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Die Suche nach dem Weiblichen

Brieselang Die Suche nach dem Weiblichen

Der erfolgreiche Maler Michael Heckert genießt sein Leben im ruhigen Brieselang. Sein Weg hat ihn um die Welt geführt, seine Bilder hängen in renommierten Sammlungen. In seinen Arbeiten erkundet er mit malerischen Mitteln das Weibliche.

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Michael Heckert in seinem Brieselanger Atelier.

Quelle: Hans-Peter Theurich

Brieselang. Zahllose Amateure versuchen sich auf dem Feld der Kunst; auch im Havelland. In Berliner Galerien kursiert das Wort von den „Pinsel schwingenden Hausfrauen, die am liebsten Birken malen und gern ausstellen würden“. Michael Heckert kann diese Herablassung nicht verstehen. „Ich weiß, wie steinig der Weg sein kann, um endlich anerkannt zu werden als Maler“, sagt der international renommierte Künstler.

In seinem Atelier am Brieselanger Forstweg entstehen großformatige Werke, die durch ihre Gestaltung und Farbenpracht faszinieren. „Am Computer bearbeite ich Aufnahmen von Frauenkörpern und lasse sie auf Leinwände drucken. Anschließend bearbeite ich die Flächen, um die weibliche Erotik zu ergründen und in Bilder umzusetzen.“ Zur Inspiration greift der 65-Jährige gern auf Rock- und Popmusik zurück. „Am liebsten höre ich bei der Arbeit Stücke von Pink Floyd, Atom Heart Mother, Meddle oder Animals. Durch Led Zeppelin komme ich mächtig in Schwung an der Staffelei.“ Gemälde von Michael Heckert finden sich in berühmten deutschen Sammlungen. Die Palette reicht vom Kölner Museum Ludwig und der Deutschen Bank in Frankfurt/Main bis zum Auswärtigen Amt in Berlin.

Schon als Schulkind war er mit seiner Begabung fürs Zeichnen aufgefallen. Wenn der Künstler heute darüber spricht, wird er nachdenklich: „Meinen Traum, Maler zu werden, betrachteten meine Eltern als verrückt. Also habe ich brav elf Jahre als Kaufmann gearbeitet, war komplett unglücklich dabei.“ Aber dann wurde der Leidensdruck doch zu groß, Michael Heckert schickte schließlich eine Mappe mit eigenen Arbeiten an die Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. „600 hatten sich damals beworben, 16 wurden angenommen, und ich war dabei!“ An seinen ersten Studientag Anfang April 1976 erinnert er sich genau: „Mit Bügelfalten in den Hosen und Jackett bin ich angetreten. Meine leger gekleideten Kommilitonen, haben sich gefragt: Was will der denn hier?“ Alles löste sich in Wohlgefallen, Freundschaften und großen Erfolgen für den Künstler Michael Heckert auf.

Mit seiner Frau Susanne Wahl zog er später nach Haiti. Sie war dort bei der Deutschen Entwicklungshilfe. 2012 ging es zurück nach Deutschland. „Mein Studienfreund Thomas Schindler hat mich nach Brieselang gelotst. Ich genieße dort die Ruhe, die Weite der Landschaft.“ Inzwischen arbeitet seine Frau in Algerien und kommt für Stippvisiten ins Havelland.

Per Internet bekommt er häufig Anfragen, ob er unterrichten wolle. Nach langem Zögern hat er sich entschieden: „Aus Brieselang habe ich zwei Leute akzeptiert. Ich bringe ihnen bei, wie man perspektivisch Vasen oder Gläser zeichnet. Das ist die Grundlage für spätere Malerei. Es gäbe schließlich keine Akademien, wenn das alles so einfach wäre.“

Von Hans-Peter Theurich

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