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Die „Hoffnung“ ist abgebrannt

Motorschiff aus Ketzin/Havel Totalschaden Die „Hoffnung“ ist abgebrannt

Knapp 102 Jahre alt ist das Motorschiff Hoffnung der Ketziner Reederei Herzog. Viele Havelländer, Brandenburger und Berliner waren mit dem Ausflugsschiff unterwegs. Jetzt ist es abgebrannt.

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Auf der Malzer Werft in Oranienburg brannte das Motorschiff Hoffnung komplett aus.

Quelle: Marco Winkler

Ketzin/Havel/Oranienburg. Der Schock beim Ketziner Reeder Wilfried Herzog sitzt noch immer tief. Wenige Tage ist es her, dass er sein ältestes Ausflugsschiff – die MS Hoffnung – bei einem Brand verloren hat. „Ob die Hoffnung jemals wieder aufgebaut werden kann, weiß ich noch nicht. Das hängt natürlich von der Versicherung ab“, sagte ein verzweifelter Wilfried Herzog gegenüber der MAZ. Der Ketziner Reederei gehören mit dem MS Harmonie und dem MS Bellevue noch zwei andere Schiffe an, so dass das Familienunternehmen nicht in seiner Existenz gefährdet ist. Die Fahrgastschifffahrt in Ketzin werde es weiter geben, so die Botschaft von Wilfried Herzog.

Wilfried Herzog auf der „Hoffnung“

Wilfried Herzog auf der „Hoffnung“.

Quelle: Jens Wegener

Der 22. Juli war ein schwarzer Freitag für den Reeder. Nichts Böses ahnend fuhr er zur Werft nach Oranienburg, wo normale Reparaturarbeiten an am Schiff Hoffnung gemacht werden sollten, erinnert er sich. „Als ich dort ankam, stand es bereits in Flammen. Große Rauchschwaden stiegen auf. Ich dachte, ich sehe nicht richtig.“ Bei Schweißarbeiten am Rumpf des fast 102 Jahre Schiffes sei es wohl aus noch ungeklärter Ursache zu dem Brand gekommen, erzählt Herzog. Fünf Löschfahrzeuge der Oranienburger Feuerwehr mussten mit einer Drehleiter anrücken, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Nach gut zwei Stunden waren die Flammen gebannt. Die Hoffnung ist ein Totalschaden.

Erst im Oktober 2014 hatte die Reederei den 100. Geburtstag des Motorschiffes Hoffnung gefeiert, das in einer Magdeburger Werft vom Stapel gelaufen war.

Technische Daten

Das Motorschiff Hoffnung wurde 1914 auf einer Werft in Magdeburg gebaut.

1948 erfolgte der Wiederaufbau des Schiffes, nachdem es zuvor in Tegel auf Grund gelegen hatte.

Der Motor ist zweimal ausgewechselt worden. Er hat 140 PS.

Das Schiff ist 19,7 Meter lang und 3,7 Meter breit. Der Tiefgang beträgt 1,20 Meter.

An Bord gibt es 40 Innensitzplätze und 20 Außensitzgelegenheiten.

Es gab kostenlose Rundfahren ab Ketzin und an Bord eine Ausstellung über die Geschichte des Ausflugsschiffes. Damals wurde es als Barkasse gebaut, um die Hafenarbeiter zu befördern, bevor es in den Wirren des Zweiten Weltkrieges nach Berlin-Tegel kam. Der Großvater von Wilfried Herzog kaufte das Schiff Hoffnung 1946, obwohl es zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr fahrtüchtig war. Er begann mit der Restaurierung. Das war der Einstieg der Familie Herzog in die Fahrgastschifffahrt, die bis heute, inzwischen in sechster Generation, betrieben wird. Zu den prominenten Fahrgästen der „Hoffnung“ gehörten der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der letzte Ministerpräsident der DDR Lothar de Maizière, Ex-Ministerpräsident Manfred Stolpe und die Außenminister eines G8-Gipfels. Zuletzt war das Schiff Hoffnung auf der Havel zwischen Potsdam, Ketzin, Brandenburg und Berlin unterwegs, es wurde oft für Familienfeiern gechartert.

Von Jens Wegener

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