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Havelland Die Dallgower schätzen ihren Heimatort
Lokales Havelland Die Dallgower schätzen ihren Heimatort
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00:17 25.03.2017
Gerne mittendrin: Peter Nanzka beim Dallgower Seniorentanz. Quelle: Tanja M. Marotzke
Dallgow-Döberitz

Peter lässt die Puppen tanzen. Könnte man so sagen. Wobei die Puppen schon ein paar Jährchen vorweisen können. Und amtlich formuliert heißt das dann wohl auch eher: Peter Nanzka kümmert sich um den Seniorentanz in Dallgow-Döberitz. Er tut es gerne, beherzt und mit Humor. Bloß mittanzen will er selbst nicht. Er organisiert, hält die Fäden in der Hand und sorgt mit vorgetragenen Texten und Moderationen für gute Laune und Unterhaltung, wenn der Seniorenbeirat einmal im Monat zum Tanz ins Deutsche Haus lädt.

Der Seniorentanz ist längst keine Sache nur für Dallgower. Das hat sich rumgesprochen, aus Falkensee und Wustermark kommen Tanzfreunde. Längere Zeit kam sogar ein Ehepaar aus Rathenow regelmäßig nach Dallgow, um mit Gleichgesinnten eine gesellige Stunde zu verbringen.

Und darauf kommt es an, meint Peter Nanzka. Wer will, kann tanzen, wer nur zuschauen oder schwatzen möchte, ist auch willkommen. „Wir schaffen eine Möglichkeit der Begegnung“, sagt er, und die hält er für sehr wichtig im Alter, wo für viele die Einsamkeit die größte Krankheit ist.

Peter Nanzka selbst hatte sich seinen Ruhestand eigentlich ganz anders vorgestellt. Geboren in Staßfurt, zog seine Familie früh nach Berlin, er wuchs in Wilmersdorf auf. In Berlin hat er gearbeitet, unter anderem die Geschäftsstelle einer Versicherung geleitet. Im Jahr 2000 zogen er und seine Frau nach Dallgow. Schöne Jahre, aber dann starb plötzlich seinen Frau. „Was machst du jetzt?“, hat er sich gefragt und festgestellt: „Man merkt als Mann oft spät, was eine Frau so alles neben der Arbeit im Haushalt macht.“ Aber dem Witwer Peter Nanzka war klar, er wollte sich nicht zuhause verkriechen. „Das ist nicht mein Naturell“, sagt er. Und weil er ein Mann ist, der auf andere Menschen zugehen kann, der ihnen freundlich-interessiert begegnet, brachte er sich schnell ein. Er besuchte einen Kochkurs, ging zum Englisch-Auffrisch-Kurs, hatte einen guten Kontakt zu Freunden und Nachbarn. Vom Seniorenbeirat hatte er in der Zeitung gelesen, da hat er gesagt: Da bringe ich mich ein. Inzwischen ist er Vorsitzender des Dallgower Seniorenbeirates. „Neu- und Alt-Dallgower kommen im Vorstand zusammen, das ist eine gute Mischung“, sagt er. Der Beirat will weit mehr, als nur Tanznachmittage organisieren. Er will sich auch in die politische Debatte einbringen. Peter Nanzka geht oft zu den Beratungen der Ausschüsse, wird gehört, wenn er etwas sagen will. Dabei kann er sich auf die Meinungen von vielen Dallgower Senioren stützen. Im Dezember 2013 hat der Beirat eine groß angelegte Umfrageaktion „Älterwerden in Dallgow“ gestartet. Die Ergebnisse sind für die Gestaltung der Kommune interessant. Mehr als zwei Drittel der befragten Senioren wollen in Dallgow wohnen bleiben, vier Prozent wollen wegziehen, die anderen wissen es noch nicht. Die meisten wollen auch in ihren eigenen vier Wänden bleiben. Mehr als drei Viertel aller Befragten wohnen im eigenen Haus, ein Viertel wohnt alleine. Bei der Fragen „Würden Sie in eine Anlage des Betreuten Wohnen ziehen?“ gehen die Meinungen auseinander: eine Hälfte sagt ja, eine Hälfte sagt nein.

„Wir haben auch gefragt, was die Senioren vermissen“, erklärt Peter Nanzka. Da wird kritisch die Einkaufssituation nördlich der Bahnlinie, die fehlende Barrierefreiheit von öffentlichen Räumen und die Taktung der Züge genannt. „Die Barrierefreiheit des Rathauses wird ja hoffentlich mit dem Neubau erreicht werden“, blickt Peter Nanzka in die Zukunft. Als positiv bewerten viele Senioren das Angebot in Sachen Sport und den Bürgerbus. „Der ist Klasse“, sagt Peter Nanzka, und er weiß, dass viele Dallgower die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Fahrer loben, die das Angebot ehrenamtlich unterbreiten.

Peter Nanzka will die älteren Menschen in Dallgow ermuntern zum Mitmachen und Mitreden. Für manchen kann so ein Erstgespräch beim Tanznachmittag zustandekommen. Der Tanz ist das Erfolgsmodell der Dallgower. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 700 Besucher zu den schwungvollen Runden. Und weil es bei der Faschingsfeier in diesem Jahr so hoch her ging, kam der Wunsch nach einem Oktoberfest auf. „Am meisten zucken die Füße, wenn Rock ’n’ Roll gespielt wird“, hat Peter Nanzka beobachtet. Die Musik aus der eigenen Jugendzeit hält jung.

Von Marlies Schnaibel

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