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Die Kuh von der Weide nebenan

Ribbeck Die Kuh von der Weide nebenan

In Ribbeck hat der Tourismusverband am Freitag gemeinsam mit Gastronomen und Landwirten aus dem Havelland einen neuen kulinarischen Themenschwerpunkt vorgestellt: die „Havelländer Weidewochen“. Bis Anfang Oktober stehen bei den teilnehmenden Restaurants Gerichte auf der Speisekarte, bei denen das Fleisch von Rindern aus der Region stammt.

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Katja Brunow (vorne) macht sich zusammen mit Frank Wasser, Judith Nauendorff, Christiane Gstaltmayr, Sebastian Crakau und Detlef Wacker (v. l.) für Fleisch aus der Region stark.

Quelle: Ralf Stork

Ribbeck. Der Tourismusverband Havelland hat am Freitag im Schloss Ribbeck gemeinsam mit Gastronomen und Landwirten aus der Region einen neuen kulinarischen Schwerpunkt vorgestellt – die „Havelländer Weidewochen“. Bis zum 7. Oktober kommen in den teilnehmenden Restaurants Gerichte auf die Karte, die mit Rind- oder Schweinefleisch aus der Region zubereitet werden.

Der „Havelländische Rinderbraten“, der in Ribbeck auf den Teller kommt, stammt zum Beispiel direkt aus Ribbeck. Die Tiere von Peter Kaim stehen zum Teil hinter dem großen Besucherparkplatz im Ort. Das Restaurant „Zum Alten Hafen“ in Rathenow bezieht sein Rindfleisch von der Agrargenossenschaft Gülpe. Im Alten Hafen wagt man sich während der Weidewochen an das Experiment, ein halbes Rind komplett zu verwerten. Abnehmer für Filets und Steaks finden sich wahrscheinlich immer genug. Aber auch Bauch, Rippen und Beinscheiben dem Gast schmackhaft zu machen, ist eine Herausforderung für die Köche.

Nach den Weidewochen kommen die „Havelländer Wildwochen (15. Oktober bis 20. November), im Frühjahr folgen dann das „Kulinarische Fasten“, „Osterlamm“ und „Spargel & Co“. Aber noch wichtiger als die verschiedenen regionalen Themenwochen ist, dass sich bei den Gastronomen der Region langsam ein Netzwerk herausbildet, das unter anderem zum Ziel hat, mehr regionale Produkte dauerhaft auf die Speisekarte zu bringen. Alle paar Monate setzt man sich zusammen, um gemeinsam zu überlegen, welches die wesentlichen Probleme sind und wie man sie lösen kann: So muss zum Beispiel sichergestellt werden, dass der Landwirt oder Jäger die vereinbarte Menge Fleisch tatsächlich auch verlässlich und regelmäßig liefern kann.

Für den Landwirt wiederum muss es sich irgendwie lohnen, auch verhältnismäßig kleine Mengen an Fleisch, Kartoffeln oder anderen Produkten in die Restaurants zu bringen.

Bislang ist es für beide Seiten recht aufwendig, die regionalen Produkte auch in der Region zu vermarkten. „Im Internet kann ich ganz einfach die Ware per Knopfdruck bestellen. Das dauert vielleicht 15 Minuten“, sagt Michael Stober vom Landgut Stober in Groß Behnitz. Bis die gleiche Menge bei einem Landwirt in der Region bestellt und geliefert ist, dauert es viel länger. Schließlich ist der Landwirt kein professionelles Logistikunternehmen und hat wahrscheinlich auch nicht alle gewünschten Produkte auf Lager. Was fehlt, ist eine funktionierende Lieferkette, vielleicht ein Zwischenhändler, der die Belieferung der Restaurants mit regionalen Produkten übernimmt.

Bis dahin ist guter Wille von beiden Seiten gefragt. Land- und Gastwirte müssen die Regionalität wirklich wollen, auch wenn die sich für sie noch nicht wirklich lohnt. „Wir können hier so gutes Fleisch produzieren, dass müssen wir einfach in der Region vermarkten, auch wenn es am Anfang nur eine winzige Nische ist“, sagt Detlef Wacker vom Kreisbauernverband.

Auch die Gastwirte scheinen es allen Mühen zum Trotz ernst zu meinen mit der Regionalität. Die bestehenden Kooperationen sind jedenfalls ein wichtiger Schritt dorthin. „Bei den Touristen, die zu uns kommen, wird die Nachfrage nach regionalen Produkten immer größer“, hat auch Katja Brunow vom Tourismusverband beobachtet. In Sachen regionaler Vermarktung sind andere Regionen wie der Schwarzwald, das Allgäu oder der Spreewald zwar deutlich weiter, aber der Anfang ist auch im Havelland gemacht.

Von Ralf Stork

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