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Die „Grünen Damen“ pflegen Kranke

Ehrenamtliche in der Rathenower Klinik Die „Grünen Damen“ pflegen Kranke

Manchmal sind Gespräche genauso wichtig wie Medikamente: Die „Grünen Damen“ besuchen seit zehn Jahren Patienten in der Rathenower Klinik. 20 Minuten lang sprechen sie mit den Kranken über alles Alltägliche. Damit leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Genesung.

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Aktive und ehemalige „Grüne Damen“ in Rathenow.

Quelle: Uwe Hoffmann

Rathenow. „Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen besuchen vor allem Patienten, die wenig oder keinen Besuch bekommen“, sagt Dorit Zahn, Verwaltungsdirektorin der Havelland Kliniken. „Durch persönliche Zuwendung und Hilfe tragen sie, neben der medizinischen und pflegerischen Behandlung, zur Erleichterung des Krankenhausaufenthaltes und Gesundung der Patienten bei.“ Einmal im Jahr treffen sich die „Grünen Damen“, wie sich das seit rund 45 Jahren in Deutschland bestehende ehrenamtliche Netzwerk nennt, zum gemütlichen Beisammensein. Um das zehnjährige Bestehen des Besuchsdienstes in Rathenow zu feiern und das Engagement der aktiven und bisherigen „Grünen Damen“ zu würdigen, luden die Havelland Kliniken am Montagabend in die Gaststätte „Am alten Hafen“ ein.

Am 1. Juni 2005 startete das Netzwerk an der Klinik Rathenow. Ein Jahr lang bereitete Initiatorin Christine Ermisch den Aufbau des Besuchsdienstes vor. Gemeinsam mit ihr immer noch seit der Anfangszeit dabei ist Petra Sorn aus Rathenow. Während der langwierigen Erkrankung von Christine Ermisch übernahm sie vertretungsweise die Koordinierung der Gruppe. Kurz nach dem Start in Rathenow warb die Sozialamtsleiterin Ermisch (1990 bis 2008) mit ihrer Idee auch an der Klinik Nauen. Helga Breder aus Paulinenaue, „Grüne Dame“ der ersten Stunde im Osthavelland, ist dort immer noch aktiv. Die Motive der Ehrenamtler sind sicherlich unterschiedlich. „Aber eines eint alle: Sie können zuhören und sind selbst verschwiegen bezüglich der Gesprächsinhalte mit den Patienten“, sagt Christine Ermisch. „Unsere Ehrenamtlerinnen haben an speziellen Weiterbildungen teilgenommen, bei denen uns die Havelland Kliniken unterstützt haben.“

Bis zum letzten Jahr war auch Benita von Stechow bei den „Grünen Damen“ aktiv. Sie ging zweimal im Monat ins Krankenhaus. „Man bekommt viel von den Patienten zurück. Teilweise hat man ganze Lebens- und Familiengeschichten der Patienten kennengelernt“, erzählt die Nennhausenerin. „Manche möchten auch einmal mit jemand anderem über seine Probleme sprechen, als mit Familienangehörigen. Ich habe aber auch festgestellt, wie furchtbar verlassen man sich fühlt, wenn man gar keinen Verwandten mehr hat, der einen besucht.“ Besuche im Altenheim gehören teilweise auch zum Besuchsprogramm. Eine Zeit lang besuchte Benita von Stechow auch einen afghanischen Jungen auf der Kinderstation.

Bei den monatlichen Treffen der „Grünen Damen“ tauschen sich die Einzelkämpferinnen gegenseitig aus und können auf den Stationen möglicherweise aufgetretene Probleme ansprechen. Ulrike Leder, Sachgebietsleiterin des Sozialdienstes der Havelland Kliniken, ist bei den monatlichen Treffen Ansprechpartnerin auf Seiten der Klinikleitung. Die Besuchstermine werden individuell gestaltet und quartalsweise abgestimmt. An durchschnittlich einem Tag pro Woche nehmen die „Grünen Damen“ mehrere Besuchstermine von durchschnittlich 20 Minuten wahr.

Zu den „Grünen Damen“ gehörte bis vor einem Jahr auch der 22-jährige Kevin Kama. „Neben Frauen können sich gern auch Herren melden, die unsere Arbeit unterstützen wollen“, ruft Christine Ermisch die Havelländer auf. Kontakt und Informationen unter 03385/513852 und 03385/494799.

Von Uwe Hoffmann

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