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Havelland Die 7. Ribbecker Sommernacht
Lokales Havelland Die 7. Ribbecker Sommernacht
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14:03 11.08.2014
Kreiste immer um sich selbst: der Sufitänzer vor dem Ribbecker Schloss. Quelle: Konrad Radon
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Ribbeck

Es war die siebte Auflage des beliebten Freiluftfestivals rund um den Ribbecker Dorfkern. An zwölf Orten und Bühnen sangen, tanzten, lasen und spielten Künstler, und das diesjährige Thema „Freiheit, fliegen, Luft“ gab ihnen dabei einen beeindruckenden Gestaltungsspielraum. Jede Station lud über den Abend dreimal zu einer 15 minütigen Darbietung ein, und fast immer bildeten sich Menschentrauben.

Eine schöne Kulisse dafür bot die alte Traktorenwerkstatt. Auf der Wiese zwischen Ahornwäldchen und der langen maroden Halle verarbeitete die Kremmener Kunstreiterin Anna Raschke auf ihrem Hengst Onyx den Traum vom Fliegen. Die geschmückte Pferdemähne wehte im Wind. Das Ross und die maskierte Reiterin vollzogen ihr Schauspiel voller Disziplin und Anmut. Nicht nur Pferdefreunde genossen den märchenhaften Moment in der Abendsonne.

Kurz darauf schenkten ihnen Tänzerinnen auf dem Werkstattdach weitere traumhafte Szenen. Hoch über den Köpfen der Zuschauer kletterten Britta Schönbrunn und Katharina Malong grazil die Steigleiter des Schornsteins herab, um synchron zur Musik der spanischen Cellistin Amaia Ruano wie „Ziehende Wolken“ zu tanzen. Sie breiteten ihre Arme aus, erhoben sich in einem poetischen Moment, so dass es keine große Mühe erforderte, sich vorzustellen, wie die Tänzerinnen in ihren flatternden Gewändern, abheben und sich in den sommerabendlichen Weiten des Havellandes verflüchtigen.

Wer danach einen Platz auf den Werkstattbänken erobern konnte, hatte Glück. Als Uta von Kameke zum ersten Mal ihre bodenlosen Lieder anstimmte, standen viele Zuhörer noch vor der Tür und versuchten, durch die schmutzigen Scheiben einen Blick ins Innere zu erhaschen. Drinnen sang die Sängerin über Vagabunden, Zigeuner, Piraten und politisch Verfolgte. Ein Büchlein schwebte am Bindfaden vor ihr. Daraus las sie von schwirrenden Glühwürmchen, schwebenden Zimmern und den Höhen des Himalajas. Ganz klassisch verlieh die Ribbeckerin mit dem Lied „Die Gedanken sind frei“ ihrem Konzert einen würdigen Abschluss. Lediglich die Hühner im benachbarten Stall zeigten sich von der Intensität dieses Auftritts unbeeindruckt.

Mit der Lesung „Schwanenhaftes“ widmete Nina Omilian ihren Auftritt am Feuerlöschteich einem symbolhaften Vogel, der in Theodor Fontanes „Wanderungen“ erwähnt wird. Als langsam der Vollmond aufging, saß die Mimin im hautfarbenen Kleid auf einem mit Federn bedeckten Sofa und las aus dem Leben der Schwäne an Havel, Wublitz und Schlänitzsee.

Dort fliegen auch jene Vögel herum, die den Schauspieler Gernot Frischling zu seiner skurrilen Performance „Aus dem Leben eines Storchs“ inspirierten. Mit langem roten Schnabel und noch längeren Strumpfhosen trat er in einen Vorgarten und behauptete: „Fliegen wird total überbewertet.“ Dann bot der 51-Jährige eine kraftvolle Tanzvorführung mit Ballettelementen. Selbst ein unangekündigtes Feuerwerk brachte den routinierten Schauspieler nicht aus dem Konzept. In geschickter Improvisation deutete Frischling das Krachen in die Schüsse von Jägern um. Er beschrieb später, wie sich die Atmosphäre im Laufe des Abends änderte: „Erst traten wir im Sonnenlicht auf. Dann kam die Dämmerung und dann der Mondschein. Die Situation und das Publikum waren immer anders.“

Zwischen 19 und 23 Uhr ließen sich die meisten Besucher einfach nur treiben, genossen die Sommernacht bei milden Temperaturen. Den Ehrgeiz alle Darbietungen zu sehen, hatte kaum jemand. Mal ließ man sich in einen Liegestuhl nieder oder nahm auf einem Strohballen Platz, um die geballte Ladung Kultur bei einem Rotwein sacken und die Gedanken kreisen zu lassen wie der Sufitänzer vor dem Schloss, das übrigens während des gesamten Abends geschlossen blieb. Der Derwisch drehte sich als würde er abheben – und seinem Freiheitsdrang Flügel verleihen.

Von Annett Lahn

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