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Havelland Die Bockwindmühle ist saniert
Lokales Havelland Die Bockwindmühle ist saniert
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17:13 06.12.2018
Ilka Lenke (links) übergibt den Schüssel an Günter und Cornelia Großmann. Quelle: Norbert Stein
Bamme

Die Gäste waren pünktlich auf dem Mühlenberg. Nur der Wind fehlte um die Flügel der Bockwindmühle in Schwung zu bringen. Dennoch war die Stimmung unter den Gästen gut, denn der Anlass war speziell. Brigitte Noel fasste das in kurze, aber passende Worte: „Es ist geschafft“, sagte die Bürgermeisterin der Gemeinde Nennhausen. Bamme ist ein Ortsteil.

Die Bockwindmühle Bamme ist saniert und wird nun von einem Förderverein gepflegt und zu Schauzwecken in Betrieb genommen. Erstmals zum Deutschen Mühlentag, Pfingsten 2019.

Die Mühlenbauer haben Wort gehalten. Nach 15 Monaten Bauzeit übergaben Zimmermannsmeister Ulrich Blümner und Architekt Günther Hasenberg am Donnerstag der Gemeinde Nennhausen und dem Förderverein Bockwindmühle Bamme die sanierte Mühle.

Ein altes Gebäude

Im Jahr 1334 erstmals erwähnt, ist sie wahrscheinlich die älteste erhaltene Bockwindmühle in der Mark Brandenburg. 2007 setzte der Orkan „Kyrill“ der ohnehin schon stark beschädigten Bockwindmühle noch einmal kräftig zu und riss die Flügel ab. Spätestens nun stand fest, dass das Bauwerk nur mit einer grundlegenden Sanierung erhalten werden konnte.

Günther Hasenberg erinnerte an das Baugutachten, das er vor zehn Jahren geschrieben hatte. „Mühlen sind nicht nur eine Lust, sondern auch eine Last“, betonte der Gutachter. Die Gemeinde nahm die Herausforderung an.

Blick ins Innenleben der Mühle. Quelle: Norbert Stein

Es dauerte dann aber noch bis zum Herbst 2017. Nun übernahmen die Handwerker die Regie. Die Finanzierung war gesichert. Rund 285 00 Euro waren notwendig, um die Bockwindmühle in Ordnung zu bringen. Das Land gab 195 000 Euro Fördermittel. Die Gemeinde Nennhausen machte 60 000 Euro locker und der Förderverein Bockwindmühle Bamme mit derzeit 41 Mitgliedern gab 30 000 Euro.

Spendenaktion mit Brot

Sichern konnte der Förderverein seinen Beitrag mit Hilfe von Spenden und maßgeblicher Unterstützung der Bäckerei Thonke in Rathenow. Seit sechs Jahren wird in der Bäckerei das so genannte Mühlenbrot gebacken. Der Verkaufserlös kam stets dem Förderverein zu.

Auch 2018 war die Aktion wieder erfolgreich und so überreichte Olaf Thonke der Vorsitzenden des Fördervereins, Cornelia Großmann, am Donnerstag einen Scheck im Wert von 4000 Euro – verbunden mit der Ankündigung auch im nächsten Jahr wieder Mühlenbrot backen zu lassen.

Olaf Thonke übergibt dem Förderverein einen Scheck in Höhe von 400 Euro als Erlös aus dem diesjährigen Mühlenbrotverkauf. Quelle: Norbert Stein

Amtsdirektorin Ilka Lenke lobte die gute Zusammenarbeit mit der Zimmerei Blümner. „Das war eine umsichtige Arbeit zur Sanierung der Bockwindmühle.“ Der Zimmermannsmeister stimmte zu und sagte: „Wir hatten eine gute und geräuschlose Zusammenarbeit“.

Die Amtsdirektorin übergab Cornelia Großmann und ihrem Stellvertreter Günter Seidemann einen symbolischen Schlüssel für die Bockwindmühle. Der Förderverein wird die Mühle in seine Obhut nehmen und mit ihr zukünftig zu Schauzwecken Mehl Korn mahlen, das erste Mal öffentlich voraussichtlich zum Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag 2019.

Sekt und Schmalzstullen

„Wir werden Hobbymüller“, versprach die Vereinsvorsitzende am Donnerstag. Der Förderverein werde die kommenden Monate nutzen, um sich dafür das Wissen und praktische Kenntnisse anzueignen. Dann wurde auf den gelungen Bauabschluss mit Sekt angestoßen. Es gab Mühlenbrot-Schmalzstullen und die Gäste besichtigten die Bockwindmühle.

Bei deren Sanierung wurde viel Wert darauf gelegt, historisches Gebälk, wie den Hausbaum, zu erhalten. Auch das Kammrad blieb bestehen, die Handwerker mussten lediglich die Kammzähne auswechseln. Der Mehlbalken war allerdings kaputt und wurde aus einer Eiche aus dem Rathenower Stadtwald neu angefertigt.

Die sanierte Bockwindmühle Bamme kann man nun wieder von weit her sehen. Quelle: Norbert Stein

Im Herbst 2017 hatten die Zimmerer die Bockwindmühle zunächst in Einzelteile zerlegt. Die Einzelteile wurden begutachtet, bei Bedarf ausgebessert, wenn erforderlich durch neue Teile ersetzt. Die Bockwindmühle bekam eine neue Außenverkleidung und aus Lärchenholz gefertigte Flügel.

Nun kann man sie wieder von weit her sehen. Auf der Straße von Rathenow erkennt man die Flügel schon bald. „Und es wäre schön, wenn man sie auch aus Richtung Gräningen wieder sehen könnte“, sagte der Architekt. „So, wie es früher war. Dafür müssten allerdings einige Bäume weichen.“

Von Norbert Stein

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