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Diamantener Meisterbrief für Christa Eißer

Rathenow Diamantener Meisterbrief für Christa Eißer

Die Handwerkskammer Potsdam und die Innung Steinmetz - und Steinbildhauerhandwerk haben Christa Eißer (81) mit dem „Diamantenen Meisterbrief“ geehrt. Seit nunmehr 60 Jahren ist sie Meisterin.

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Christian Eißer (r.) und sein Bruder Rolf  gratulieren ihrer Mutter Christa Eißer zum 60jährigen Meisterjubiläum Christian Eißer (r.) und sein Bruder Rolf  gratulieren ihrer Mutter Christa Eißer zum 60jährigen Meisterjubiläum

Quelle: Norbert Stein

Rathenow. Das lange Berufsleben von Christa Eißer (geb. Neils) ist untrennbar mit dem von ihrem Vater Oskar Neils 1933 am Friedhofsweg 4 in Rathenow gegründeten Familienbetrieb verbunden. Der Vater war Steinmetzmeister. Er war für die junge Christa Vorbild und beruflicher Ansporn. Nun, viele Jahre später, erlebte Christa Eißer eine besondere Ehrung. Sie erhielt den „Diamantenen Meisterbrief“, seit 60 Jahren ist sie Meister.

1951 war der Beginn

1951 beginnt sie bei ihrem Vater und in Sundhausen (Thüringen) eine Lehre zum Steinmetz, die sie nach drei Jahren erfolgreich abschließt. Als Steinmetz arbeitet sie zunächst kurze Zeit in Berlin. 1955 kehrt sie in den Betrieb nach Rathenow zurück und beginnt im Winterhalbjahr eine Ausbildung an der Meisterschule für Kunsthandwerk in Berlin. Am 18. Dezember 1957 legt sie ihre Prüfung ab und erhält den Meisterbrief. Ihr Meisterstück ist ein Gedenkstein zum Wiederaufbau der Sankt Marien Andreas Kirche Rathenow. Dieser ist an der Nordseite eingebaut.

Familientradition erhalten

1972 übernimmt Christa Eißer vom Vater den Familienbetrieb. Bei der Übergabe drängen staatliche Stellen der DDR auf die Gründung einer Produktionsgenossenschaft des Handwerks. Die Meisterin bleibt standhaft und selbstständig. Doch nicht ohne Folgen. Der Staat erlegt dem Familienbetrieb auf, nicht mehr für die Bauwirtschaft zu arbeiten. Der Steinmetzbetrieb darf nur noch Grabmale für die Bevölkerung herstellen. Gute Steine sind aber knapp und Blattgold für Inschriften eine absolute Rarität. Dennoch wird der Familienbetrieb unter Christa Eißer im ehemaligen Kreis Rathenow zum Inbegriff niveauvoller Grab- und Friedhofsgestaltungen.

Die Nachfolger

Ihre Söhne Christian und Rolf machen ebenfalls eine Steinmetz-Ausbildung. Auch sie werden nach der Ausbildung Meister. Mit der politischen Wende wird die Produktion für die Bauwirtschaft wieder aufgenommen und dafür in den Folgejahren im Gewerbegebiet Heidefeld eine zweite Betriebsstätte geschaffen. Das Grabmal-Geschäft bleibt am angestammten Familiensitz am Friedhofsweg. 2005 zieht sich Christa Eißer aus der aktiven Geschäftsführung zurück. Die zuvor gegründete GbR führen Christian Eißer und sein Bruder Rolf seitdem unter dem Firmennamen Neils-Stein Gebrüder Eißer GbR.

Nicht die Hände in den Schoß

Auch wenn sie die geschäftlichen Geschicke in die Hände ihrer Söhne gegeben hat, legt Christa Eißer noch längst nicht die Hände in den Schoß. „Einen Termin bei ihr zu bekommen ist schwierig“, scherzen die Söhne. Christa Eißer hilft auch heute im Familienbetrieb. Sie berät Kunden und kümmert sich um Aufgaben die der Alltag mit sich bringt.

Eine Friedhofskennerin

Mehrmals im Jahr führt sie Besucher über den Weinbergfriedhof, zeigt ihnen historische Grabstätten und erzählt dabei aus der Rathenower Friedhofsgeschichte. Bescheid weiß sie aber nicht nur auf dem Weinberg. Aus ihrer langjährigen Arbeit kennt Christa Eißer alle Friedhöfe im Westhavelland. Fit hält sich die „diamantene Meisterin“ mit Sport. Zweimal in der Woche geht sie zum Rudern.

Von Norbert Stein

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