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Die Hälfte aller Preju-Besucher sind Flüchtlinge

Premnitzer Die Hälfte aller Preju-Besucher sind Flüchtlinge

Seit dem Sommer 2014 haben über 200 Asylbewerber eine Unterkunft in Premnitz bekommen. Das wirkt sich auch auf die Arbeit im Premnitzer Jugendklub Preju aus. Wie die offizielle Statistik zeigt, hat dort gegenwärtig die Hälfte der Besucher einen Fluchthintergrund.

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Der Billardtisch ist bei den Jugendlichen aus Syrien sehr beliebt.

Quelle: Foto: Bernd Geske

Premnitz. Dass seit 2014 in Premnitz über 200 Flüchtlinge eine Unterkunft bekommen haben, wirkt sich auch auf die Arbeit im Premnitzer Jugendklub Preju aus. Wie Claudia Nahrstedt von Preju berichtet, sind gegenwärtig rund 50 Prozent aller Besucher dort Angehörige von Asylbewerberfamilien. „Wir machen keine Unterschiede“, erklärt sie, „alle, die zu uns kommen möchten, sind willkommen.“

Es seien meist Jugendliche und junge Erwachsene, viele aus Syrien und einige aus Eritrea. Manchmal kommen auch Kinder. Mädchen nur sehr wenige, kurzzeitig schaue auch eine Mutter mal vorbei. Die Verständigung sei wegen der geringen Sprachkenntnisse schwierig. Mit Englisch sei ein wenig möglich, meist laufe die Verständigung mit Händen und Füßen. Das Billard und der Sportraum würden häufig von den jungen Leuten aus Flüchtlingsfamilien genutzt, sagt Claudia Nahrstedt. Auch an der Spielkonsole X-Box seien sie gern. Viele nehmen an den PCs im Jugendklub über das soziale Netzwerk Facebook Kontakt zu Familienmitgliedern in der Ferne auf. Vor ein paar Wochen sei extra für die Flüchtlinge das Programm Skype installiert worden, damit sie Videotelefonate mit Verwandten führen können. Die Nutzung all dieser Dinge sei für die Flüchtlinge genauso kostenlos wie für Einheimische.

Seit einigen Wochen gibt es im Keller des Jugendklubs eine Fahrradwerkstatt. Ein Asylbewerber aus Tschetschenien repariert dort Fahrräder für Flüchtlinge. „Da ist immer Betrieb“, sagt Claudia Nahrstedt. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag sei die Werkstatt von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Mehrfach schon hätten Premnitzer Fahrräder und Werkzeuge gespendet, die sie nicht mehr benötigen. Um Aussagen über das Nutzungsverhalten machen zu können, werden die Besucher im Jugendklub auch gezählt. Grundsätzlich schwanken die Zahlen in einem gewissen Maß. So sind im März und April um die 30 Nutzer gezählt worden. Im Mai waren es fast 40, und 24 von ihnen sind junge Leute mit Fluchthintergrund gewesen. Auseinandersetzungen gibt es nicht, alle vertragen sich gut.

Am Anfang, als im Sommer 2014 die ersten Flüchtlinge nach Premnitz kamen, sei der Heimleiter auch mit einer Gruppe in den Jugendklub gekommen, um ihn vorzustellen. Sie selbst, teilt Cluadia Nahrstedt mit, bringe regelmäßig einen Monatsplan der im Klub geplanten Veranstaltungen in die Gemeinschaftsunterkunft an der Alten Waldstraße. Am 25. Juli beginnt im Klub das nächste Sommerferiencamp. Auch die Kinder von Asylbewerbern sind dabei herzlich willkommen.

Von Bernd Geske

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