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Havelland Die Vergänglichkeit von Schönheit
Lokales Havelland Die Vergänglichkeit von Schönheit
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00:17 23.02.2017
Unzählige Fotowünsche erfüllte Erol Sander, der früher als Model gearbeitet hat, nach seiner Lesung. Quelle: Ulrike Gawande
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Falkensee

Nach seiner Lesung muste Schauspieler Erol Sander gestern Nachmittag in der Stadthalle Falkensee mit zahlreichen der 200 Besucher – meist weiblicher Natur – ein Erinnerungsfoto machen. Geduldig ließ der in Istanbul geborene und in Bayern aufgewachsene Star Bild für Bild geschehen, lächelte und gab geduldig Autogramme. Bis auch die letzte Besucherin mit einer Unterschrift auf Eintrittskarte, Programm oder Poster versorgt war.

So umgänglich, locker und entspannt Sander nach der knapp 80-minütigen Lesung war, so unnahbar wirkte er währenddessen. In mystisches Licht getaucht, von leichtem Bühnennebel umweht, las er aus „Das Bildnis des Dorian Gray“. Es ist der einzige Roman, den Oscar Wilde geschrieben hat und der zur Veröffentlichung 1890 in London einen ordentlichen Skandal auslöste. Umrahmt wurde die Lesung von Ausschnitten der Literaturverfilmung aus dem Jahre 2009 mit Colin Firth und Ben Barnes in den Hauptrollen.

Doch die meisten Zuschauer waren sowieso wegen des Vorlesers, anstatt des Werkes gekommen, in dem es um den jungen Dorian Gray geht, der einen Pakt mit dem Teufel in Gestalt von Lord Henry Wotton eingeht, um ewig jung und schön zu sein. So altert statt seiner selbst nur sein gemaltes Abbild. Dorian Gray beginnt ein ausschweifendes Leben. Er wirft alle moralischen Bedenken über Bord, während sein Bildnis, der „Spiegel seiner Seele“, den wirklichen Verfall zeigt. Das Ganze endet in einer Katastrophe.

„Wir kannten das Buch vorher nicht“, verrät Corinna Jungerberg, die zusammen mit ihrer Schwiegermutter in die Stadthalle gekommen war. Aber durch die Filmeinblendungen sei der Inhalt von Oscar Wildes Roman verständlich und nachvollziehbar gewesen. Auch bei Christine Reich aus Falkensee stand der gut aussehende Mordkommision-Istanbul-Darsteller bei der Veranstaltungswahl im Fokus. „Ich habe ihn erstmals live gesehen. Das Buch habe ich zwar begonnen zu lesen, habe aber keinen Zugang dazu gefunden. In der Lesung hat es mir aber gefallen“, erklärt sie zufrieden.

Völlig anders verhält es sich bei Hans Jakobi, der sich zuvor ausführlich mit Oscar Wilde und seiner Literatur beschäftigt hatte. Er sei regelrecht betroffen von der Lesung, erklärt er. „Ich habe das Werk völlig anders aufgenommen. Da geht es nicht um Morde, wie in der Lesung durch die Filmausschnitte suggeriert, sondern um einen Menschen, der mit seinem Leben zurecht kommen muss, und um den Einfluss, den Menschen in seiner Umgebung auf ihn haben.“ Nur mit der Vortragsweise von Erol Sander war der Falkenseer einverstanden.

„Wir sind glücklich, dass Sander hier im Rahmen des Bücherwinters gelesen hat“, freut sich auch Frank Wasser, Geschäftsführer vom Schloss Ribbeck, wo eigentlich die Lesung stattfinden sollte. Er dankte der Stadthalle für die unkomplizierte Ausweichmöglichkeit. „So konnte noch ein größeres Publikum den wunderbaren Interpreten erleben.“

Von Ulrike Gawande

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