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Die Jugend will was bewegen

Milow (Havelland) Die Jugend will was bewegen

Im März 2016 gründeten engagierte Jugendliche das Milower Jugendparlament. Ihr Ziel: Gemeinsam etwas in ihrer Heimat bewegen und mehr Angebote für junge Menschen zu schaffen. Dafür setzen sich derzeit elf aktive Mitglieder ein. Einiges haben sie schon erreicht.

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Sich gegenseitig helfen und was bewegen, das wollen Kathleen Ziemke, Vivian Schmunk, Annika Ziemke, Hauke Fuchs und Lukas Plege.

Quelle: Christin Schmidt

Milow. Das Leben auf dem Land hat ohne Frage diverse Vorzüge. Für Jugendliche kann es dennoch hin und wieder recht langweilig sein. Die meisten Freizeitangebote gibt es nun mal in der Stadt und nicht im Dorf, da ist das Milower Land keine Ausnahme. „Man kann schon sagen, dass hier ziemlich tote Hose ist. Es gibt kaum etwas für junge Menschen“, bestätigt Hauke Fuchs.

Der 18-Jährige lebt in Milow und gehört zu den Jugendlichen, die etwas verändern wollen. Deshalb gründete er mit weiteren Mitstreitern im Frühjahr 2016 das Milower Jugendparlament (JuPa), dem derzeit elf Mitglieder angehören. Den Vorsitz hat die 16-jährige Vivian Schmunk inne. Gemeinsam wollen die JuPa-Mitglieder die Interessen der Jugendlichen aus Milow und Marquede vertreten. „Treffen mit Jugendlichen aus anderen Teilen der Gemeinde sind leider wegen der schlechten Busverbindungen schwierig“, so Schmunk.

Zwischen 15 und 19 Jahren sind die Mitglieder, es sind aber auch Jüngere oder Ältere willkommen. „Wir sind offen für alle zwischen 13 und 27 Jahren“, betont die Vorsitzende. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern trifft sie sich regelmäßig, um über aktuelle Probleme zu sprechen oder neue Projekte zu planen. „Unser bisher erfolgreichstes Vorhaben war sicher das Handball-Neujahrsturnier, das wir auch in diesem Jahr wieder organisieren wollen. Außerdem haben wir Projekte wie den Rennfritz-Spendenlauf oder den Vierkampf in der Großwudicker Schule unterstützt. Am Gemeindejugendtag der Feuerwehren im letzten Jahr beteiligten wir uns mit einem Kuchenbasar“, erzählt Vivian Schmunk.

JuPa-Mitglieder und Mitstreiter räumen das Havelufer auf

Auf Nachfrage des Milower Ortsvorstehers Winfried Ganzer hat das JuPa kürzlich sogar eine Aufräumaktion an der Naturbadestelle gestartet. Rund 15 Jugendliche halfen mit. Ein weiterer Einsatz ist bereits geplant.

Das JuPa wird inzwischen als ernstzunehmendes Gremium in der Gemeinde wahrgenommen. Das zeigen auch Anfragen von Vereinen und In-stitutionen, die um Unterstützung bitten, zum Beispiel für das große Halloween-Spektakel in Milow.

Selbst die Gemeindevertreter freuen sich über das Engagement der Jugend. Im März ernannten die Abgeordneten einen Jugendbeirat, dem die JuPa-Mitglieder Vivian Schmunk, Leon Romey und Michael Ohse angehören. Die drei vertreten nun die Interessen der jungen Generation in den Ausschüssen, beraten mit und sollen Verantwortung übernehmen.

„Das JuPa ist auf dem Weg zur Selbstständigkeit“, lobt auch Jugendkoordinatorin Beatrice Graf. Sie begleitet und unterstützt Vivian Schmunk und ihre Mitstreiter schon von Beginn an. „Anfangs musste ich ständig zu den Terminen einladen und Vorschläge einbringen, was sie veranstalten könnten. Inzwischen machen die Jugendlichen das selbstständiger“, sagt Graf.

Trotz der Verpflichtungen in der Schule und in der Ausbildung seien alle Mitglieder bemüht, an den Treffen teilzunehmen. Die Vorsitzende verpasste sogar in der Phase der Abschlussprüfungen der zehnten Klasse die Sitzung des Sozialausschusses und des Begleitausschusses der Partnerschaft für Demokratie Westhavelland und Nauen nicht.

Der Wunsch nach einem Jugendplatz konnte noch nicht erfüllt werden

Genau wie das Rathenower Kinder- und Jugendparlament hat auch das Milower JuPa einen festen Sitz in dem Begleitausschuss. Mitglieder beider Gremien werden zudem vom 15. bis 17. September am „Landestreffen Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg“ in Flecken Zechlin teilnehmen.

Dabei lernen sie unter anderem, sich aktiv in die Politik einzumischen und sie bekommen Tipps für erfolgreiche Beteiligungsarbeit. Das könnte den Milowern dabei helfen, ihren großen Wunsch umzusetzen: Eine Begegnungsstätte, die sie ohne Betreuer nutzen können.

Wenngleich die Erfüllung dieses Wunsches bislang noch nicht in Aussicht steht, ihre Arbeit ist dennoch von Erfolg gekrönt, sind sich die JuPa-Mitglieder einig. „Ich denke, wir haben uns inzwischen einen besseren Ruf bei den älteren Menschen erarbeitet“, sagt Hauke Fuchs und Vivian Schmunk stimmt ihm zu. Ein Erfolg ist auch das kleine, mit Computer und Drucker ausgestattete Büro im Milower Freizeittreff.

Um sich kleinere Wünsche zu erfüllen, stehen dem JuPa jährlich 300 Euro aus dem Jugendtopf der Gemeinde zur freien Verfügung. „Davon konnten wir unter anderem in den Ferien einen gemeinsamen Ausflug finanzieren“, erzählt Bea-trice Graf. Es gibt also durchaus auch genug Zeit für Vergnügen und gemeinsame Treffen, bei denen nicht die Arbeit im Fokus stehen.

„Es macht einfach Spaß, gemeinsam etwas zu bewegen“, betont Vivian Schmunk. Sie lädt alle Jugendlichen ein, dem JuPa beizutreten.

Von Christin Schmidt

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