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Die Aula musste weichen

Friesacker Koopschule wird saniert Die Aula musste weichen

Bis 2019 dauern die Sanierungsarbeiten an der Friesacker Kooperationsschule noch an. Nach den Oktoberferien konnte eine weitere Etage freigegeben werden. Im nächsten Jahr soll das zweite Obergeschoss ebenfalls fertiggestellt sein, so dass dort dann auch wieder der Fachunterricht erfolgen kann.

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Ihren Vorlesewettbewerb konnten die 6. Klassen in der frisch sanierten Bibliothek durchführen.

Quelle: Andreas Kaatz

Friesack. An den Nikolaustag vor zwei Jahren kann sich die verantwortliche Schulleiterin Heike Hoffmann noch genau erinnern. Da erfuhren nämlich die Lehrer, dass der Mitteltrakt der Koopschule aus Brandschutzgründen sofort gesperrt werden musste. Quasi über Nacht standen zahlreiche Räume und auch die Aula nicht mehr zur Verfügung. „Am Wochenende mussten wir dann gleich einen neuen Raumplan entwickeln“, sagt Heike Hoffmann. Fortan hatten in dem Bereich die Bauleute das Sagen, ein Teil der Schüler zog ins benachbarte Oberstufenzentrum um.

Mittlerweile hat sich die Situation ein wenig entspannt. Seit dem Frühjahr dieses Jahres steht das Erdgeschoss unter anderem mit Eingangsbereich und Cafeteria wieder zur Verfügung. Zuvor schon waren die Klassenräume im Südflügel saniert worden. Und nach den Oktoberferien konnte das 1. Obergeschoss im Mitteltrakt nach Abschluss der Sanierungsarbeiten bezogen werden. „Damit haben sich die Arbeitsbedingungen für die Kollegen deutlich verbessert“, sagt Heike Hoffmann. Denn neben der Bibliothek, einem weiteren Klassenraum und dem Computerkabinett stehen nun auch ein neugestalteter Schulleitungsbereich und das sanierte Lehrerzimmer zur Verfügung.

Wer das Schulgebäude aus der Vergangenheit kennt, dem fällt jetzt von außen vor allem eines auf: Die markante, kuppelförmige Glasfassade ganz oben auf dem Dach fehlt. Sie gehörte zur Aula, die abgerissen werden musste. Schon in der Vergangenheit gab es Dichtheitsprobleme. In den Räumen darunter mussten bei starkem Regen Eimer aufgestellt werden, die das Wasser auffingen.

Die fehlende Aula ist für die Schule ein echter Verlust. „Uns hat das Herz geblutet“, sagt die verantwortliche Schulleiterin zu den Abrissarbeiten. Alternativen wie etwa ein Anbau erwiesen sich als nicht machbar. Künftig sollen im zweiten Obergeschoss des Mitteltraktes bei Bedarf zwei Räume zu einem großen verbunden werden können. Und bei ganz großen Veranstaltungen wird die Mensa des Oberstufenzentrums genutzt.

„Wir hoffen, dass zum Beginn des Schuljahres 2016/17 das obere Geschoss ebenfalls fertiggestellt ist“, sagt Heike Hoffmann. Sie ist froh, dass in der Vergangenheit die Schüler die Einschränkungen durch die Bauarbeiten mit Fassung getragen haben. „Sie haben sich schnell daran gewöhnt und auch beim Umräumen mit angepackt“, sagt sie. Ebenso hätten alle Mitarbeiter mitgezogen. „Hut ab!“

Nachdem ab Dezember 2013 die Fachräume nicht mehr zur Verfügung standen, wurden diese provisorisch im alten Grundschulgebäude eingerichtet. Dort finden jetzt immer noch Physik, Chemie, Biologie oder Musik statt. Ab 2016 sollen diese Fächer wieder im dann fertiggestellten 2. Obergeschoss unterrichtet werden.

Grund für die Bauarbeiten an der Koopschule war ein Brandschutzgutachten, das 2010 in Auftrag gegeben wurde. Wie es seitens des Landkreises als Schulträger heißt, sei daraufhin ein Bauantrag zur „brandschutztechnischen Ertüchtigung der Schule und zum funktionellen Umbau“ gestellt worden. Da ahnte man aber noch nicht, dass noch eine kurzfristige Sperrung des Mitteltraktes notwendig werden sollte, weil plötzlich Mängel beim Brandschutz zutage traten. Bei den Bauarbeiten in den 90er-Jahren, als auch die Aula aufs Dach kam, hatte man es unterlassen, Querträger und Stützen mit Brandschutzmaterial zu verkleiden.

Diese Erkenntnis sorgte nicht zuletzt auch bei der Stadt Friesack für Unmut. Denn diese hatte die damaligen Bauarbeiten bezahlt und wird nun wieder mit zur Kasse gebeten – über die Schulkosten für Grundschüler und die differenzierte Kreisumlage. Seit 2011 kosteten die Baumaßnahmen an der Schule rund 2,6 Millionen Euro.

Von Andreas Kaatz

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