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Die Ortsteile wollen bessere Anbindung

Nauen Die Ortsteile wollen bessere Anbindung

Die MAZ fragt nach: Bei einer Umfrage in den Nauener Ortsteilen plädieren viele für eine bessere Anbindung der Dörfer an die Kernstadt. Dazu zählt für die meisten nicht nur der Busverkehr ins Zentrum. Die Bewohner aus den Ortsteilen wünschen sich vor allem, dass mehr Radwege gebaut werden.

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Auf der Nauener Platte stehen mehr als 100 Windräder. Fast alle Ortsteile sind betroffen.
 

Quelle: Andreas Kaatz

Nauen.  Die Angst vor dem Überaltern der Bewohner in den Nauener Ortsteilen ist offenbar groß. In den Antworten zu unserer Umfrage im Zuge der Serie „Zu Hause in...“ schrieben Einwohner von Berge, Ribbeck, Lietzow, Groß Behnitz, Klein Behnitz, Wachow, Schwanebeck und Neukammer dass sie befürchten, dass sich immer mehr junge Familien aus den Dörfern verabschieden, weil sie „dem Arbeitsplatz hinterher ziehen“. Außerdem gehe das früher so ausgeprägte Zusammengehörigkeitsgefühl der Dorfbewohner mehr und mehr zurück. „Das Interesse an der Dorfgemeinschaft lässt nach. Jeder kümmert sich nur um seinen Kram“, schrieb ein Teilnehmer. Ein Anderer spricht vom „Einschlafen der Ortsteile“, ein Weiterer sieht die Ortsteile in zehn Jahren nur noch als „Pferdeidyll für Berliner“.

Überhaupt brachte diese Umfrage, auch wenn sie nicht repräsentativ ist, einige beachtliche Ergebnisse. Zum Beispiel bei der Frage nach dem Repowering der Windräder. Nach den vielen und seit Jahren anhaltenden Protesten gegen eine weitere „Verspargelung der Landschaft“, wie es die Windkraftgegner nennen, sprachen sich immerhin 39 Prozent der Umfrageteilnehmer dafür aus, sogar moderne 234 Meter hohe Anlagen aufzustellen. Allerdings verbunden mit der Hoffnung, auf diesem Weg mehr ältere Anlagen loszuwerden und unterm Strich dann weniger Windräder zu haben. 47 Prozent der Teilnehmer sind grundsätzlich gegen die Riesen-Räder.

Nicht überraschend ist der Wunsch der Nauener Ortsteil-Bewohner nach einer besseren Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Etwa ein Drittel der Teilnehmer wünscht sich das. Gleichzeitig aber benutzen 35 Prozent der Teilnehmer den Bus überhaupt nicht. Es stellt sich dabei die Frage, ob die Bürger mehr mit dem Bus fahren würden, wenn der Bus öfter fährt, oder ob sowieso das Auto der Favorit ist. Grundsätzlich ist nicht die Kommune Nauen sondern der Landkreis Havelland für den öffentlichen Personennahverkehr zuständig. Vor allem einige Groß-Behnitzer möchten, dass der Haltepunkt der Bahn in ihrem Dorf wieder eröffnet wird. Aber das wird wohl ein Traum bleiben.

Immer wieder tauchen auf der Liste der Träume neue Radwege auf. Allen voran die fehlende Verbindung von Gohlitz nach Quermathen an der Landesstraße 91. Weil es sich aber um eine Landesstraße handelt, kann nicht die Stadt Nauen einen Radweg bauen (selbst sie das Geld aufbringen könnte). Das Land Brandenburg als Eigentümer der Straße muss zustimmen, besser noch, muss bauen und finanzieren. Im Moment gibt es vom Landesbetrieb Straßenwesen in Potsdam zu einem solchen Vorhaben keine konkrete Aussage.

Realistischer dagegen scheint das Verlangen nach einer Begegnungsstätte im Dorf für Jugendliche oder Senioren. Immerhin schätzen 38 Prozent der Umfrage-Teilnehmer das als am dringendsten ein. Wobei es den Ortsteilen schon jetzt Möglichkeiten des Zusammenkommens gibt. Vorreiter ist in dem Fall wohl Groß Behnitz mit der alten Schule. Dort sind mittlerweile neben einem Arzt und einen Café auch der Heimatverein und der Jugendklub untergebracht. In Klein Behnitz steht das Dorfgemeinschaftshaus für Treffen von jung und alt zur Verfügung. In Ribbeck gibt es das Vereinshaus des Heimatvereins auf dem Sportplatz, in Berge ist man dabei, die alte Schule wieder als Jugendklub nutzbar zu machen, in Lietzow gibt es das Dorfgemeinschaftshaus an der B 5, in Schwanebeck hat der Heimatverein einen Raum, den jedermann nach Anmeldung nutzen kann. In Wachow wird das Dorfgemeinschaftshaus, in dem sich die Kita befindet, in den nächsten zwei Jahren saniert, so dass der Jugendklub wieder nutzbar sein wird. Nur in Neukammer leben die wenigen Einwohner bisher ohne Begegnungsstätte.

Das Zusammenwachsen von Nauener Kernstadt und den Ortsteilen, nach der Zwangseingemeindung im Jahre 2003, schreitet offenbar voran. Immerhin 55 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen, ohne ins Detail zu gehen, in der Großgemeinde Nauen neben den schlechten auch gute Seiten. 31 Prozent sind dagegen der Meinung, dass die Aufgabe der Eigenständigkeit im Zuge der Gemeindegebietsreform ein „großer Fehler“ war.

Von Jens Wegener

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