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Wahlplakate im MAZ-Check

Bürgermeisterwahl in Falkensee Wahlplakate im MAZ-Check

Am Sonntag können mehr als 35.000 Falkenseer entscheiden, wer ihre Stadt die nächsten acht Jahre als Bürgermeister regiert. Fünf Kandidaten kämpfen um die Wählergunst – unter anderem mit hunderten Wahlplakaten. MAZ hat sich diese einmal genauer angeschaut und sagt, welche Werbung pfiffig und welche kleinteilig daher kommt.

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Alle werben friedlich nebeneinander.

Quelle: Marlies Schnaibel

Falkensee. Wer hätte das gedacht, dass die Bewerber von SPD und CDU so viele Gemeinsamkeiten aufweisen, wenn es um den optischen Bürgermeisterwahlkampf geht.

Zum einen setzen Amtsinhaber Heiko Müller und Herausforderin Barbara Richstein auf Großplakate an verkehrsreichen Plätzen der Stadt.

Werbung mit persönlichem Touch: Richstein mit Hund, Müller mit Sohn

Zum anderen trägt ihr Wahlkampf einen ziemlich persönlichen Touch. Müller hat einen Sohn, der Felix heißt, Richstein einen Hund mit diesem Namen. Der Bürgermeister hat seine Familie in seiner Broschüre vorgestellt, Enkelin und Ehefrau kamen mit aufs freundliche Großposter. Seine Konkurrentin setzt ihren Felix auf ihrer Internetseite und auf Wahlplakaten ein.

Diese fünf Kandidaten waren beim ersten Durchgang dabei

Diese fünf Kandidaten waren beim ersten Durchgang dabei. Jetzt sind noch Müller und Richstein übrig.

Quelle: MAZ

Na und dann hoffen beide Kontrahenten noch auf die Kraft der Logos. Ja-Sager sind bei Heiko Müller gut aufgehoben. Im August setzte ein etwas kontrovers diskutiertes Großplakat mit „Ja zum Hallenbad“ das Logo in die Falkenseer Welt. Dann wurde der rote Ja-Punkt grafisch geschickt vervielfältigt, tauchte auf verschiedenen Kleinplakaten als eingeführte Marke wieder auf: „Ja zu Familie und Kinder, Ja für ein altersgerechtes Falkensee, Ja zu Lebensqualität.“ Das war pfiffig gemacht, denn wer von weitem das rote Ja sah, der wusste gleich, um wen es geht. Ein Wiedererkennungseffekt mit der Botschaft: Der Mann will was bewegen.

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Am Sonntag können mehr als 35.000 Falkenseer entscheiden, wer ihre Stadt die nächsten acht Jahre als Bürgermeister regiert. Fünf Kandidaten kämpfen um die Wählergunst – unter anderem mit hunderten Wahlplakaten.

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Kandidatin hat eine geheimnisvolle Abkürzung eingeführt

Barbara Richstein führt einen Wahlkampf mit Herz. Mindestens auf ihrem Logo, das sie per Plakat und Aufkleber unter die Leute bringt. Das große „I“, ein rotes Herz und die drei Buchstaben FKS sind eine runde Sache. Für manchen ist die Abkürzung geheimnisvoll, aber mit ein bisschen Nachdenken wird klar, dass FKS nicht für Frischeier-Kombinat Staaken oder Finanz-Kontrolle Schwarzarbeit steht, sondern dass Falkensee gemeint ist.

Ansonsten sind die Müller’schen und Richstein’schen Großplakate optisch ansprechend und es menschelt auf ihnen kräftig. Die Christdemokratin erscheint in farbenfrohen, freundlichen Motiven, die sie als Frau im Kontakt mit vielen Menschen zeigen. Die aber vor allem auch eines zeigen: Sie hat aus der Werbeschlappe von vor fünf Jahren gelernt. Da wollte sie Oberbürgermeisterin in Potsdam werden und warb mit einem Großposter, das sie am Steuer eines Autos zeigte - das Bild war in Schwarzweiß gehalten und sah wie ein ungeliebtes Blitzerfoto der Polizei aus. Die negative Botschaft von damals möge vergessen sein, hofft die Kandidatin und versucht es diesmal mit frischen, sympathischen Bildern bei ganz maßvollem Fotoshop-Einsatz.

