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Havelland Die Havel-Surfer räumen Wirtschaftspreis ab
Lokales Havelland Die Havel-Surfer räumen Wirtschaftspreis ab
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00:20 19.10.2017
Ein Blick zurück zu den surfenden Kunden. Frank Sorge am Steuer seines „2 Wave“-Bootes. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Mögelin

Es muss nicht Hawaii, Kalifornien oder Australien sein. Surfen kann man auch auf der Havel. Möglich gemacht hat das der Mögeliner Frank Sorge. Er hat ein Boot konstruiert, das Heckwellen erzeugt, auf denen man mit Surfbrettern fahren kann. Dafür hat er jetzt vom Landkreis Havelland den Wirtschaftsförderpreis in der Kategorie „Innovation“ erhalten. Auf der Wasserskistrecke bei Pritzerbe zeigt er nun schon das fünfte Jahr hintereinander, dass das Havel-Surfen funktioniert und dass seine Firma „2 Wave“ (2 Wellen) wirtschaftlich auf stabilen Beinen steht.

Ganz bewusst hat Frank Sorge auf die Erzeugung von kleinen Wellen gesetzt. Vom normalen Wasserspiegel aus sind sie nur rund einen halben Meter hoch. Das spart Energie, ist umweltverträglich für den Fluss und erlaubt ein Surfen voller Harmonie. „Wir fahren sehr langsam“, erklärt er, „nur mit einer Geschwindigkeit von 16 km/h.“ Das sei viel, viel weniger Tempo als beim Wake-Board-Fahren oder Wasserski. Die Kraft seiner Wellen sei am Ufer fast vollständig abgeklungen, doch reiche ihre Energie allemal aus, um in der Flussmitte in relativer Ruhe darauf zu fahren. Das sei sehr einsteigerfreundlich und eine schöne Variante, um das Surfen einmal auszuprobieren.

Das „2 Wave“-Boot, das Frank Sorge konstruiert hat und in Havelberg bauen ließ. Quelle: 2 Wave

Der Dreh- und Angelpunkt von allem ist natürlich das innovative Wasserfahrzeug. „Surfen am Boot gibt es schon seit den achtziger Jahren“, schickt Frank Sorge vorweg. Das sei aber nur etwas für Könner, denn dabei werde bei hohem Tempo gleich auf der ersten Welle kurz hinter dem Boot gesurft. Es gebe nur eine Welle, Abstand zum Heck maximal zwei Meter. Er habe sein Boot dagegen so ausgelegt, erklärt er, dass die Kunden etwa 20 Meter hinter dem Heck einen soliden Sicherheitsabstand haben. Außerdem erzeuge es zwei Wellen.

Die Surfer werden mit einen Zugseil am Boot auf das nötige Tempo gebracht, gleiten auf die Welle hinauf, können sich am Seil weiter festhalten – oder loslassen und freihändig surfen. „Es ist ein einzigartiges Gefühl, auf einer Welle zu surfen“, schwärmt der Chef, „wer es einmal erlebt hat, vergisst das nie mehr.“ Rund 200 Meter kann bei einer Tour auf der Welle geritten werden.

Auf Wunsch steigt der Chef auch selbst aufs Brett, um den Anfängern zu helfen. Quelle: JACQUELINE STEINER

Das Boot hat zwei große Ballasttanks, in die Wasser gelassen werden kann, und vier individuell einstellbare Klappen am Heck, mit denen der Meister die Wellen komponiert. „2012 war unser Erprobungsjahr“, berichtet der Mögeliner. „Es war schnell klar, dass es funktioniert. Wir haben aber ziemlich lange gebraucht, um die optimale Einstellung zu finden.“

2013 hat er das Havel-Surfen erstmals für Kunden angeboten. Eine Zielgruppe sind Anfänger und Neulinge. Mehr und mehr kommen aber auch erfahrene Surfer hinzu, die hier im Vergleich zum Ozean relativ viel Zeit auf der Welle haben und an ihrer Technik feilen oder betont Spaß haben können. Die gerade zu Ende gegangene Saison 2017 war für Frank Sorge eher durchwachsen, weil das Wetter nicht so besonders war. Seine Kunden kommen immerhin aber aus ganz Deutschland zum Havel-Surfen nach Pritzerbe, weil Frank Sorge nach wie vor der einzige Anbieter in der Bundesrepublik ist.

Er selbst beherrscht es perfekt. Quelle: JACQUELINE STEINER

Seine Firma 2 Wave ist im Internet zu finden unter www.2wave.de und per Telefon erreichbar unter 0177/7 68 16 38. Den Wirtschaftsförderpreis zu bekommen, kommentiert Frank Sorge mit dem Worten: „Das ist etwas Außergewöhnliches.“ Er freue sich sehr, hier im Havelland so positiv wahrgenommen zu werden. Er werde nicht aufhören, sein Boot weiter zu entwickeln und stets daran arbeiten, es immer mehr zu optimieren.

Von Bernd Geske

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