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Havelland „Die CDU muss die Partei der Mitte bleiben“
Lokales Havelland „Die CDU muss die Partei der Mitte bleiben“
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07:49 28.11.2017
Von links: Uwe Feiler, Sebastian Steineke, Dieter Dombrowski beim Spargelanstich in Spaatz 2017 Quelle: Norbert Stein
Rathenow

Dieter Dombrowski gehört zu den dienstältesten Kreisvorsitzenden der CDU im Land Brandenburg. Am Donnerstag stellt er sich bei einem Parteitag zur Wiederwahl. Mit den Jahren hat sich die Partei verändert, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Sie sind – wenn Sie erneut gewählt werden – seit 25 Jahren Kreisvorsitzender der CDU. Ist das Rekord bei der CDU im Land Brandenburg?

Ja, das ist Rekord.

Wie hat sich die Partei im Havelland in der Zeit verändert?

Die CDU im Havelland hat sich seit der Wiedervereinigung bezogen auf die Mitgliedschaft extrem verändert. Ich denke, dass wir aus den Anfangsjahren etwa 20 Prozent der Mitglieder aus DDR-Zeiten im Kreisverband haben. Aber alle waren und sind wichtig, die alten und die neuen Mitglieder.

Wie viele Mitglieder hatte die CDU damals, wie viele heute?

Im Januar 1994 hatte die CDU hier 421 Mitglieder, zurzeit sind es 508. Das hört sich nicht viel an, da sich viele Mitbürger scheuen sich davor, in eine Partei einzutreten. Wir haben aber unsere Mitgliederzahlen nicht nur gehalten, sondern ausgebaut. Gerade im vergangenen halben Jahr hatten wir einen verstärkten Mitgliederzulauf.

Was waren die dringenden politischen Fragen, die in ihrer ersten Periode als Kreisvorsitzender anstanden?

Wir mussten uns in der Rolle der Opposition im Kreistag Havelland finden, nachdem es den Landkreis Rathenow nicht mehr gab. Außerdem hatte die CDU damals erhebliche finanzielle Probleme. Beides gehört schon lange der Vergangenheit an.

Welche sind es heute?

Eine herausragende Aufgabe, nämlich die Verhinderung der Kreisreform, haben wir bewältigt, indem wir mitgeholfen haben, diese unsinnige Reform zu verhindern. An Aufgaben stehen vor uns die Verbesserung des Nahverkehrs, insbesondere für das Havelland, die Umsetzung des Breitbandausbaus, die Verstärkung der offenen Jugendarbeit und die Arbeit an Kooperationen mit anderen Landkreisen.

Welche Wegbegleiter kommen Ihnen in den Sinn, wenn Sie an die 25 Jahre denken?

Da sind unser Kreisschatzmeister Holger Schiebold, ohne den vieles nicht so gut laufen würde, wie wir es gewohnt sind, es sind aber auch Menschen wie Bürgermeister Ronald Seeger und auch Weggefährten wie Petra Heintze, Rolf Schwieger und mein Vorgänger als Kreisvorsitzender, Winfried Idler. Sie alle waren für die Anfangsjahre wichtig und es wären noch viele andere zu nennen, die damals wie heute die Fahne der CDU in guten und in schlechten Zeiten hochgehalten haben.

Wie haben sich die Wahlergebnisse der CDU in der Zeit mit Höhen und Tiefen entwickelt?

Höhepunkte waren die Kommunalwahl 2003, die wir mit 33 Prozent deutlich gewonnen hatten. Wir sind aber damit nicht übermütig geworden. Eine schwierige Zeit waren die Jahre 1994 bis 2003, da in diesen Jahren das politische Klima zwischen CDU und SPD mehr als kompliziert war. Das hat sich mit Bildung der Zählgemeinschaft zum Glück in Produktivität aufgelöst. Der Landkreis wird seit 2003 gut regiert.

Was war der schwierigste und der erfreulichste Moment in der Zeit als Kreisvorsitzender?

Der schwierigste Moment war nach dem Verlust des Amtes als Landrat im Mai 1994 in die neue Rolle zu finden und den Kreisverband und mich selbst zu motivieren. Der erfreulichste Moment war, dass es gelungen ist, mit Roger Lewandowski wieder einen CDU-Landrat ins Amt zu bringen. Aber auch hier gilt, dass wir nicht übermütig werden, sondern mit allen im Kreistag vertretenen Parteien, sofern sie mitgestalten wollen, fair zusammenarbeiten.

Die Kreisreform ist Geschichte – was muss nun geschehen?

Wir werden den Landkreis zielstrebig weiterentwickeln und wir werden Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Landkreisen und mit der Stadt Brandenburg ausloten. Unser besonderes Augenmerk liegt auf der Sicherstellung der Finanzwirtschaft des Landkreises. Wir wollen auch weiter einen ausgeglichenen Haushalt sicherstellen, damit wir auch unsere eigenen Förderprogramme beibehalten können.

Haben Sie schon darüber nachgedacht, die Partei in jüngere Hände zu geben?

Der Kreisvorstand hat mich vor wenigen Wochen einstimmig für eine neue Wahlperiode nominiert. Ich glaube, dass die meisten Mitglieder daran denken, dass man eine Maschine, die gut läuft, nicht reparieren soll. Aber natürlich wird es auch hier mal Veränderungen geben. Das werden wir dann gemeinsam beraten, wenn es an der Zeit ist.

Wie muss sich die CDU bundesweit aufstellen, um im nächsten Jahrzehnt erfolgreich zu sein?

Die CDU als Volkspartei muss die Partei der Mitte bleiben. Dies macht aber auch notwendig, das gesamte demokratische Spektrum von links bis konservativ abzubilden. Diese Notwendigkeit macht uns oft die Arbeit schwer, weil viele Bürger nicht die gesamte Gesellschaft im Blick haben, sondern verständlicherweise ihre eigenen Anliegen. Die CDU hat 48 Jahre in der Bundesrepublik den Bundeskanzler gestellt. Ich denke, unser Land ist damit gut gefahren. Wir sind die fünftgrößte Wirtschaftsnation der Welt und die meisten Menschen im Ausland bewundern und beneiden uns um unser Land. Aber auch hier gilt der Spruch „Der Prophet gilt nichts im eigenen Lande.“

Haben Sie für die nächste Arbeitsperiode einen besonderen Wunsch?

In der nächsten Wahlperiode haben wir Bürgermeisterwahlen in Rathenow, Brieselang und Wustermark. Hier wollen wir wieder erfolgreich sein. Und außerdem möchte ich mit unseren Mitgliedern der CDU Havelland daran arbeiten, um unsere Mitgliederbasis zu vergrößern.

Von Joachim Wilisch

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