Porträts der Kandidaten

Die MAZ hat die fünf Bürgermeisterkandidaten in ausführlichen Porträts vorgestellt. Wenn Sie auf die Namen des jeweiligen Kandidaten klicken, gelangen Sie zu den Porträts.

– Mit Heiko Müller (SPD) tritt der bisherige Amtsinhaber erneut an. Der 56-Jährige Ur-Falkenseer hatte 2007 die Wahl gewonnen, er löste Jürgen Bigalke ab, der in den Bürgermeister-Ruhestand ging.

– Für die CDU tritt Barbara Richstein an. Die Juristin und ehemalige Brandenburger Justizministerin ist Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung.

– Bürgermeisterin will auch Ursula Nonnemacher werden. Die Medizinerin führte die Grünen vergangenes Jahr im Landtagswahlkampf an und ist in Potsdam stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Norbert Kunz tritt für die Linke an. Aus Protest gegen die SPD-Bundespolitik hatte er diese verlassen. Zuvor hatte er viele Jahre in der SPD-Bundestagsfraktion gearbeitet, davon sieben Jahre im Büro von Wolfgang Thierse.

– Wenig politische Erfahrung bringt Andreas Breinlich mit. Er hat einige Jahre die Lotto GmbH Brandenburg geleitet. Er kandidiert er für die AfD, wegen eines schweren Unfalls konnte er bisher kaum persönlich in den Wahlkampf eingreifen.

Kleine Parteien = kleine Plakate

Die kleinen Parteien setzen mit Blick auf die Parteikasse auf Kleinplakate. Wobei Ursula Nonnemacher dank eines Sponsors noch drei „kleine Großplakate“ aufgestellt hat. Diese sind halb so groß wie die der großen Werbekoalition. Und da wagt sich die sonst so gewissenhafte Frau ein bisschen aus der Deckung und versucht es mit einem Schuss Humor: „Wählen bis die Ärztin kommt“. Wer Ursula Nonnemacher kennt, der kann schmunzeln; wer jedoch nicht weiß, dass die Landtagsabgeordnete Ärztin ist, wird den Gag nicht verstehen. Aber unmissverständlich ist dagegen das plakative, helle, warme Grün, das alle ihre Plakate füllt. Darauf die klare optische Asusage mit dem Gesicht der Kandidatin und ihr Wahl-Leitspruch „Gestalten statt verwalten“.

Mit nur einem Spruch will und kann sich Norbert Kunz nicht zufrieden geben. Der Mann der Linken verfügt über kein Wahlkampfbüro wie andere Bürgermeisterbewerber, er ist selbst Büro. Mit familiärer Hilfe hat er vieles gemacht und sich einige flotte Sprüche einfallen lassen. „Links und Kunz“ ist zu lesen, oder „Viel vor und viel dahinter“. Neben der Werbung mit dem Gesicht des Kandidaten gibt es in der Stadt die Plakate in der gewohnt klaren Optik, mit der die Linke seit Jahren ihre Wahlwerbung gestaltet: schwarze Schrift auf weißem Grund, traditionelles Rot für den Parteinamen.

Plakate des AfD-Kandidaten sind sehr kleinteilig

Von solch klarer Optik ist Andreas Breinlich weit entfernt. Der Politik-Neuling der AfD ist auch Wahlwerbe-Neuling. Er setzt farblich auf die frische Farbe Blau. Aber seine Plakate sind einfach zu kleinteilig, als dass sie ein Vorbeifahrender erfassen könnte. Wer will schon aussteigen, um sich lange Erklärungen durchzulesen. Die Plakate gibt es auch als Flyer, da funktionieren sie eher.

MAZ-Wahlforum

Im MAZ-Wahlforum sind die fünf Kandidaten von MAZ-Redakteuren und Besuchern zu ihren politischen Zielen befragt worden. Außerdem gab es unter den knapp 160 Besuchern eine Probewahl.

Hier können Sie nachlesen, welche Ziele die Kandidaten haben und wie die Probewahl ablief.

Wo andere formulieren „Bürgermeisterin für alle“ oder „Eine Stadt für alle“, macht Breinlich ganz klar Klientelpolitik, er wirbt mit dem 21-Buchstaben-Wort „Erschließungsbeiträge“. Und das ist wirklich nicht so leicht zu erfassen. Mit seinem Foto wirbt Außenseiter Breinlich kaum, dafür aber mit der Abbildung einer nostalgischen Kasse. Und die regt zumindest die Fantasie der Betrachter an.

Von Marlies Schnaibel

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