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Havelland Die CDU setzt auf Christian Peter
Lokales Havelland Die CDU setzt auf Christian Peter
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00:25 09.11.2015
CDU-Kreischef Dieter Dombrowski (rechts) beglückwünscht Christian Peter. Quelle: Joachim Wilisch
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Premnitz

Christian Peter ist das, was man einen politischen Senkrechtstarter nennt. Im Jahr 2011 war er weder in einer Partei, noch gehörte er der Premnitzer Stadtverordnetenversammlung an. Er war politisch interessierter Wähler und das wars. Inzwischen ist er Mitglied in der CDU (seit 2012), wurde Stadtverordneter, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Fraktionsvorsitzender. Seit Donnerstag ist er nun Bürgermeisterkandidat seiner Partei.

Ein politischer Streber ist Peer nicht. „Ich bin da reingewachsen“, sagte er. „das ist alles irgendwie gekommen und hat jeweils zu dem Zeitpunkt auch gepasst.“ Auch die Bürgermeisterkandidatur. „Die CDU und ich, das geht zusammen, das habe ich gemerkt.“ Darum fühle er sich nun auch in der Lage eine solche Herausforderung anzunehmen.

CDU stellte bisher die Bürgermeister

Wenn es um das Bürgermeisteramt geht, dann ist die CDU in Premnitz so etwas wie eine Traditionspartei. Mit Joachim Aurich war der erste Bürgermeister nach der Wende ein Christdemokrat. Sein parteiloser Nachfolger Roy Wallenta wurde im Jahr 2000 zur Wahl mit einem CDU-Ticket ausgestattet. Und nun soll Christian Peter Roy Wallenta beerben. Der war bei seiner Wiederwahl allerdings als unabhängiger Kandidat angetreten. „So ist das eben“, sinnierte am Donnerstag der CDU-Kreisvorsitzende Dieter Dombrowski. „Bürgermeister ist halt Bürgermeister.“

Früher Tore, jetzt Geld

Christian Peter ist ein junger Kandidat. Mit 32 Jahren sogar einer der jüngsten, die den Bürgermeisterstuhl erobern wollen. Peter ist gelernter Bankfachwirt.

Sein Hobby ist Fußball. Beim TSV Chemie Premnitz war er Spieler, Trainer und Jugendleiter. Seit 2005 gehört er dem Sportfischerverein Premnitz an. Außerdem engagiert er sich im Förderverein der Grundschule am Dachsberg.

Aufsichtsratposten hat Peter bei der Gesundheitszentrum GmbH, bei der Dauerwohstätte GmbH und bei der Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft.

Die Bürgermesterwahl ist am 10. April 2016, der Stichwahltermin wäre zwei Wochen später.

Ein Wahlprogramm wollte Christian Peter zu seiner Nominierung noch nicht verkünden. Aber er machte auch deutlich, wo er sich von seinem Mitbewerber von der SPD absetzt. „Ich bin nicht sicher, ob es richtig ist, in den kommenden Jahren einen Schwerpunkt in Ortsteilen zu setzen“. Diese Absicht hatte SPD-Kandidat Ralf Tebling bekundet. „Ich würde lieber Premnitz und seine Ortsteile als Ganzes im Auge haben“, sagte Peter.

Lieber Ideen statt Wahlversprechen

Einige Ideen habe er, so der Kandidat, die nicht gleich als Wahlversprechen ausgelegt werden sollten. Wichtig sei ihm der Wohnraum für junge Familien, damit es gelingt Premnitz auch in Zukunft als interessanten Standort für Industrieansiedlungen anpreisen zu können. „Wir müssen feststellen, die Menschen werden älter und dafür muss es die entsprechenden Angebote geben.“ Zugleich aber werde es notwendig sein, Wohnraum für junge Menschen bereit zu halten, die in der Stadt bleiben wollen oder sogar hinziehen möchten.

CDU-Kreistagschef Michael Koch (li). gratuliert Christian Peter. Quelle: Joachim Wilisch

Dem Industriegebiet wird sein Augenmerk auf jeden Fall gelten, wenn er Bürgermeister ist. „Das ist ja für jeden Bürgermeister und jeden Kandidaten ganz klar“, sagte er. Es gebe derzeit etwa 1400 Arbeitsplätze in den Unternehmen, die auf dem ehemaligen Werksgelände angesiedelt sind. Das sei zwar längst nicht das, was vor der Wiedervereinigung existierte aber es sei ein guter Grundstock.

Der „Premnitzer Weg“ ist ein Königsweg

Die Wirtschaft im Raum Brandenburg, Premnitz und Rathenow müsse durch gemeinsame Initiativen gestärkt werden. Hier habe es bereits ermutigende Schritte gegeben.

Und: Die Kommunalpolitik soll weiter auf dem „Premnitzer Weg“ gehen. Damit wird beschrieben, dass sich in Premnitz der Bürgermeister stets darum bemüht hat die Politik mit allen SVV-Fraktionen ausgleichend zu gestalten. Der „Premnitzer Weg“ ist auch ein Bestandteil der Agenda des SPD-Bewerbers. Ihn zu verlassen haben die aktuellen Kommunalpolitiker nicht im Sinn.

Fragen der CDU-Mitglieder nach touristischer Wertschöpfung und der Zukunft der Umgehungsstraße beantwortete Peter vorsichtig. „Es wäre schön eine schnellere Anbindung an die Autobahn zu haben.“ Und natürlich müssen die Tourismuseffekte der Bundesgartenschau sinnvoll genutzt werden.

CDU-Kreischef macht den Premnitzern Mut

Dieter Dombrowski machte seinen Premnitzer Parteifreunden für die kommenden Monate Mut: Sie haben einen guten Kandidaten. Er ist bodenständig und er hat seine Chance. Die Stadt Premnitz hat sich unter CDU-Bürgermeistern gut entwickelt.“ Die Unterstützung des Kreisverbandes sicherte Dombrowski zu.

Die Nominierung selbst leitete der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Michael Koch. Er hatte ein leichtes Amt, nachdem die Zahl der wahlberechtigten Mitglieder nach mehrfachem Durchzählen feststand. Christian Peter wurde einstimmig nominiert – keine Gegenstimme, keine Enthaltung.

Nach der Wahl: Die CDU-Protagonisten mit Altbürgermeister Aurich (rechts). Quelle: Joachim Wilisch

Von Joachim Wilisch

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