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Havelland Die Geschichte der Optikindustrie in Rathenow
Lokales Havelland Die Geschichte der Optikindustrie in Rathenow
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02:15 15.04.2016
Stefan Lippold hat das operative Geschäft bei Ophthalmica von Reiner und Marlene Krug übernommen. Quelle: Wilisch
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Rathenow

Nachdem 1989 der Eiserne Vorhang gefallen und die Wiedervereinigung ein Jahr später vollzogen war, stand für Reiner und Marlene Krug fest, wo sie sich mit einer Brillenglasschleiferei selbstständig machen wollten. Rathenow – tiefster Osten, in Brandenburg – schon damals als „Kleine DDR“ bezeichnet. Das alles schreckte Marlene und Reiner Krug nicht. Sie waren in Wetzlar zuhause – sozusagen der Stadt der Optik im Westen.

Rathenow also – das Ehepaar Krug baute die Brillenglasschleiferei Ophthalmica auf. Und die beiden hatten Glück. In den Rathenower Optischen Werken rollte bereits die Kündigungswelle, da stand Fachpersonal zur Verfügung. Die neuen Geschäftsinhaber griffen zu. Heute ist Ophthalmica Brillengläser ein erfolgreicher Optikbetrieb in Rathenow. Reiner und Marlene Krug haben das aktive operative Geschäft in jüngere Hände gelegt.

Betrieb überdauerte so manche Krise

Der Betrieb überdauerte die Krisen mancher anderer Optikbetriebe. Als Reiner und Marlene Krug begannen, war in Rathenow noch die Metzeler-Brillenmanufaktur und es gab die Filialen von Essilor oder auch Mikroskoptechnik Rathenow. Dazu gesellen sich kleine Spezialfirmen, die Brillen mit ganz besonderen Stärken anbieten.

Und dann gab es die Rathenower Optischen Werke eben. Der Brillenmagnat Fielmann nahm sich dieses Unternehmens an und erwarb von der Treuhand umfangreiche Liegenschaften. Darunter auch das alte Verwaltungsgebäude, wo sich heute das Rathaus der Stadt befindet. Produziert wurde auf der Magazininsel. Inzwischen hat Fielmann ein großes Produktions- und Logistikzentrum im Süden Rathenow. Jede zweite deutsche Fielmann-Brille, die in der Republik getragen wird, kommt aus Rathenow.

Neuer Studiengang

Ab dem Wintersemester bietet die Technische Universität Brandenburg mit der Landesoptikerinnung Rathenow die duale Ausbildung Augenoptik/Optische Gerätetechnik an. 24 Studenten haben pro Semester die Chance, aufgenommen zu werden. Das Studium wird in Brandenburg an der Havel und Rathenow absolviert.

Mit dem dualen Studium können Unternehmen ihren Nachwuchs passgenau ausbilden und frühzeitig kluge Köpfe an sich binden. Geplant sind drei Ausbildungstage pro Woche an der Hochschule, sowie zwei Tage am Standort der Innung in Rathenow.

Das Angebot richtet sich sowohl an Absolventen einer Augenoptiker-Ausbildung als auch an Abiturienten. Nach sieben Semestern können sie den Abschluss Bachelor of Engineering erwerben. Berufliche Einsatzmöglichkeiten warten dann im Augenoptikfachgeschäft, in der medizinischen Augenversorgung und in der augenoptischen Industrie.

Und rund um diese Betriebe hat sich ein Netzwerk angesiedelt, das die Palette vervollständigt. Optotec stellt Geräte für Augenoptiker her, Ladeneinrichtungen für Optiker kommen ebenfalls aus dem Westhavelland. Und dazu kommen natürlich Augenoptiker. Zum Beispiel die Fielmann-Filiale, die in Rathenow nicht fehlen darf. Oder Traditionsgeschäfte, wie die von Hermann Fischer.

Rund um die Betriebe hat sich ein Netzwerk angesiedelt

Einige Firmen sind inzwischen Geschichte: Metzeler hat dicht gemacht. Essilor ebenfalls.Trotzdem ist Rathenow einer der großen Optikstandorte. Um im Markt erfolgreich zu sein, haben sich die Unternehmen vor Jahren schon zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, das inzwischen als Optik-Allianz-Berlin-Brandenburg (oabb) firmiert. Dazu gehört auch ein gemeinsamer Auftritt bei Messen, zum Beispiel bei der Opti in München.

Zu den Unternehmen kommt die Ausbildung. Die Augenoptikerinnung des Landes hat ihren Standort hier, im Oberstufenzentrum Havelland erfolgt die theoretische Ausbildung.

Eines aber ist Vergangenheit und wird sich wohl nicht wiederholen: Bis 1989 gab es in der Optikindustrie über 6000 Angestellte. Inzwischen geht vieles automatisch.

Von Joachim Wilisch

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