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Havelland Die Schützengilde will es richtig krachen lassen
Lokales Havelland Die Schützengilde will es richtig krachen lassen
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00:36 05.03.2018
Bisher haben Friesacker bei den Schwedentagen für Knalleffekte gesorgt. Künftig wollen die Rathenower Schützen das selbst übernehmen. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

Die Rathenower Schützengilde von 1830, die im vergangenen Jahr die Organisation der Rathenower Schwedentage übernahm, ist bei dieser Festlichkeit bislang auf Schützenhilfe angewiesen gewesen. Damit geböllert werden konnte, musste die Friesacker Schützengilde gerufen werden.

Ziel der Schwedentage ist es, an die Befreiung der Stadt von den Schweden am 15. Juni 1675 zu erinnern. Der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm war mit seinen Truppen in Eilmärschen aus dem Elsass herbei geeilt und hatte nachts mit einem kühnen Handstreich die Schweden aus Rathenow verjagt. Drei Tage später hat er sie bei Fehrbellin vernichtend geschlagen. Fortan sollte die Geschichtsschreibung Kurfürst Friedrich Wilhelm „den Großen“ nennen.

Michael Renz, kostümiert als Generalfeldmarschall Georg von Derfflinger. Quelle: Bernd Geske

Die Sektion „Schwedentage“ der Rathenower Schützengilde, gegründet am 1. Januar 2017, ist nun angetreten, um wesentliche Episoden der Veranstaltung möglichst bald selbst zu gestalten. Der schaustellerische Höhepunkt beider Veranstaltungstage ist zweifellos die Nachstellung der Befreiung Rathenows von den Schweden.

Eröffnet worden ist die nachgestellte Schlacht bislang stets durch Böllerschüsse einer kleinen Kanone und Schwarzpulver-Salven von Vorderlade-Gewehren – natürlich von der Friesacker Schützengilde.

Vier Mitstreiter sind für die historische Garde bisher gefunden

Michael Renz, Sektionsleiter „Schwedentage“ der Rathenower Schützengilde, hat vor einigen Wochen damit begonnen, eine eigene Truppe aufzubauen, die sich in absehbarer Zeit zu einer waschechten historischen Garde von Rathenow entwickeln soll. Er selbst tritt als Generalfeldmarschall Georg von Derfflinger auf, der seinerzeit mit seinen Reitern die Hohe Brücke am Westende des heutigen Schwedendamms genommen und für die brandenburgischen Truppen frei gemacht hat.

Vier Mitstreiter hat Michael Renz bislang schon gefunden. Zehn bis 15 Leute würde er aber schon ganz gerne haben. Als Vorbild für das Rathenower Projekt können die Langen Kerls der Landeshauptstadt Potsdam dienen. Es war eine Marotte des preußischen „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I. gewesen, sehr große Männer aus allen Teilen der Welt in seine Riesengarde einzugliedern.

Wer dabei sein will, muss Zeit und Geld investieren

Von Anfang an erklärtes Ziel der Rathenower Garde soll es sein, bei gegebenen Anlässen mit entsprechenden Gewehren auch Böllersalven abzugeben. Wer dabei mitwirken will, muss nicht nur körperlich anwesend sein, sondern auch Zeit und Geld investieren. Die Rathenower Garde soll gewandet werden in Uniformen, die denen der Truppen des Großen Kurfürsten nachempfunden werden. Hut und Stiefel inbegriffen, Luntenschlossgewehr vom Kaliber 45 mit Schwarzpulverantrieb nicht zu vergessen. Mehrere hundert Euro Eigenleistung werden bei der Beschaffung der Ausstattung von künftigen Rathenower Gardemitgliedern erwartet. Einen Anteil der Kosten übernimmt die Schützengilde, auf Sponsoren wird gehofft.

Die Gilde ist mit einer Waffe in Vorleistung gegangen und hat 2017 eine kleine Kanone mit Laufdurchmesser 34 Millimeter erworben. Bei einem Schützenfest im vergangenen Jahr ist sie das erste Mal abgefeuert worden. Künftig will die Schützengilde mit ihren Böllern immer die Schwedentage eröffnen.

„Schwedentage“ am 23./24. Juni

Die Rathenower „Schwedentage“ finden in diesem Jahr zum 5. Mal statt und sind für das Wochenende 23./24. Juni geplant.

Die Rathenower Schützengilde von 1830 organisiert die Veranstaltung nach 2017 nun zum 2. Mal.

Oberverantwortlicher für die Organisation der „Schwedentage“ ist der Vorsitzende der Schützengilde, Heinz-Günter Menzel. Er ist erreichbar unter E-Mail hgmberlin@web.de und Telefon 0175/160 78 34.

Als Chef der Sektion „Schwedentage“ baut Michael Renz die historische Garde auf. E-Mail: mongeneralad@t-online.de und Telefon 0151/22 01 66 78.

Als Personal drumherum wird die historische Garde gebraucht. Wie es sich gehört, will Michael Renz, der lange Zeit Berufsunteroffizier war, mit seinen Männern im angemessenen Maße das Exerzieren und vorsichtige Nachstellen kämpferischer Tätigkeiten üben. Unabdingbar ist für jeden Gardesoldaten dafür im Vorfeld der Besitz eines Schwarzpulverscheins, der in einem Lehrgang erworben werden muss. Als Voraussetzung dafür wiederum muss jeder Teilnehmer eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Landesamt für Arbeitsschutz vorlegen können.

Ist Rathenows historische Garde erst einmal formiert, muss ihr Aktionsradius nicht auf die Schwedentage begrenzt bleiben. In Havelberg, Fehrbellin, Tangermünde, Magdeburg, Wismar und vielen anderen Orten gibt es Veranstaltungen, wo sie mitwirken könnte.

Von Bernd Geske

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