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Die Sonnenschein hat ihr Ziel erreicht

Grütz Die Sonnenschein hat ihr Ziel erreicht

Die MS Sonnenschein, der beliebte Rathenower Ausflugsdampfer, ist nach Monaten der Ungewissheit endlich an ihrem Bestimmungsort angekommen. Das Motorschiff liegt in der Grützer Havelboot-Marina vor Anker. Und soll dort auch bleiben – für immer.

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Claudia Mund auf dem Sonnendeck der „Sonnenschein“. Hier und auf den anderen Plätzen sollen bald die Restaurantgäste sitzen.

Quelle: Markus Kniebeler

Grütz. Die MS Sonnenschein, der beliebte Rathenower Ausflugsdampfer, ist nach Monaten der Ungewissheit endlich an ihrem Bestimmungsort angekommen. Das Motorschiff liegt in der Grützer Havelboot-Marina vor Anker. Und soll dort auch bleiben – für immer.

Vor zwei Wochen wurde die „Sonnenschein“, die seit Jahresbeginn in der Bolle-Werft im sachsen-anhaltinischen Derben lag, ins Havelland überführt. Nach Derben gebracht worden war das Schiff von seinem ehemaligen Eigner Bernd Bolz. Bei einer Inspektion hatten die Prüfer festgestellt, dass die Wand im Heck nicht mehr so stark ist, wie sie sein soll. Eine Reparatur hätte mindestens 30 000 Euro gekostet. So viel Geld wollte Bolz, der mit der MS Havelland in Rathenow ein weiteres Ausflugsschiff auf dem Wasser hat, nicht investieren.

Als schon alles auf eine Verschrottung hindeutete, meldete sich Claudia Mund. Seit dem Frühjahr 2015 ist Mund Inhaberin der Marina in Grütz. Mit der MS Sonnenschein, so ihr Plan, soll das gastronomische Angebot der Marina erweitert werden. Das Schiff wird fest verankert. Die Ära als Fahrgastdampfer ist damit unwiederbringlich vorüber.

Die letzte Fahrt von der Bolle-Werft nach Grütz war eine aufregende Sache. Für die neue Eignerin, die wegen diverser Genehmigungen eine Weile darauf warten musste, das Schiff überführen zu dürfen. Vor allem aber für Steffi Reichardt. Seit 2006 hatte die Kapitänin die Sonnenschein über die Havel gesteuert und so oft am Steuer gestanden, wie kaum jemand zuvor. Kein Wunder, dass Reichardt es sich nicht nehmen ließ, mit „ihrem“ Schiff die letzte Reise zu absolvieren. Acht Stunden dauerte die Überführung. Am Ende der Fahrt baute die Kapitänin das Steuer ab, an dem sie einen Teil ihres Berufsleben verbracht hat – es wird in ihrer Wohnung einen Ehrenplatz bekommen.

In Grütz liegt die Sonnenschein seitdem majestätisch in der Havel. Vom Oberdeck hat man einen herrlichen Blick auf die Flusslandschaft. So nah ans Wasser kommt man eben nur mit einem Schiff. „Wäre doch schade, wenn wir das unseren Gästen vorenthalten hätten“, sagt Claudia Mund.

Allerdings darf auf den beiden Decks momentan noch nicht serviert werden. Diverse Genehmigungen sind einzuholen, bevor es mit dem Gastronomiebetrieb losgehen kann – bei der Stadt Rathenow, beim Wasser- und Schifffahrtsamt. „Die Anträge sind gestellt“, sagt die neue Eignerin. Sie hofft, dass sich die Genehmigung nicht zu lange hinziehen wird. „Ich würde gerne in diesem Sommer eröffnen. Am besten, so schnell wie möglich.“

Viel umgebaut werden muss an dem Schiff nicht. Die Einrichtung ist noch in Ordnung. Ein paar Schönheitsreparaturen hier und da, und schon könnte es losgehen. Geplant ist der klassische Café- und Restaurantbetrieb, mit frischen Speisen und selbst gemachtem Kuchen. Das Schiff kann aber auch für Betriebsfeiern, Familienfeste und andere Veranstaltungen gebucht werden.

Das ist für die „Sonnenschein“ nichts Neues. Nur dass sie dabei nicht mehr über die Havel tuckern muss, sondern liegen bleiben darf, wo sie liegt. Das ist für ein Schiff, das fast 100 Jahre auf dem Buckel hat, nicht unbedingt eine Bestrafung.

Von Markus Kniebeler

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