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Die Suche nach Holunder, Weißdorn und Hagebutte

Selbelang Die Suche nach Holunder, Weißdorn und Hagebutte

In Selbelang werden derzeit Früchte heimischer Gehölze gepflückt, um sie als Saatgut für die Zucht zu verwenden. Damit soll die Herkunft heimscher Sträucher registriert und gesichert werden, so wie es ein Erlass aus 2004 vorsieht.

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Baumschulenmitarbeiter Wolfgang Badoreck (l.) und Heiko Plaga ernten hier die Heckenrose.

Quelle: Jens Wegener

Selbelang. „Alles Handarbeit. Die einzigen Hilfsmittel, die wir nutzen, sind Handschuhe und eine Leiter“, sagt Heiko Plaga. Er pflückt gemeinsam mit seinem Kollegen Wolfgang Badoreck von der Forstbaumschule Güstrow in dieser Woche am Plattenweg zwischen Selbelang und Kamerun die Früchte einheimischer Gehölze. Holunder, Hagebutte, Weißdorn, Pfaffentütchen, Schlehe, sogar Birnen sind dabei.

Überwacht wird das Ganze von der zuständigen Försterin des Reviers Klein Behnitz Heike Bärthel. Sie erklärt: „Es geht darum, das Saatgut einheimischer Gehölze zu gewinnen und daraus wieder neue Sträucher entstehen zu lassen.“ Das sei deshalb so wichtig, weil es seit 2004 in Brandenburg einen Erlass gibt, wonach die Herkunft heimscher Gehölze registriert und gesichert werden soll. „Noch ist Brandenburg dabei Vorreiter in Deutschland, es geschieht freiwillig. Ab 2020 ist das in allen Bundesländern Pflicht“, sagt die Försterin. Die auf diese Weise nachgezüchteten Sträucher werden später wieder in Brandenburg, auch im Havelland eingepflanzt. „Man kann heute natürlich in einem Pflanzenmarkt auch Holunder aus Südeuropa kaufen. Aber unsere heimischen Gehölze sind robuster, an die klimatischen Verhältnisse hier gewöhnt.“ Vor allem werden sie deshalb schon jetzt auf landeseigenen Flächen angepflanzt. Und: Wenn Investoren irgendwo Ausgleichsmaßnahmen finanzieren und umsetzen müssen, würden dafür diese Sträucher genutzt, so Heike Bärthel.

Mehr oder weniger zufällig kam die Kooperation zwischen der Revierförsterin in Klein Behnitz und der Fortsbaumschule Güstrow zustande, wie der Prokurist der Baumschule Jörn Kruthoff sagt. Die Arbeiten könnten genauso Baumschule aus der Region übernehmen. Das Prozedere läuft wie folgt ab: „Wir informieren uns bei der Landesforstbehörde, wo solche eingetragenen Gehölzflächen sind. Dann nehmen wir Kontakt mit dem Eigentümer auf, schließen einen Ernteüberlassungsvertrag und ernten“, so Kruthoff. Die Früchte werden in Güstrow gereinigt und das gewonnene Saatgut in den Boden gebracht. Nach etwa zwei Jahren können die neuen Sträucher wieder verkauft werden. Auf diese Weise ist der Herkunftsnachweis problemlos zu führen. Der Vertrieb der gezüchteten Sträucher wird vom Verband pro agro kontrolliert.

Försterin Heike Bärthel fällt die Aufgabe zu, während der jetzigen Erntezeit die Mengen der verschiedenen Früchte zu registrieren. „Alles wird genau gewogen, jeden Tag“, so Bärthel.

Allein in ihrem Revier kommen in einem Jahr etwa 30 bis 50 Kilogramm pro Strauchart zusammen, wobei dazu auch Heckenstandorte in Retzow und Tremmen gehören. „Insgesamt haben wir in Brandenburg 250 registrierte Bestände mit heimischen Gehölzen, 13 im Revier Klein Behnitz. Und von den 38 Sträucherarten kommen 19 in Selbelang vor.

Von Jens Wegener

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