als erstes Neubauvorhaben in der damals 15-jährigen Geschichte des Preises. Neben der Wahl des Standortes waren dabei außerdem die Verwendung ökologischer Baustoffe sowie der sensible Umgang mit der Natur ausschlaggebend.

Kleine Stadt

Eine Kita, Ärzte, Apotheken, Einkaufsmöglichkeiten und eine Busanbindung haben die Anwohner direkt vor der Haustür. Kein Wunder, dass es bereits jetzt erste Interessenten für die neuen rund 150 Quadratmeter großen Reihenhäuser gibt. „Noch hat der Vertrieb nicht begonnen, in den nächsten Wochen wird es aber soweit sein“, so Hilscher.

1996 wurde die Gartenstadt Falkenhöh, konzipiert vom Berliner Architekten Helge Sypereck und bis 2017 nun fertiggestellt, sogar mit dem Deutschen Städtebaupreis ausgezeichnet.

Von Laura Sander

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