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Die Havelland-Kliniken feiern 20. Geburtstag

Nauen Die Havelland-Kliniken feiern 20. Geburtstag

Der Havelland Kliniken Unternehmensgruppe ist die Investitionsfreude auch nach 20 Jahren nicht abhanden gekommen. Nachdem in dieser Zeit schon etliche Millionen Euro verbaut worden sind, soll es in diesem Jahr mit zwei weitere Vorhaben losgehen. Im Sommer ist unter anderem Baubeginn für die Pflegefachschule.

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So soll die neue Pflegefachschule in Nauen aussehen: Der Neubau entsteht ab Sommer dieses Jahres hinter dem Seniorenpflegezentrum in der Ketziner Straße.

Quelle: Havelland Kliniken

Nauen. Ein großes Jubiläum begeht in diesem Jahr die Havelland Kliniken Unternehmensgruppe: Vor 20 Jahren wurde in Nauen das neue Krankenhaus für 70 Millionen Euro in Betrieb genommen. Seither hat das kreisliche Unternehmen etliche weitere neue Einrichtungen aus dem Boden gestampft – ob in Nauen, Rathenow oder Premnitz.

Aber auch zwei Jahrzehnte nach dem Klinikneubau ist der Unternehmensgruppe die Investitionsfreude nicht abhanden gekommen. „Wir haben zwei Großinvestitionen vor, die jeweils vier Millionen Euro kosten“, kündigt Kliniken-Geschäftsführer Jörg Grigoleit an. Alles ohne Fördermittel, aber mit einem Zuschuss des Landkreises als Gesellschafter in Höhe von etwa 40 Prozent. So wird ab Sommer vor dem Seniorenzentrum in der Ketziner Straße das Gesundheits- und Verwaltungszentrum entstehen – ein schon lange geplantes Projekt. In die mittlere Etage werden die Arztpraxen des Medizinischen Dienstleistungszentrums einziehen, die jetzt noch gegenüber ihren Sitz haben. Unten sollen die Apotheke und unter anderem ein Imbiss einziehen sowie oben das Personalmanagement der Unternehmensgruppe.

Ebenfalls im Sommer soll Baustart sein für die Pflegefachschule, die hinter dem Nauener Seniorenzentrum errichtet wird. Derzeit laufen bereits die Erschließungsarbeiten. „Wir streben an, dass die Schule zum Ausbildungsbeginn im Oktober 2019 fertiggestellt ist“, so Grigoleit. In dem Gebäude sollen künftig die Altenpfleger ihre Ausbildung erhalten, die derzeit noch in Selbelang unterrichtet werden. Zudem ist geplant, dass ein neuer Ausbildungsgang angeboten wird, bei dem die Teilnehmer gleich zwei Abschlüsse erreichen: als Altenpfleger sowie als Gesundheits- und Krankenpfleger. Dazu muss das Land aber erst noch zustimmen.

Mit Hilfe der Pflegefachschule will die Unternehmensgruppe ihren Fachkräftebedarf zumindest zum Teil decken. Darüber hinaus plant sie eine neue Strategie, um diesen Bedarf im Rahmen zu halten und gleichzeitig patientenfreundlicher zu werden. „Wir wollen versuchen, aus anderen Berufsgruppen Personal zu gewinnen“, sagt Grigoleit. So will man Servicekräfte beispielsweise aus dem Gastronomiebereich einstellen. Sie sollen für krankenhausferne Leistungen wie Betten machen, Räume reinigen oder Essenverteilung zuständig sein. „Das Krankenhaus wird bezüglich der Verpflegungs- und Beherbergungsleistungen wie ein Hotelbetrieb organisiert. Wir haben dann auch so etwas wie eine Hausdame. Damit können sich die Pflegekräfte mehr auf die Patienten konzentrieren“, so der Geschäftsführer.

Vorgesehen ist, dass sich ein Mitarbeiter um die Belange von vier bis fünf Patienten kümmert. Er ist ihr ständiger Ansprechpartner und macht für sie beispielsweise Termine in Fachabteilungen. „Wir wollen damit in Nauen beginnen und später, aber auch noch in diesem Jahr, in Rathenow fortsetzen“, sagt der Geschäftsführer. Geprüft werden soll zudem in diesem Jahr, ob dieses Modell auch im Seniorenzentrum Fontanepark in Rathenow zur Anwendung kommen kann, um die Pflegekräfte dort zu entlasten.

Jörg Grigoleit kündigt außerdem an, dass der Neubau eines Seniorenzentrums in Wustermark vorbereitet wird. Das Grundstück in der Ortsmitte ist bereits erworben. Aber damit nicht genug. Nach der Bürgermeisterwahl will er auf die Verantwortlichen dort zugehen und – ähnlich wie zuvor in Premnitz, wo 2017 das Gesundheits- und Familienzentrum eröffnet worden ist – eine Vereinbarung abschließen. „Es geht darum, wie man perspektivisch die pflegerische und gesundheitliche Versorgung der Region gewährleisten kann“, sagt Grigoleit.

Dazu soll auch der Aufbau eines Landambulatoriums am Standort Wustermark gehören. Dort können Räume für Facharztsprechstunden, Physiotherapie oder Laborleistungen bereitgestellt werden. Denn die Unternehmensgruppe hat sich auf ihre Fahnen geschrieben, die medizinische Versorgung im ländlichen Bereich zu erhalten. Dazu will man in Zukunft weitere Arztpraxen erwerben – auch solche, für die es keinen Nachfolger gibt.

Die Havelland Kliniken haben somit auch nach 20 Jahren noch viel vor. Das Jubiläum soll mit vielen Veranstaltungen gefeiert werden. Höhepunkt ist das Fest am 23. Juni.

Von Andreas Kaatz

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