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Die „Löwin von Döberitz“ verfällt

Denkmal in Gefahr Die „Löwin von Döberitz“ verfällt

Fast 80 Jahre lang steht die „Löwin von Döberitz“ bei den alten Kasernen, die heute an der B5 liegen. Der Zustand des Betontiers ist beschämend, Sprayer haben es bunt besprüht. Außerdem haben Wind und Wetter der Löwin zugesetzt. Nun wendet sich der Verein Historia Elstal deshalb an den Denkmalschutz.

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Bunte Graffiti bedecken die Löwenstatue, auch Wind und Wetter haben ihr zugesetzt.

Quelle: Privat

Elstal. Trotzig knurrt sie auf der Terrasse vor der einstigen Kantine, auf dem Platz davor wuchern Birken und Gräser. Die Löwin von Döberitz fristet seit Ende der 1990er-Jahre ein trauriges Dasein auf dem Gelände der ehemaligen Sowjet-Kasernen an der B5. Wind und Wetter haben dem Betontier übel zugesetzt, Sprayer haben sich an der Figur in allen Farben verewigt. Ingrid Schönefeld, Vorsitzende des Vereins Historia Elstal, ist entsetzt über den Zustand der Löwin. Während der russischen Besatzung sei das Betontier immer gut gepflegt worden, die Russen hätten sogar Zunge der Löwin immer wieder mit roter Farbe nachgestrichen. „Jetzt ist sie von allen Seiten besprüht und beschädigt, das ist ein ganz schlimmer Zustand“, sagt Schönefeld. Dabei stehe das Betontier eigentlich unter Denkmalschutz. Der Verein Historia Elstal will sich nun an die zuständige Behörde wenden, damit die Statue nicht weiter verfällt. „Es gibt wohl vor allem nachts zu wenig Wachschutz, Sprayer lassen sich auch in der Kaserne nieder, feiern Parties und besprühen alles“, klagt die Historia-Chefin.

Die Löwenstatue steht seit fast 80 Jahren bei den Kasernen. Vor der Kaserne-Süd wurde sie 1936 am Osttor aufgestellt, unweit davon wurden auch Adler-Statuen gehievt. Nach Abzug der sowjetischen Truppen wurde die Löwen-Statue 1994 in eine Bundeswehrkaserne nach Kiel gebracht. Doch in der Region regte sich Protest, die Löwin gehöre zu Döberitz wie der Funkturm zu Berlin, hieß es damals. Der damalige Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) veranlasste daraufhin, dass die Löwin wieder zurückgekarrt wurde. 1998 wurde die Löwin in den Innenhof der Kaserne umgesetzt. „Sie musste damals dem Ausbau der B5 weichen und wurde vom Sockel genommen“, erinnert sich Ingrid Schönefeld.

Bei der Brandenburgischen Boden-Gesellschaft (BBG), die das Gelände verwaltet, ist man sich über den schlechten Zustand der Löwen-Statue durchaus bewusst. „Bezüglich des Schutzes des Skulptur prüfen wir derzeit Möglichkeiten, um diesen besser zu gewähren“, erklärt Andrea Magdeburg, Geschäftsführerin der BBG. Seit Jahren ist das Kasernengelände gesperrt, die Nachnutzung noch immer unklar. Das Gelände verkommt immer mehr, Häuser und Wege sind zugewuchert. Zwischenzeitlich nisteten sogar Fledermäuse in den alten Gemäuern. Andrea Magdeburg geht davon aus, dass die Liegenschaft einer zivilen Nachnutzung zugeführt werde. „Es würde uns freuen, wenn eines Tages der neue Eigentümer den Löwen als Symbol der Liegenschaft im Eingangsbereich platzieren würde“, erklärt die BBG-Chefin gegenüber der MAZ.

Diese Idee hat auch Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber. „Ich würde den Löwen gerne wieder im Eingangsbereich oder ähnlichem wiederfinden, gehört er doch zur Geschichte dieses Ortes.“ Bedingung dafür sei jedoch, dass die Zukunft des Geländes geklärt werde. Schreiber fände es schön, wenn es eine attraktive, zivile Nutzung der Adler- Löwenkaserne geben könnte. „Entsprechend dem gültigem Flächennutzungsplan der Gemeinde Wustermark ist hier eine Nutzung in Richtung Freizeit/ Sport/ Erholung vorgesehen“, so der Bürgermeister.

Wo die Adler-Statuen geblieben sind, die mit weit ausgebreiteten Flügeln an den Kasernentoren standen, ist indes ungewiss. „Auch sie wurden abtransportiert, aber wohin, das wissen wir nicht“, sagt die Historia-Vorsitzende Ingrid Schönefeld. Schön fände sie es allerdings, wenn die Betontiere demnächst wieder vereint am Gelände wachen könnten.

Von Marco Paetzel

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