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Havelland Die Kirche, das Museum und der Thyrowberg
Lokales Havelland Die Kirche, das Museum und der Thyrowberg
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13:17 02.04.2018
Lothar Lehnhardt kümmert sich um das Dorfmuseum. Im Freilichtgelände steht dort auch dieser Heurechen aus dem Jahr 1920. Quelle: .
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Tremmen

600 Jahre alt ist St.-Marien-Kirche Tremmen. Genau dieses Jubiläum hatten sich Maren Krüger und Ronny Müller ausgesucht, um sich nach einem fast 20-jährigen Zusammenleben vor wenigen Tagen das Jawort zu geben. „Die Kirche war voll, sie war sehr hübsch geschmückt, der Gospelchor aus Brieselang hat gesungen und Superintendent Thomas Tutzschke hat uns getraut“, schwärmt Maren Krüger, die nun Müller heißt und ergänzt: „Es war ein einmaliges Erlebnis für uns und auch für die Leute, die nicht so oft in die Kirche gehen.“

Die 1416/17 erbaute Wallfahrtskirche mit einer Außenkanzel und den beiden Zwiebeltürmen ist das prägende Baumwerk in dem ältesten Ketziner Ortsteil Tremmen. Egal von welcher Seite man sich dem Dorf nähert, die Türme sind von weitem zu sehen.

Im Jahre 1161 wurde Tremmen erstmals in einer Urkunde als eines der Dörfer erwähnt, die dem Domkapitel Brandenburg zugeordnet wurden. Heute leben 734 Menschen in Tremmen, Tendenz steigend.

Und das obwohl es den 57 Meter hohen Thyrowberg gibt. „Dort haben wir einen Schautafel mit geschichtlichen Fakten und eine Sitzgruppe aufgestellt, so dass Gäste einen wunderschönen Blick in die Landschaft haben“, weiß Ortsvorsteher Thoralf Palm. Es sei die Stelle gewesen, wo im Zweiten Weltkrieg ein Radarturm der Wehrmacht stand und vor Luftangriffen auf Berlin waren sollte. 1945 wurde der gesprengt.

Eine der reichsten LPGen

Wer heute durch Tremmen fährt, stößt unweigerlich auf die Heerstraße. Es ist tatsächlich die Verlängerung der bekannten Heerstraße in Spandau. Im Mittelalter war Tremmen eine Station für Pferdekutschen auf dem Weg vom Rhein über Magdeburg nach Berlin. Es gab die Möglichkeit, Pferde auszuleihen und auszuspannen, für die hiesigen Bauern eine gute Einnahmequelle. Der fruchtbare Boden der Nauener Platte war eine weitere Basis der guten wirtschaftlichen Situation der Bauern, so dass sich Tremmen zu einem Großbauerndorf entwickelte. Später gehörte die Tremmener LPG zu den reichsten im Kreis Nauen. Die vielen Vierseitenhöfe und großen Gehöfte entlang der Heerstraße, die bis zur Eingemeindung Tremmens nach Ketzin im Jahr 2003 Nauener Straße hieß, künden davon.

Obwohl es die alte Dorfschule in der Schulstraße längst nicht mehr gibt, ist das Gebäude heute ein zentraler Veranstaltungsort und Treffpunkt. 1996 wurde es zum Gemeindezentrum umgebaut. Hier kommen Vereine zusammen, der Ortsbeirat, der Seniorenclub und es steht für private Feiern zur Verfügung.

Alte Landtechnik ausgestellt

Noch zentraler liegt das Dorfmuseum an der Heerstraße. Was der Förderkreis Dorfmuseum Tremmen unter der Führung von Lothar Lehnhardt und der treuen Mitstreiterin Ilse Krey aus der mehr als 100 Jahre alten Stellmacherei gemacht haben, sucht Seinesgleichen. Die ländliche Geschichte und besonders die Geschichte des Ortes sind dort dokumentiert. Im Freilichtgelände hinter dem Hotel „Marlenenhof“ werden ganzjährig alte Landmaschinen ausgestellt.

Das dörfliche Leben ist in Tremmen auch nach der Wende weitestgehend erhalten geblieben. „Der Kindergarten war früher schon immer voll und ist jetzt ausgebucht, weil wir ein fruchtbares Dorf sind“, weiß der Ortsvorsteher. Es gibt einen Jugendtreff im Gebäude am Sportplatz. Aus dem Dorfkonsum wurde einer kleiner Einkaufsladen, den Andreas Klimek betreibt. Mehrere Vereine gibt es, allen voran der FSV Wachow/Tremmen, dazu den Angelverein und die Line Dancer „Jumpin’ Devils“. Die Tremmener Agrar Produkte GmbH ist der größte landwirtschaftliche Betrieb. Etwa 180 Leute, darunter viele Einheimische, arbeiten in der Baumschule Lorberg, die Anfang der 90er-Jahre in Tremmen einen Standort errichtet hat. Einige hundert Meter weiter auf der Verbindungsstraße nach Zachow lädt sich ein 18-Loch-Golfplatz, der vom Potsdamer Golfclub betrieben, zum Spielen ein. Nur sehr viele Tremmener Golfer sind dort noch nicht gesehen worden. Dafür treffen sich die Einheimischen im Sommer immer gern an den Erdelöchern zum Baden.

Von Jens Wegener

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